Das Recklinghäuser Gedenkbuch. Opfer und Stätten der Herrschaft, der Verfolgung und des Widerstandes 1933 bis 1945

Das „Recklinghäuser Gedenkbuch“ spiegelt die Ergebnisse der jahrzehntelangen  Auseinandersetzung Recklinghäuser Bürgerinnen und Bürger mit der NS-Terrorherrschaft der Jahre 1933 bis 1945 wider. Es baut auf vielen Stadterkundungen, Ausstellungen, Publikationen und Stadtkarten auf. Im Zentrum stehen dabei Menschen, Bürgerinnen und Bürger, Nachbarn, Geschäftspartner, Repräsentanten des gesellschaftlichen Lebens in der Zeit der Demokratie, die aufgrund des Totalitätsanspruchs der nationalsozialistischen Herrschaft und seiner Ideologie Opfer von Diskriminierung, Diffamierung, beruflicher Benachteiligung bis hin zu Berufsverbot, Ausgrenzung, Inhaftierung wurden oder als Opfer der NS-Mordmaschinerie den Tod fanden.

Ihr Leben wurde schwer gezeichnet oder sogar ausgelöscht. Darüber hinaus sollten nach dem Willen der Täter auch ihre Identität und jede Erinnerung an sie, ihre Familien und ihre Geschichte ausgelöscht werden und somit der Vergessenheit anheimfallen. Dagegen setzen wir dieses Gedenkbuch der Erinnerung. Wir erinnern aber auch an Machtstrukturen, manipulative Beeinflussung, psychologische Herrschaftsmittel wie Fehlinformationen, systematische Propaganda bis hin zur brutalen Angsterzeugung, die Herrschaftssysteme stabilisieren können - damals wie heute.

 

1. Opferbuch - Biographische Daten und Lebensschicksale
In seinem ersten Teil erinnern wir an die Opfer, geben ihnen mit ihren Namen, Schicksalen, Fotos ihre Identität, ihr Gesicht zurück und versuchen, soweit dies aufgrund der Quellenlage möglich ist, ihren Lebensweg darzustellen. Aufgenommen wurden Menschen, die in Recklinghausen geboren wurden, hier arbeiteten oder für die in der Verfolgung Recklinghausen eine besondere Rolle spielte. Gemeinsam ist ihnen, dass das totalitäre und ideologisch ausgerichtete Herrschaftssystem sie persönlich, ihr Denken, Handeln oder ihre bloße Existenz gleichzuschalten, anzupassen oder gar zu ermorden trachtete. Gerade die Vielfalt ihrer Persönlichkeiten, ihrer Überzeugungen und ihrer Schicksale lassen empfinden, was die Missachtung von Menschenwürde und Menschenrechten durch eine totalitäre Gewaltherrschaft für die konkreten Lebenswege bedeutet. Zum Opferbuch

 

2. Stätten der Herrschaft, Verfolgung und des Widerstandes
Um ihre Schicksale zu verstehen und in unserer Stadt „verorten“ zu können, werden im zweiten Teil des Gedenkbuches exemplarisch Stätten der Herrschaft, der Verfolgung und des Widerstandes in unserer Stadt vorgestellt. Sie verknüpfen Strukturen und Methoden nationalsozialistischer Herrschaft in Recklinghausen mit konkreten Gebäuden oder Orten und verbinden sie mit menschlichen Schicksalen. Damit greifen wir die Tradition der Recklinghäuser „Alternativen Stadterkundungen“ des Vereins für Orts- und Heimatkunde und der Volkshochschule auf. Sie fand ihren Niederschlag bereits in der Ausstellung, der Publikation und dem Stadtplan „Wo Du gehst und stehst… Stätten der Verfolgung und des Widerstandes in Recklinghausen 1933 bis 1945“. Die in diesem Gedenkbuch veröffentlichten Aufsätze wurden thematisch erweitert. Die Vorgehensweise soll Schulen, Kirchengemeinden, Parteien, Gewerkschaften, andere Gruppen oder auch Einzelpersonen motivieren, eigene thematische „Erkundungen“ zu organisieren. Zu den Stätten der Herrschaft

 

3. Gedenkkultur in Recklinghausen
Viele Gruppen haben solche oder andere Erfahrungen und Zugangsweisen zur Erinnerung bereits praktiziert. Dies gilt insbesondere für die zahlreichen Initiativen Recklinghäuser Schulen. Lehrerkollegien, Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schulformen haben im Rahmen von Unterrichtsvorhaben, Projektwochen oder der Gestaltung der Gedenktage 9. November oder 27. Januar prägende Beiträge zur Recklinghäuser Gedenkkultur eingebracht. Der dritte Portalteil soll einen Einblick in dieses Engagement der jungen Generation geben. Ergänzt wird er durch einen knappen Überblick über Gedenktafeln, -orte und -veranstaltungen in Recklinghausen. Zur Gedenkkultur

 

Einladung zur Mitarbeit
Das Gedenkbuch ist nicht abgeschlossen. Zur Ergänzung, Korrektur und zur Weiterarbeit sind Bürgerinnen und Bürger, Schulen und andere Institutionen und gesellschaftliche Gruppen herzlich eingeladen. Für die weitere redaktionelle Arbeit und die Sicherstellung der Richtigkeit bei der Weiterentwicklung wurde ein fachliches Team beauftragt (Jürgen Pohl, Georg Möllers, Dr. Matthias Kordes, Stand: Mai 2015).

Selbstverständlich sind wir an Ergänzungen oder Korrekturen ebenso interessiert, wie an weiterführenden Informationen und Materialien (Fotos,  Dokumente etc.) interessiert. Bitte mailen Sie an: matthias.kordes@recklinghausen.de, juergen.pohl@recklinghausen.de

 

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