Aktuelles Recklinghausen

„Unser Ziel ist es natürlich, den Menschen so schnell wie möglich eine Wohnung anzubieten. Zum einen ist das für die Betroffenen angenehmer, zum anderen sorgt das für freie Kapazitäten in unseren Unterkünften. Der Prozess ist ja nach wie vor dynamisch, täglich kommen neue Flüchtlinge an“, betonte der Bürgermeister. Viele Vertriebene seien zunächst bei Bekannten oder Verwandten untergekommen. „In vielen Fällen ist das aber keine Lösung auf Dauer. Wir brauchen auch für diese Menschen über kurz oder lang ein Quartier“, so Tesche.
Rund 470 Ukrainer*innen hatten sich bis Mittwoch, 16. März, beim Ausländeramt angemeldet, 206 sind in Unterkünften der Stadt untergebracht. Für weitere Flüchtlinge, die ebenfalls ein Dach über dem Kopf benötigen, haben das Ausländeramt und der Fachbereich Soziales und Wohnen bereits Termine ausgemacht. So zeichnet sich ab, dass die Kapazitäten in den städtischen Unterkünften Josef-Wulff-Straße, Elper Weg, Im Bogen, Lülfstraße, Herner Straße und Lise-Meitner-Straße zeitnah ausgereizt sind. Allerdings werden mit der Belegung von Wohnungen auch wieder Plätze frei, die belegt werden können.
Die großen Wohnungsgesellschaften, darunter auch die städtische Wohnungsgesellschaft, haben der Stadt nach einem Gipfeltreffen mit Sozialdezernent Dr. Sebastian Sanders und dem Ersten Beigeordneten Ekkehard Grunwald rund 30 Wohnungen, die bezugsfertig sind, angeboten. Weitere Einheiten sollen in den kommenden Wochen folgen. Eine Herausforderung besteht nun darin, zügig für die Möblierung der Wohnungen zu sorgen.
In der Koordinierungsstelle sind außerdem zahlreiche Wohnungsangebote von privaten Vermieter*innen eingegangen. Diese müssen allerdings zunächst durch die Fachleute der Stadtverwaltung auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran. Aus der Flüchtlingskrise 2015/16 wissen wir, dass leider nicht jedes Wohnangebot, das uns erreicht, auch tatsächlich geeignet ist“, sagte Dr. Sebastian Sanders. Es sei aber davon auszugehen, dass auch von privater Seite rund 45 Wohnungen letztlich als geeignet einzustufen sind.
Parallel dazu hat Bürgermeister Christoph Tesche den Auftrag erteilt, weitere Potenziale zur Unterbringung von Flüchtlingen zu identifizieren und für die Nutzung vorzubereiten. Der Bürgermeister steht dazu auch im engen Austausch mit der Bezirksregierung und dem Kreis Recklinghausen. Auf der Arbeitsebene hat die Verwaltung außerdem auch schon Gespräche mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW) geführt.
Doch nicht nur an der Frage der Unterbringung wird intensiv gearbeitet. Für die Kinder und Jugendlichen (sechs bis 18 Jahre) aus der Ukraine, die mit ihren Eltern nach Recklinghausen gekommen sind, besteht natürlich Schulpflicht. Kinder im Grundschulalter können direkt an der Schule in direkter Nachbarschaft ihres Wohnortes angemeldet werden. Schüler*innen, die eine weiterführende Schule besuchen, melden sich zunächst für eine der Vorbereitungsklassen (zehn bis 14 Jahre) oder die Internationalen Orientierungsklassen (14 bis 18 Jahre) an der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule an. Infos gibt es dazu auf der Homepage der Stadt: https://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Leben_Wohnen/Auslaender_und_Integrationsarbeit/_Ukraine/_index.asp
Auch die Volkshochschule bringt sich aktiv ein. Zeitnah startet sie mit Deutschkursen für die Vertriebenen aus der Ukraine, wird aber auch Sprachkurse für Ehrenamtliche anbieten, die erste Kenntnisse der ukrainischen Sprache erwerben wollen. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Deshalb wollen wir dort schnell entsprechende Angebote machen und keine Zeit verlieren“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche.



















