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Titel
Rege Resonanz bei Süder Stadtteilkonferenz
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Bürgermeister Axel Tschersich eröffnet die Stadtteilkonferenz im Bürgerhaus Süd.
Einleitung
Mehr als 200 Bürger*innen haben am Dienstagabend, 17. März, die Gelegenheit genutzt, im Bürgerhaus Süd bei der ersten Stadtteilkonferenz mit der Verwaltungsspitze ins Gespräch zu kommen. An diesem Abend ging es insbesondere um Themen der Stadtteile Süd, Grullbad und König Ludwig.
Haupttext


Zunächst stellten Bürgermeister Axel Tschersich sowie die Dezernent*innen Silke Ehrbar-Wulfen, Dr. Sebastian Sanders, Christina Kutschaty und Axel Fritz sich und ihre Aufgabenbereiche vor und bezogen sich dabei gezielt auf bereits erfolgte sowie geplante Maßnahmen zur Entwicklung der drei Stadtteile. 

Im Anschluss war Zeit für Fragen aus dem Plenum. Bestimmende Themen: Die Nahversorgung in Süd nach der Standortverlegung des Rewe-Marktes, die „Trinkerszene“ auf dem Neumarkt, der schlechte Zustand der Bochumer Straße sowie Sicherheit und Ordnung. Diese und andere Themen wurden später in persönlichen Gesprächen mit dem Bürgermeister und den Dezernent*innen vertieft.

Die Verwaltungsspitze nahm Kritik und Anregungen auf und bezog zu vielen Punkten direkt Stellung. „Es ist wichtig und richtig, dass Bürgerinnen und Bürger kritische Fragen stellen und Probleme benennen“, sagte Bürgermeister Axel Tschersich, appellierte aber zugleich, nicht nur das Negative zu sehen, sondern bei aller berechtigten Kritik das eigene Viertel nicht schlecht zu reden. „Unsere Stadtteile haben bei allen Problemen, die es gibt, Qualitäten, tolle Ecken und Potentiale. Auch die sollten wir sehen und gemeinsam stärken.“

Neben Kritik gab es auch Applaus für Aussagen des Verwaltungsvorstands zu Bauprojekten wie der Sanierung des Südbads. Das Angebot der Verwaltung zum direkten Austausch vor Ort wurde von vielen Bürger*innen ausdrücklich gelobt. Die allermeisten der genannten Kritikpunkte sind der Stadtverwaltung bekannt. Bezogen auf marode Straßen sagte Axel Fritz, der unter anderem für diesen Bereich zuständige Dezernent: „Wir wünschen uns alle mehr Tempo, aber in vielen Fällen liegt es nicht an der Stadt, wenn Straßen nicht zeitnah saniert werden.“ Im Falle der maroden Bochumer Straße ist dies bekanntermaßen das Langzeitprojekt Autobahn 43, das die Bochumer Straße zur Umleitungsroute für Lkw gemacht und massive Straßenschäden verursacht hat. Vielfach müssen erst Sanierungsarbeiten an Rohren und Kabeln durch Versorgungsunternehmen erfolgen. „Es hilft schließlich niemandem, wenn wir eine Straße sanieren, die dann ein Jahr später wieder aufgerissen wird. Das ist ein ständiger Abstimmungsprozess“, sagte Axel Fritz. Und über allem schwebt die angespannte Finanzlage in Recklinghausen und den Städten der Region. 

Gleichwohl gab und gibt es eine Vielzahl von Projekten, mit denen Problemen vor Ort begegnet wird. So konnte Sozial- und Schuldezernent Dr. Sebastian Sanders auf mehr als 100 Maßnahmen zur Gebäudesanierung durch die städtische Wohnungsgesellschaft in den vergangenen Jahren verweisen, bei denen mehr als 80 Prozent geförderter Wohnraum entstanden ist. Außerdem verwies er auf erfolgte und geplante Sanierungsmaßnahmen an Schulen, insbesondere das geplante neue Schulzentrum an der Kölner Straße. 

Die Erste Beigeordnete und Stadtkämmerin Silke Ehrbar-Wulfen sowie die Technische Beigeordnete Christina Kutschaty hoben unter anderem die Bedeutung und die Potenziale des Bürgerhauses Süd hervor. Es ist bekanntlich gelungen, die Gastronomie nach Jahren des Leerstands wieder zu beleben. Gerade deshalb könnte das Bürgerhaus neben allen kulturellen Veranstaltungen, die dort stattfinden, wieder mehr zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens werden. 

Bürgermeister Axel Tschersich betonte, dass bei der Lösung vieler Probleme vor allem auch das Engagement von Unternehmen, Immobilienbesitzer*innen sowie der Bürger*innen im jeweiligen Viertel gefragt ist. So konnte er einem Bürger, der sich ein neues Lebensmittelgeschäft in Neumarktnähe wünscht, zumindest Hoffnung machen, denn es gebe aktuell positive Signale eines Investors. Auf Kritik am Wochenmarkt sagte der Verwaltungschef: „Wir alle bestimmen mit unserem Einkaufsverhalten, ob sich Geschäfte für die Betreiber lohnen, oder nicht.“ Und zur Kritik an Dreck-Ecken, zugeparkten Gehwegen, Raserei und Hundehaufen appellierte er: „Sprechen Sie die Verursacher an, informieren Sie das Ordnungsamt oder die Polizei. Wir müssen wieder mehr dahin kommen, dass geltende Regeln auch eingehalten werden. Das Ordnungsamt kann aber nicht überall sein. Daher braucht es auch engagierte Bürgerinnen und Bürger.“ Silke-Ehrbar-Wulfen, die unter anderem für das Ordnungsamt zuständig ist, kündigte Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes zukünftig auch in Zivil an. Zur vielkritisierten „Trinkerszene“ sagte der Verwaltungschef: „Durch Verbote und Kontrollen lassen sich diese Probleme nicht lösen, sondern nur verlagern.“ Gleichwohl ist die Verbesserung der Lage auf dem Süder Markt erklärtes Ziel der Stadtverwaltung. 

Stadtteilkonferenzen, in denen gemeinsam mit Bürger*innen Projekte sowie aktuelle Problemlagen besprochen werden, sind ein Wahlversprechen des Bürgermeisters Axel Tschersich. Dem Abend im Bürgerhaus Süd werden in den kommenden Monaten nach und nach Zusammenkünfte in den übrigen Stadtteilen folgen. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Pressefoto: Bürgermeister Axel Tschersich eröffnet die Stadtteilkonferenz im Bürgerhaus Süd. Foto: Stadt RE

Datum
18.03.2026


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