Newsletter Wirtschaftsförderung Recklinghausen

Bild
Handwerkskammerpräsident Hans Hundt, Regierungspräsidentin Dorothee Feller mit Jürgen Hegering, der für seine Tischlerei die Auszeichnung „Hand.Werk.Frau“ entgegennahm. (Foto Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe)
Titel
Auszeichnung Hand.Werk.Frau. Zukunft mit Fachfrauen
Datum
05.12.2019
Einleitung
Die Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Münster, Dorothee Feller, und der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund, ehrten Anfang November auch mehrere Unternehmen aus Recklinghausen und Herten.
Nachricht

 

Aus Recklinghausen stammen gleich drei ausgezeichnete Betriebe, die Tischlerei Hegering, die Schreinerei Wachs sowie der Sanitärbetrieb Krogmann & Schüssler GmbH & Co. KG.

Bei Jürgen Hegering bewerben sich Azubis durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Er kann sich die Auszubildenden (noch) aussuchen. Zudem beteiligt er sich am Girls` und Boys` Day, an Schulpraktika und Berufsfelderkundungen. Herr Hegering bildet seit 20 Jahren Frauen aus.

Die Fa. Krogmann & Schüssler bildet zum zweiten Mal eine Frau als Gas- und Wasserinstallateurin aus. Die Frauen, die im Betrieb arbeiten, „dürfen nicht so zart besaitet sein, jedoch hat sich durch die Zusammenarbeit mit Frauen das Miteinander entspannt und der Umgangston ist freundlicher geworden.“

Die Fa. Wachs ist Elternzeitler/-innen gegenüber aufgeschlossen. Bei gegenseitiger Absprache stehen Frau und Herr Wachs dem Thema offen gegenüber. Derzeit ist ein Meister in Elternzeit. Der gleiche Mitarbeiter hat bereits vor zwei Jahren Elternzeit genommen.

Martin Vagelpohl aus Herten hat seit Jahren immer wieder eine weibliche Auszubildende: „und das wird auch so bleiben.“ Die Zusammenarbeit mit Frauen empfindet er entspannt, die Frauen sind sehr zuverlässig. Die bessere Feinmotorik von Frauen sei für die betriebliche Praxis immanent wichtig. Die meisten verlassen seine Tischlerei, um das Studium der Architektur aufzunehmen.

 

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die eine Größe von zwei bis 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben, erfüllen Kriterien in vier Bereichen: Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung, Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Unternehmenskultur.

 

Bei der Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung setzen viele KMU noch auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Einige KMU haben Kooperationen mit Schulen, um Auszubildende zu gewinnen. Zudem beteiligen sich alle am Girls` und Boys` Day, an Schulpraktika und Berufsfelderkundungen. Die sozialen Medien nutzen bisher nur wenige.

 

Gezielte Personalbindung und -entwicklung forcieren die meist größeren KMU durch Angebot eines dualen Studiums und Auslandsaufenthalten während der Ausbildung. Zudem ist es üblich, den Mitarbeitenden „Goodies“ wie z.B. die private Nutzung des Firmenwagens oder des Smartphones zu gewähren. Beim Kriterium der Arbeitszeit und Arbeitsorganisation gewähren alle KMU den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern flexible Arbeitszeitmodelle wie z.B. Gleitzeit und Teilzeit, um Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen. In diesem Punkt unterstützen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenseitig und helfen bei Engpässen aus. Das Kriterium der Unternehmenskultur äußert sich bei allen darin, dass der Betrieb darin bestrebt ist, das Miteinander angenehm zu gestalten. Frauen tragen zu einem angenehmen Klima bei, bei dem der Umgangston unter den Mitarbeitenden freundschaftlicher ist.

 

„Hand.Werk.Frau. Zukunft mit Fachfrauen“ wird vom Arbeitskreis Hand.Werk.Frau. verliehen, der Anfang 2017 vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe initiiert wurde. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Recklinghausen, den drei Kreishandwerkerschaften, Emscher-Lippe-West, Herne und Castrop-Rauxel sowie Recklinghausen, der Handwerkskammer Münster, die Regionalagentur Emscher-Lippe-Region, Tischler NRW und der Vestischen Innung des Kfz-Gewerbes hat das Kompetenzzentrum diese Auszeichnung entwickelt und die ausgezeichneten Unternehmen ausgewählt. Ziel ist es, eine Attraktivierung der Außendarstellung des Handwerks durch die Auszeichnung Hand.Werk.Frau Zukunft mit Fachfrauen voranzutreiben, um mehr Frauen für das Handwerk zu gewinnen. In Emscher-Lippe ist der Nachholbedarf bei der wirtschaftlichen Erneuerung und Entwicklung erheblich. Zudem erleben die Betriebe bereits einen Rückgang von Bewerbungen aufgrund der demografischen Veränderungen.

 

Bewerbungen für 2020:

Für die Auszeichnung können sich weitere frauenfreundliche Betriebe laufend beim Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe bewerben oder sie können vorgeschlagen werden. Nehmen Sie Kontakt auf: Beate Molsich, 02305 92 150 27, competentia.molsich@zfbt.de

 

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