Aktuelles Recklinghausen

„Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen an dem Gedenken teilnehmen, um so ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung zu setzen“, sagt Bürgermeister Christoph Tesche.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 stürmten die Nationalsozialisten auch in Recklinghausen die Synagoge, steckten diese in Brand, überfielen jüdische Familien und Geschäfte und raubten sie aus. Mehrere Hundert Menschen jüdischen Glaubens wurden in ganz Deutschland umgebracht, mehr als 30.000 in kurzer Zeit interniert. Die „Reichspogromnacht“ markiert den Anfang unvorstellbarer Gewalt gegen Jüdinnen und Juden, sie kennzeichnet den Beginn ihrer systematischen Vertreibung, Enteignung und Ermordung in Deutschland und Europa.
„Wir sind es den Opfern schuldig, die Erinnerung an sie wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich so etwas in unserem Land niemals wiederholt“, betont Christoph Tesche. „Erst Recht gilt dies vor dem Hintergrund eines zunehmenden Antisemitismus in Deutschland, der sich leider in Folge des feigen terroristischen Angriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 noch einmal verstärkt ausbreitet. Es darf uns nicht ruhen lassen, dass Menschen jüdischen Glaubens um ihre Sicherheit und sogar ihr Leben bangen müssen“, erklärt der Bürgermeister. Er stellt klar: „Jüdisches Leben hat auch in Recklinghausen seinen festen Platz, wir sind solidarisch mit der Jüdischen Kultusgemeinde, stehen fest an der Seite ihrer Mitglieder, die wichtige Akteurinnen und Akteure unserer Stadtgesellschaft sind.“
Das Programm der Gedenkfeier wird durch Schüler*innen des Theodor-Heuss-Gymnasiums, die sich intensiv mit dem Schicksal von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde während der Nazidiktatur befasst haben, mitgestaltet. Für den musikalischen Rahmen sorgt Mark Mefsut von der Neuen Philharmonie Westfalen (NPW). Einen interreligiösen Akzent setzen neben Isaac Tourgman, Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde, Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften der Stadt. Tradition hat mittlerweile das gemeinsame Entzünden einer Friedens- und Hoffnungskerze am Mahnmal am Herzogswall.
Foto (Stadt RE): Bürgermeister Christoph Tesche lädt die Bürgerschaft zum Gedenken an die Reichspogromnacht vor 86 Jahren ein.



















