Käthe-Kollwitz-Schule

Holocaust Gedenktag am 27. Januar 2015
Mit einer Vielfalt an Projekten und Aktivitäten gestalteten die Schülerschaft und das Kollegium der Käthe-Kollwitz-Schule im Januar 2015 den Holocaust-Gedenktag. Im Rahmen einer Gedenkstunde mit dem Bürgermeister Christoph Tesche, Vertretern aller Parteien und Partner der Schule sowie weiteren geladenen Gästen aus Schulgemeinde und interessierter Öffentlichkeit wurden das Leid, die Vertreibung, die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in einer bewegenden Ausstellung in Erinnerung gerufen.

Die Aula der Schule wurde nach dem Konzept und in Zusammenarbeit mit der Recklinghäuser Künstlerin SARIDI. zu einem stimmungsvollen Ausstellungsraum.

Ein Familienporträt

Ein Familienporträt, das die Familien Hirsch und Heimberg zeigt (Fotostudio Scheideler / von Jeremias H. Vondrlik (Atelier für Kunstrealisation) für die Ausstellung auf 3x4 m vergrößert), bildete einen zentralen Punkt der Ausstellung.

Das im Keller der KKS eingelagerte Archiv des ehemaligen Recklinghäuser Fotostudios Scheideler ermöglichte eine enge Anbindung des Holocaust Gedenktages an den Stadtteil RE-Süd und seine jüdischen Mitbürger. Unter der fachkundigen Anleitung des Historikers Klaus Weberskirch fanden die Schülerinnen und Schüler hier zahlreiche Fotos, Porträts, Kinder- und Familienbilder von jüdischen Bürgern ab 1920, die fast alle im Holocaust von hier geflüchtet sind oder vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Nur wenige haben überlebt und sind nach dem Krieg hierher zurückgekehrt.

Porträt -  und Familienfotos von sechs jüdischen Familien aus RE-Süd wurden für die Ausstellung herausgesucht. Die dokumentierten Schicksale dieser sechs Familien, die alle an der Bochumer Straße wohnten, spiegeln die ganze Brutalität und Grausamkeit der Verfolgung und machen besonders betroffen, weil die Wohn- und Lebensorte dieser Menschen „uns“ so nah sind: Die meisten ehemaligen Wohnhäuser der jüdischen Bürger stehen heute noch und die Opfer der Verfolgung lebten als Nachbarn im „vertrauten“ Stadtteil.

Der Aufschrei „Ich bin doch Süder!“ (Bilderfolge auf einem Laptop) macht da das berechtigte Unverständnis deutlich, und die Enge im „Judenhaus“  in der Bochumer Str. 100 wurde eindrucksvoll in einer Auflistung dorthin „umgesiedelter“ Juden dokumentiert.

Besonders aktiv eingebunden in die Projekte des Gedenktages waren die Jahrgangsvertreter der Schülerschaft. Jeweils zwei Vertreter aus allen Jahrgängen der KKS haben die Gäste der Gedenkveranstaltung und in den folgenden Tagen auch alle Klassen der Schule über die oft erschütternden Schicksale der jüdischen Bürger des Stadtteils informiert. Dazu wurde von der SV auch ein Film gedreht und gezeigt: Unter dem Motto „Vielfalt und Gemeinschaft – das sind wir“ bekennen sich die gewählten Vertreter der Schülerschaft der Käthe-Kollwitz-Schule mit Stolz zu einem harmonischen Miteinander der 850 Schülerinnen und Schüler, die  aus 36 unterschiedlichen Nationen stammen. Diesen Film sowie eine bewegende Dokumentation über das Leben der Anne Frank konnten alle in den folgenden Tagen sehen.

Der fünfte Jahrgang beschäftigte sich an mehreren Stationen mit dem Leben der Anne Frank. So konnten alle Beteiligten in einem nachgebildeten und liebevoll zeitgenössisch ausgestatteten Raum das Versteck im Hinterhaus erkunden, während sie in einem Modell das ganze Haus nachbauten. Im Rollenspiel wurden Enge des Raumes und Angst vor Entdeckung unmittelbar nacherlebt, denn es gab neben der zeitgenössischen Ausstattung hinter einem beweglichen Regal auch ein geheimes Versteck.

Der sechste Jahrgang erstellte gemeinsam ein Kunstwerk zur Verständigung zwischen den Völkern und Kulturen, Jede und Jeder gestaltete dazu ein Teilstück des Gesamtkunstwerks. Es schmückt nun die Eingangshalle der Schule.

Käthe-Kollwitz SchuleWilli Westhues, bekannter Süder Historiker, erzählte dem neunten Jahrgang aus der Geschichte des Stadtteils und führte seine Zuhörer über die Bochumer Straße zu geschichtsträchtigen Orten im Stadtteil. Auch hier wurden wieder die Einzelschicksale der Süder Mitbürger deutlich, die das alles überspannende Bindeglied dieses Projekttages ausmachten.

So beschäftigten sich dann auch die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe mit literarischen und filmischen Aufarbeitungen, die bewegende Einzelschicksale verfolgter Mitbürgerinnen und Mitbürger in diesem Abschnitt der deutschen Geschichte zum Thema haben.

Um aber auch unsere heutige Verantwortung für den Einzelnen in unserer Gesellschaft ins Bewusstsein zu rufen, erstellte der zehnte Jahrgang Friedenszeichen und entsandte sie symbolträchtig mit Ballons in die Welt.

Insgesamt hinterließ der Holocaust-Gedenktag 2015 an der Käthe-Kollwitz-Schule bei allen Beteiligten eine bleibende und tiefwurzelnde Erinnerung.

Text: M. Marks und K. Beer / Fotos: W. Hübner, SARIDI

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