Die Ausrichtung dieses Gedenktages wechselt jährlich zwischen verschiedenen Schulen;
2026 übernahm die Borchert-Gesamtschule diese verantwortungsvolle Aufgabe.
Bereits im Dezember hatten drei intensive Projekttage zur Vorbereitung des Gedenktages stattgefunden. Ziel war es, Erinnerungskultur nicht nur als historischen Rückblick, sondern als gegenwartsbezogene und zukunftsorientierte Verantwortung erfahrbar zu machen.
Unter der Leitüberschrift
„Nie wieder ist jetzt – Verantwortung in unserer Zeit: Erinnern an den Holocaust und die Verpflichtung für dich, für mich, für alle“ setzten sich alle Klassen und Jahrgänge mit unterschiedlichen Aspekten der nationalsozialistischen Verbrechen, der lokalen Geschichte sowie der Bedeutung des Erinnerns für unsere heutige Gesellschaft auseinander.
Unterstützt wurde die Schule dabei von insgesamt 28 externen Partnerinnen und Partnern, darunter Museen, Zeitzeuginnen, Referentinnen und Referenten sowie weitere Institutionen, die gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern arbeiteten.
Aufgrund der großen Wirkung und der durchweg positiven Resonanz soll dieses Projekt künftig wiederholt werden.
Der Gedenktag selbst begann mit einer offiziellen Zeremonie in der Mensa der Schule.
Der Schulchor eröffnete die Veranstaltung musikalisch und schuf eine würdige und eindrucksvolle Atmosphäre. Ein besonderes Highlight stellte ein Theaterprojekt dar, in dem Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgänge die Ereignisse rund um die Novemberpogromnacht in Recklinghausen szenisch darstellten. Darüber hinaus wurde ein Video des Q2-Projektkurses „Erinnerungskultur“ gezeigt, in dem die Jugendlichen ihre persönlichen Eindrücke und Gefühle im Zusammenhang mit der im September 2025 aufgesuchten Gedenkstätte „Buchenwald“ zum Ausdruck brachten.
Es folgten bewegende Redebeiträge des Bürgermeisters, des Schulleiters, der Schulsprecherin sowie des Kantors der jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen. Besonders hervorzuheben war die Rede der Schulsprecherin, die mit klaren Worten, persönlicher Haltung und einem eindringlichen Appell an Verantwortung und Zivilcourage viele Zuhörende tief beeindruckte.
Den Abschluss der Zeremonie bildete ein gemeinsames Gebet der Superintendentin und des Kantors.
Im Anschluss an die offizielle Veranstaltung hatten die Gäste die Möglichkeit, eine Kunstausstellung sowie die Ausstellung der während der Projekttage entstandenen Arbeiten zu besuchen. Die vielfältigen Ergebnisse der intensiven Auseinandersetzung machten deutlich, wie engagiert und reflektiert sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, und luden zu Gesprächen und weiterem Nachdenken ein.
Zu den Gästen zählten unter anderem der Bürgermeister, die Polizeipräsidentin, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Recklinghausen, Schülerinnen und Schüler der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule sowie anderer Schulen, die Initiative „Omas gegen Rechts“ und zahlreiche externe Partnerinnen und Partner, die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt waren.
Ein besonderer Dank gilt den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern, ohne die die Projekttage und der Gedenktag in dieser Form nicht möglich gewesen wären. Dazu zählen unter anderem die TalentTage Ruhr, die Volksbank Marl-Recklinghausen, die Sparkasse Vest Recklinghausen, der Elektrobetrieb HillTech, Rotary-Club Datteln-Lippe, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Stadt Recklinghausen, die Gemeinschaftspraxis von Herrn Dr. Kollecker und Frau Dr. Eickmann sowie die Sachspenden vom Hornbach Datteln und Bauhaus Dortmund.
Der Holocaust-Gedenktag an der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule war ein zutiefst berührender Tag mit vielen eindrucksvollen Momenten. Er wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben und setzte ein starkes Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und demokratische Werte – heute und in Zukunft.
Ein weiterer Höhepunkt war die Ausstellung der in den Projekttagen entstandenen Arbeiten, die in der St.-Peter-Kirche in Recklinghausen präsentiert wurde und dort zahlreiche Besucherinnen und Besucher zum Innehalten und Nachdenken einlud.
Johanna Wand-Greve