
Damit ist den Bürgerinnen und Bürgern in beiden Städten die Möglichkeit genommen worden, selbst über eine wichtige Zukunftsfrage unserer Region zu entscheiden“, erklärte Bürgermeister Axel Tschersich am Donnerstag, 29. Januar, einen Tag nach der Entscheidung in der Nachbarstadt.
Der Rat der Stadt Recklinghausen hatte sich bereits in einer Sondersitzung am 19. Januar einstimmig für einen Bürgerentscheid ausgesprochen. „Der Kommunalpolitik in Recklinghausen war es wichtig, eine so weitreichende Entscheidung gemeinsam mit den Menschen zu treffen und ihnen eine klare Stimme zu geben. Dieses Signal der Bürgerbeteiligung war für uns ein zentraler Bestandteil des gesamten Prozesses. Deshalb habe ich in der Ratssitzung auch offensiv dafür geworben, für den Bürgerentscheid zu stimmen. Demokratische Beteiligung und Transparenz sind zentrale Werte unserer kommunalen Arbeit. Bei Themen solcher Tragweite ist ein Bürgerentscheid das geeignete Mittel. Dafür werde ich mich auch künftig einsetzen“, sagte Axel Tschersich.
Die Entscheidung des Hertener Rates hat nun zur Folge, dass auch Recklinghausen nicht weiter Teil der gemeinsamen Bewerbung für Olympische Spiele in der Region Rhein/Ruhr sein kann. „Das ist bedauerlich. Insbesondere vor dem Hintergrund des großen Engagements und der intensiven Vorarbeiten auf kommunaler Ebene. Unsere Verwaltung stand bis gestern in den Startlöchern. Das gilt für den Bereich Bürgerangelegenheiten, der den Bürgerentscheid organisiert hätte, aber auch für unsere Abteilung Stadtmarketing, den Fachbereich Bildung und Sport sowie die Pressestelle, die die Kampagne des Landes mit lokalen Aktivitäten unterstützt hätten“, stellte Tschersich klar.
Der Bürgermeister verwies darauf, dass allein der landesweite Marketingauftritt für die Bürgerentscheide in den 17 beteiligten Städten viel Aufmerksamkeit auf die Halde Hoheward als Austragungsort der Mountainbikewettbewerbe sowie die Städte Recklinghausen und Herten gelenkt hätte. „Angesichts der angespannten Haushaltslage behalten wir auch in Recklinghausen die Kosten im Blick. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass das Geld für den Bürgerentscheid in vielerlei Hinsicht gut angelegt gewesen wäre“, erklärte Tschersich.
Den anderen Städten der Region, die sich nun ohne Recklinghausen und Herten zunächst auf nationaler Ebene um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben, wünschte der Bürgermeister viel Erfolg: „Natürlich werde ich bei allen sich bietenden Gelegenheiten dafür werben, dass die Spiele an Rhein und Ruhr stattfinden sollten. Und in Richtung des Landes, das bisher die gemeinsame Abstimmung von Recklinghausen und Herten zur Bedingung gemacht hat, signalisiere ich, dass ich bereit bin, dem Rat der Stadt auch einen anderen Weg vorzuschlagen.“