
Zwei Vorträge, eine Oldtimer-Bus- und Straßenbahnfahrt sowie eine Sonderausstellung machen die 125-jährige Geschichte der Vestischen Straßenbahn eindrucksvoll erlebbar.
Stadtarchivar Dr. Matthias Kordes erinnert an das Ende der alten Landgemeinde Recklinghausen, als diese im Zuge der preußischen Gebietsreform vor 100 Jahren neu gegliedert wurde.
Der Geschichtskreis des Bergwerks General Blumenthal blickt anlässlich seines 25-jährigen Bestehens auf die Bedeutung des Bergbaus für die Stadt zurück.
Neben der beliebten Archivführung steht auch eine Filmdokumentation auf dem Programm, die sich kritisch mit dem Mythos der „Trümmerfrau“ auseinandersetzt. Zudem bietet das Institut für Stadtgeschichte mit einer Stadtteilerkundung ein neues Veranstaltungsformat an.
Der Flyer, der an zahlreichen Orten in der Stadt ausliegt und auch auf der städtischen Homepage einzusehen ist, bietet eine kompakte Übersicht über alle Veranstaltungen. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei, bis auf die Oldtimer-Bus- und Straßenbahnfahrt – hier erfolgt die Anmeldung unter der E-Mail franz-josef.hauke(at)vodafone.de.
Für alle anderen Veranstaltungen ist die Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de notwendig.
Der Besuch der Ausstellungen ist im Rahmen der Öffnungszeiten des Instituts für Stadtgeschichte ohne Anmeldung möglich.
Noch bis Freitag, 27. Februar, ist die an die Wirtschaftswunderzeit erinnernde Sonderausstellung „Gesellschaft und Form in den Fünfzigern“ zu sehen. Sie umfasst rund 150 Einrichtungs- und Alltagsgegenstände aus dem Bestand der Retro Station – von Anstandsliteratur, Nierentisch und Tentakelvasen bis zum Zigarettenspender.
Am Mittwoch, 13. Mai, wird eine Sonderausstellung des Freundeskreises „Vestische“ eröffnet. Sie bietet einen Einblick in die bewegte Geschichte der Vestischen Straßenbahnen GmbH im Vest Recklinghausen und lädt ein zu einem Blick zurück in alte Zeiten bis hin zum schleichenden Abschied und dem Wandel zur heutigen Mobilität. Fahrscheine, originale Schaffnerausrüstung mit Galoppwechsler, Modellnachbildungen aller Triebwagentypen, historische Pläne, Fotografien und vieles mehr lassen das Zeitalter Straßenbahn im Vest wieder lebendig werden. Die Ausstellung endet am Freitag, 17. Juli.
Neben der Währungsreform und dem Wirtschaftswunder zählen die Trümmerfrauen zu den Gründungsmythen der deutschen Nachkriegszeit. Die am Mittwoch, 14. Januar, um 18 Uhr zu sehende Filmdokumentation „Mythos Trümmerfrauen“ nimmt dieses Narrativ kritisch unter die Lupe. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde.
Eine praxisorientierte Einführung in die Archivarbeit und -nutzung bietet der Stadtarchivar Dr. Matthias Kordes in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde am Mittwoch, 11. März, um 17 Uhr an. Mit seinen umfangreichen und bis ins Hochmittelalter zurückreichenden Beständen steht das Stadt- und Vestische Archiv Recklinghausen nicht nur der Fachwelt, sondern auch interessierten Bürger*innen, Schulen, Vereinen und Geschichtswerkstätten offen.
Unter dem Titel „Untertage – Übertage: 25 Jahre Geschichtskreis des Bergwerks General Blumenthal“ werfen das Institut für Stadtgeschichte, der Verein für Orts- und Heimatkunde und der Geschichtskreis General Blumenthal einen Blick auf die Bergbaugeschichte der Stadt. Die Stilllegung des Bergwerks Blumenthal/Haard im Jahre 2001 war auch Anlass für die Gründung des Geschichtskreises. Bei dieser „Geburtstags“-Veranstaltung am Mittwoch, 25. März, um 18 Uhr soll mit Bildern und Zitaten der Arbeit der Bergleute und der Geschichte des Bergwerks gedacht werden, auch „Bütterken“ und „Bergmannsgetränk“ sind vorgesehen.
Mit dem Stadtteilrundgang Hillerheide startet am Dienstag, 21. April, um 15 Uhr eine neue Reihe, die sich der Erkundung der Recklinghäuser Ortsteile widmet. Die Hillerheide macht den Anfang. Stadtführer Arno Straßmann vermittelt Wissenswertes über die Wohngebietsentwicklung der Maybacher Heide und gibt spannende Einblicke in die Entstehung des Stadtteils.
Stadtarchivar Dr. Matthias Kordes erinnert in einem Vortrag am Mittwoch, 22. April, um 18 Uhr an das Ende der alten Landgemeinde Recklinghausen im Frühjahr 1926, als sich die Landkarte des Ruhrgebiets änderte. Durch das „Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirke“ vom 26. Februar 1926 wurden Landgemeinden und Amtsbezirke, deren Gestalt noch auf eine ländlich-vorindustrielle Verwaltungsgliederung der Jahre um 1840 zugeschnitten war, aufgelöst und größeren kommunalen Gebietskörperschaften zugewiesen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde Recklinghausen e.V. statt.
Eine Oldtimer-Bus- und Straßenbahnfahrt auf den Spuren der Vestischen Kleinbahn macht das frühere Verbindungsnetz am Sonntag, 17. Mai, wieder erlebbar. Gleich zwei Touren mit dem Oldtimer-Bus und dem historischen Triebwagen 144 sind für 10 und 15 Uhr geplant.
Die Strecke wird mit Bildmaterial aus der Perspektive von 1920 erläutert. Ausreichend Pausen sind eingeplant. Der Unkostenbeitrag beträgt 15 Euro. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an franz-josef.hauke(at)vodafone.de.
Zwei Vorträge vergegenwärtigen die Entwicklungsgeschichte der Vestischen Straßenbahnen. Ralph Bernatz berichtet am Donnerstag, 28. Mai, um 18 Uhr von den Anfängen der Straßenbahnlinie nach Scherlebeck und Langenbochum. Der Vortrag über die Linie 7 führt durch ihre gesamte Geschichte – von der Planung über die Herausforderungen beim Bau bis hin zur feierlichen Eröffnung im Jahr 1915. Bernatz schildert den zuverlässigen Betrieb über fünf Jahrzehnte und beleuchtet die Hintergründe der Stilllegung. Reich bebildert und anschaulich erzählt, dokumentiert der Vortrag die wechselvolle Geschichte einer der typischen Linien der Vestischen Straßenbahnen.
Franz-Josef Hauke wirft am Donnerstag, 18. Juni, um 18 Uhr einen Blick auf „Die goldenen 1920er-Jahre der Vestischen Kleinbahnen“. Die Nordwanderung des Bergbaus und die Gründung des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk (SVR) sowie neue Finanzierungsmöglichkeiten entfachten eine beispiellose Planungsoffensive und spiegelten den Modernisierungswillen der Weimarer Republik wider. Verkehrsbänder, die Schiene und Straße miteinander verbanden, eröffneten den Vestischen Kleinbahnen völlig neue Möglichkeiten. Der Zentralbahnhof in Recklinghausen und neue Eisenbahnlinien ergänzten den Weg in eine mobile Zukunft für die Bürger*innen. Doch mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise ab 1930 platzten viele dieser Träume, auch wenn einige Errungenschaften bis heute überdauert haben.
Pressefoto: Zwei Vorträge, eine Oldtimer-Bus- und Straßenbahnfahrt sowie eine Sonderausstellung machen die 125-jährige Geschichte der Vestischen Straßenbahn eindrucksvoll erlebbar. Foto: Sammlung Ralph Bernatz, AWO Club Herten