
Die im Auftrag des WDR produzierte Dokumentation hinterfragt dieses Narrativ kritisch. In einer eindrucksvollen Spurensuche zeigt der Film, wie der Wiederaufbau in den Jahren nach 1945 tatsächlich verlief – und dass vieles von dem, was wir darüber zu wissen glauben, historisch so nie stattgefunden hat.
Die Dokumentation begleitet die Figur der Trümmerfrau durch die Jahrzehnte und zeigt, wie ihre Geschichte in den vergangenen 70 Jahren immer wieder neu erzählt, umgedeutet und politisch vereinnahmt wurde. Ihre Figur diente als Projektionsfläche – zur Abgrenzung und zur Darstellung unterschiedlicher Gesellschaftsmodelle und Frauenbilder. In den 1980er-Jahren avancierte die Trümmerfrau im Zuge einer Rentendebatte schließlich zum Symbol einer ganzen Generation. Ihr Mythos eröffnete zugleich die Möglichkeit, den Blick auf die heroischen Leistungen einer vermeintlich „schuldlosen“ Frauengeneration zu richten.
Die Teilnahme ist kostenfrei, die vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de ist erforderlich. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde Recklinghausen statt.