Max-Born-Berufskolleg

Das Thema „Verfolgung und Widerstand in der Nazi-Diktatur" ist seit Jahrzehnten Inhalt schulischer Lehrpläne, so natürlich auch am Max-Born-Berufskolleg. Seit ca. 20 Jahren gibt es jedoch an unserer Schule das Bestreben, das Thema aus der vorwiegend historischen Dimension herauszuholen und zu aktualisieren unter den Aspekten Einsatz gegen Rechtsradikalismus und Rassismus - aktives Eintreten für die Werte des Grundgesetzes. Nicht zuletzt bedeutet die Verleihung des Status einer Europaschule auch die Verpflichtung, sich für Menschenwürde und Menschenrechte einzusetzen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit können wir auf folgende Aktivitäten in den letzen 20 Jahren verweisen:

1. Lesung mit Serdar Somuncu aus Hitlers „Mein Kampf" Ende der 90er Jahre

Der Kabarettist S. Somuncu zeigt in einer szenischen Lesung vor Schülerinnen und Schülern die Widersprüche, Absurditäten und Absonderlichkeiten in „Mein Kampf" auf und lädt zur Diskussion ein.

2. Rhythm Against Fascism-Musikfestivals, 2002 - 2006: Aktive und ehemalige Schüler/innen

organisieren gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern einen Bandwettbewerb zur Unterstützung von Aktivitäten gegen Neo-Nazismus und Rassismus.

3. Jörg Fischer-Aharon, 2009 Referent bei Maurern und Isolierern

Unterstützt vom DGB zeigt ein ehemaliger Neo-Nazi auf, wie er in die rechtsradikale Szene geriet, sich unter anderem aufgrund seiner homosexuellen Orientierung von ihr löste und stellt sich der Diskussion mit den Schülern.

4. Jährliche Fahrten zur historisch-politischen Bildung nach Auschwitz/Krakau mit der jeweiligen Maurer-/Isolierer-Oberstufe seit 2011

Auf Anregung und mit Unterstützung der IG Bauen, Agrar, Umwelt fahren die Oberstufen für eine knappe Woche nach Polen, um durch den Besuch des NS-Vernichtungslagers Auschwitz und der Erkundung der Spuren jüdischen Lebens in Krakau sensibilisiert zu werden für die aus deutscher Geschichte resultierende Verantwortung, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus und Intoleranz einzutreten.

5. KLP - Keine leichten Pakete, 2012/13

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Jerusalem beschäftigt sich eine FOS 13-Klasse mit Büchern, die deutsche Flüchtlinge jüdischen Glaubens nach 1933 mit nach Palästina genommen haben.

6. Sally Perel liest vor der Schulöffentlichkeit, 2012 und 2013

Die unter dem Titel „Hitlerjunge Salomon" auch verfilmte (Über-)Lebensgeschichte Sally Perels wird vom Autor selbst vorgestellt, kommentiert und genutzt, um mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen und auf Fragen zu antworten.

7. Fotodokumentation „Jüdische Friedhöfe", 2013/14

Eine Klasse des Bildungsgangs FHR/Ass. fotografiert jüdische Friedhöfe in Recklinghausen und im Ruhrgebiet in Vorbereitung der Teilnahme an einem Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung und dokumentiert ihre Ergebnisse im Rahmen einer schulischen Projektwoche.

8. Leslie Schwartz bei der Maurer- und Isolierer-Unterstufe, 2013

Der 1930 in Ungarn geborene Zeitzeuge schildert unter anderem seine Flucht aus einem Güterzug („Todeszug von Poing"), der am Kriegsende Häftlinge aus dem KZ Dachau in das Vernichtungslager Auschwitz bringen soll.

9. Gemeinsames und Trennendes der drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam, 2014

Im Rahmen der schulischen Projektwoche bereiten die Mittelstufen der Maurer und Isolierer ihre Fahrt nach Auschwitz und Krakau in der Oberstufe unter anderem durch Besuche in einer evangelischen Kirche, einer Synagoge und einer Moschee vor.

10. Ausstellung „Spurensuche - Die Todesmärsche in den Dokumenten des International Tracing Service" vom 12.01.2015 bis 12.02.2015

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Recklinghausen und dem Internationalen Suchdienst in Arolsen zeigt das Max-Born-Berufskolleg eine Dokumentation zu den von der SS betriebenen Zwangsevakuierungen der KZ kurz vor Ende des 2. Weltkriegs.

11. Fahrt der Maurer-Isolierer-Oberstufen nach Auschwitz-Krakau vom 20.08.2015 bis 25.08.2015

Die Dokumentation der Fahrt unter dem Titel „Wir leben mit den Enkeln der Mörder"
finden Sie hier.

12. Holocaust Gedenktag am 27. Januar 2016

Anlässlich des diesjährigen nationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus beauftragte die Stadt Recklinghausen durch den „Arbeitskreis Toleranz und Zivilcourage“ das Max-Born-Berufskolleg, den Gedenktag zu gestalten. Schulleiter Dr. Lorenz Schultes-Bannert präsentierte zur Begrüßung einen Koffer, dessen Geschichte er sogleich erzählte: Er gehörte einst dem Physiker Max Born, der genau mit diesem Koffer im Jahre 1933 vor den Nationalsozialisten nach England flüchtete.
Dann trug Dominik Küster aus der Maurer-Oberstufe den Text „Was passierte mit den Nazis nach 1945?" aus der Auschwitz-Krakau-Dokumentation 2015 vor.
Einige Arbeitsergebnisse zum Thema Rassismus präsentierten Schüler aus der A1E und A1M1. Ausgangspunkt für dieses Projekt war die Geschichte des FC Schalke 04 während des Nationalsozialismus und dessen Vergangenheitsbewältigung. Ausgehend von einem Folder mit verbotenen, rechtsextremistischen Symbolen entwarfen Arbeitsgruppen weitere mit diversen Themen, die stets die Vergangenheitsbewältigung, aber nicht nur den Fußball zum Gegenstand hatten. Zusätzlich zu diesem Projekt stellte Nessi Neeb ihr Gewinner-T-Shirt aus einem Wettbewerb zum Thema Rassismus und Fußball vor, welches im letzten Jahr durch Gerald Asamoah ausgezeichnet wurde. Sie kommentierte ihre entworfene gesichtslose Silhouette von Fans damit, dass sie weder Herkunft noch Religion noch Geschlecht sichtbar machen wollte.

13. Fahrt der Maurer-Isolierer-Oberstufen nach Auschwitz-Krakau vom 08.09.2016 bis 13.09.2016

Dokumentation der Fahrt unter dem Titel „Am Ende kommen Touristen"

14. Vorstellung des Konzepts, 2016

Vorstellung des Konzeptes der Schule zum Thema „Gedenkstätten-Fahrten" bei einer Tagung der Stiftung „Erinnern Ermöglichen" in der DASA/Dortmund am 19.11.2016

15. Übergabe einer Spende, 2016

Übergabe einer Spende der Teilnehmer der Auschwitz-Krakau-Fahrt 2016 an Dr. Gutkin von der jüdischen Gemeinde Recklinghausen und Bürgermeister Christoph Tesche als Beitrag zur Finanzierung des „Stolpersteins" für die Familie Menschenfreund.

16. Anti-Rassismus-Projekte am Max Born Berufskolleg: „Zwischen Schwarz und Weiß liegt Grau“
S
eit 2015 bildet jährlich ein Anti-Rassismus-Projekt in Kooperation mit der Schalker-Fan-Initiative e.V. einen Schwerpunkt einiger Klassen der Jahrgangstufe 11 während der Projektwoche. Der Vereins- sowie der Verbandsfußball soll dabei als Anknüp-fungspunkt dienen. Ausgehend von diesem Beispiel soll deutlich werden, wie Institu-tionen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit heute umgehen. Im Focus ste-hen aber auch gegenwärtige Maßnahmen zur Abwehr rassistischer Tendenzen, vor allem in Fußballstadien. Der Fußball bildet hier jedoch nur den Ausgangspunkt, ins-gesamt werden verschiedene Themen bearbeitet, die die Vergangenheitsbewältigung und die Auseinandersetzung mit Rassismus thematisieren. Dazu werden ver-schiedene Medien erstellt, die Anregungen zum Weiterlesen und Nachdenken liefern - und sie können nach der Projektwoche auch mitgenommen werden!
Fahrt der Maurer-Isolierer-Oberstufen nach Auschwitz-Krakau vom 07.09.2017 bis 12.09.2017
Dokumentation der Fahrt unter dem Titel „6 Millionen Menschen - Jeder hatte einen Namen" (einzusehen auf der Homepage unserer Schule unter https://www.max-born-berufskolleg.de/schuelerprojekte/ausschwitz-fahrten/)

(Oliver Grenz, Jochen Lütgens, Berthold Sprenger)

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