
Vor allem für Ältere, Kinder, chronisch Kranke oder Schwangere ist Hitze ein ernstes Gesundheitsrisiko. Den Folgen des Klimawandels begegnet die Stadtverwaltung Recklinghausen mit einer Reihe von Maßnahmen.
Einige Projekte zum Schutz vor Hitze sind bereits initiiert. Weitere Maßnahmen zur Anpassung des Stadtgebiets an den Klimawandel treibt die Stadt voran – dazu zählt vor allem die Entsiegelung von Flächen.
Die Hitze der vergangenen Tage und Nächte hat verdeutlicht, wie wichtig es ist, auf Menschen zu achten, die Unterstützung benötigen. Oft genügt schon ein kurzer Anruf oder ein Besuch bei Nahestehenden, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist oder ob Hilfe benötigt wird. Die wohl wichtigste Verhaltensregel bei großer Hitze: ausreichend trinken, übermäßige körperliche Anstrengung vermeiden.
Trinkwasserbrunnen und Fontänenfelder
Im Stadtgebiet gibt es mittlerweile sechs öffentliche Trinkwasserbrunnen. Dort können Bürger*innen sich jederzeit mit kostenlosem Trinkwasser erfrischen.
Die Brunnen befinden sich an folgenden Orten:
Altstadtmarkt
Löhrhofplatz
Sterngasse
Neumarkt
Marienkirche (Sedanstraße 27)
Gelsenwasser Betriebsdirektion (Herner Straße 46)
Künftig sollen jedes Jahr ein bis zwei weitere Trinkwasserbrunnen hinzukommen.
Eine Erfrischung an heißen Tagen bieten auch Fontänenfelder, die es in Recklinghausen auf dem Altstadtmarkt sowie auf dem Süder Neumarkt gibt. Das Fontänenfeld am Altstadtmarkt ist aufgrund eines Defekts der Steuerungstechnik derzeit allerdings außer Betrieb. Die Inbetriebnahme ist nach Lieferung und Einbau eines Ersatzteils voraussichtlich Ende Juli möglich.
Öffentliches Trinkwasserangebot
Auch in Recklinghausen bieten im Rahmen des bundesweiten Projekts „Refill“ viele Geschäfte, Gastronomie-Betriebe oder Einrichtungen die Möglichkeit, ein mitgebrachtes Trinkgefäß (Flasche, Becher, Glas etc.) kostenfrei mit Leitungswasser aufzufüllen.
Eine Übersicht bietet eine interaktive Karte des Kreisverbandes Recklinghausen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK):
https://www.kv-recklinghausen.drk.de/start/gut-zu-wissen/refill-stationen.html
Hitzetelefon für Senior*innen
Ein Projekt, das gerade Senior*innen an heißen Tagen schützen soll, ist das sogenannte Hitzetelefon. Gemeinsam mit dem Seniorenbeirat und dem DRK unterstützt die Stadt Recklinghausen das neue Angebot. Registrierte Senior*innen erhalten bei angekündigten Hitzewarnungen einen Anruf mit wichtigen Verhaltenstipps für heiße Tage. Das kostenfreie Angebot richtet sich insbesondere an alleinlebende ältere Menschen.
Aus Datenschutzgründen erfolgt eine Kontaktaufnahme jedoch ausschließlich nach vorheriger Einwilligung. Interessierte Bürger*innen können sich telefonisch oder schriftlich anmelden:
Kontakt Hitzetelefon: ak.soziales.re[at]gmail.com; Tel. 01525-3070436
Kühle Orte
Wer aufgeheizten Räumen entfliehen möchte, findet in Recklinghausen zahlreiche kühle Rückzugsorte. Dazu gehören beispielsweise:
Langfristig für ein klimaangepasstes Recklinghausen
Neben den Angeboten zur Abkühlung an heißen Tagen arbeitet die Stadt Recklinghausen daran, die Folgen zunehmender Hitze dauerhaft zu mindern und die Lebensqualität im Stadtgebiet zu verbessern.
Ein Schwerpunkt ist die Entsiegelung und Begrünung von Flächen. Im Rahmen des Projekts KRiS (Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft) setzt die Stadt Maßnahmen um, damit Regenwasser besser vor Ort versickern kann, sich versiegelte Flächen weniger stark aufheizen und sich das Stadtklima nachhaltig verbessert. Ein aktuelles Beispiel ist der Endausbau Paulusangers sowie die klimaangepasste Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Parkplatzes, die im Frühjahr 2027 startet.
Außerdem lässt die Stadt derzeit untersuchen, welche versiegelten Flächen sich für eine Entsiegelung und Begrünung eignen. Die Analyse soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein und liefert die Grundlage für weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung in den kommenden Jahren. Kleinere Maßnahmen, wie beispielsweise die Entsiegelung und Begrünung der Mittelinsel am Grafenwall, wurden bereits durchgeführt.
Mit diesen und weiteren Projekten macht die Stadt Recklinghausen öffentliche Räume Schritt für Schritt widerstandsfähiger gegen zunehmende Hitze und bereitet das Stadtgebiet auf die Folgen des Klimawandels vor.
Allgemeine Hitzeschutztipps
Bereits mit wenigen Verhaltensregeln lässt sich die Belastung durch hohe Temperaturen individuell deutlich reduzieren:
Regelmäßig Wasser trinken – auch wenn gerade kein Durstgefühl verspürt wird.
Körperliche Anstrengungen in der Mittagshitze vermeiden, Aktivitäten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
Wohnräume tagsüber geschlossen halten und verschattet. Die beste Zeit zum Lüften ist in den frühen Morgenstunden oder nachts.
Leichte, helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung tragen.
Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
Ganz besonders auf ältere Angehörige, Nachbarn oder andere Menschen achten, die Unterstützung benötigen.
Weitere Informationen der Stadtverwaltung zum Thema Klimaanpassung gibt es auf der städtischen Homepage:
Fotorechte: Stadt RE