Aktuelles Recklinghausen

Zur Eröffnung sprechen Bürgermeister Axel Tschersich, Dr. Nico Anklam, der Direktor der Museen der Stadt Recklinghausen, Dr. Elena Agudio, Direktorin der Villa Romana in Florenz, sowie Mistura Allison, Kuratorin und Projektkoordinatorin der Villa Romana.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage nach dem Verhältnis von Oberfläche und Untergrund. Unter dem Titel „What Lies Below Is Another Above“ versammeln sich unterschiedliche künstlerische Positionen, die sich mit Landschaft, Erinnerung, Migration, Arbeit, Ökologie und verdrängten Geschichten beschäftigen. Die Arbeiten greifen unter anderem mündliche Überlieferungen und Archive, Rituale, Klang, Landwirtschaft und Industrie auf.
Dabei bildet das Ruhrgebiet einen wichtigen Bezugspunkt. Der Bergbau hat Landschaft, Städte und Lebensbedingungen der Region tief geprägt. Unterirdische Stollen und stillgelegte Infrastrukturen verweisen ebenso auf diese Geschichte wie auf Erfahrungen von Arbeit, Migration, Klassenkampf und gesellschaftlichem Wandel. Die Ausstellung verbindet diese Spuren mit künstlerischen Perspektiven aus verschiedenen geografischen, sprachlichen und politischen Kontexten.
Auch der Ausstellungsort selbst knüpft an das Thema an: Die Kunsthalle in Recklinghausen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem ehemaligen Luftschutzbunker. Damit trägt das Gebäude eine eigene Geschichte von Untergrund, Schutzraum und kultureller Neunutzung in sich.
Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Elena Agudio und Mistura Allison von der Villa Romana. Sie ist das zweite Kapitel des gemeinsamen Projekts „Mutual Presence“ der Villa Romana in Florenz und der Kunsthalle Recklinghausen. Das Austauschprojekt bringt zwei traditionsreiche Kunstpreise zusammen: den Villa-Romana-Preis, der seit 1905 vergeben wird, und den Recklinghäuser Kunstpreis „junger westen“, der 1948 als erster kommunaler Kunstpreis der Nachkriegszeit ins Leben gerufen wurde.
Den Auftakt von „Mutual Presence“ bildete die Ausstellung „Tales of Traces, Stones and Moonlight.“ in der Villa Romana in Florenz. Dort waren vom 6. Juni bis 31. Juli dieses Jahres Arbeiten der drei jüngsten Preisträger*innen des Kunstpreises „junger westen“ zu sehen.



















