
Lebert fragt darin gemeinsam mit dem Trauma- und Stressexperten Louis Lewitan, Sohn von Überlebenden des Holocausts, unterschiedliche Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, was sie von ihren Familien über die Jahre 1933 bis 1945 wissen. Aus 100 Gesprächen holen die beiden Autoren Familiengeschichten aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ans Licht, zeigen ihre Wirkungen bis heute – und wie Auseinandersetzung auch Befreiung sein kann, denn die Traumata der NS-Zeit wirken bis heute nach.
In vielen Familien sind bleiernes Schweigen, verdrängte Erinnerungen, wohlgehütete Geheimnisse, hartnäckige Lügen allgegenwärtig – ein erdrückendes Erbe, dessen Gift bis heute wirkt. Doch nun bricht dieser Panzer des Schweigens laut Lebert und Lewitan langsam auf: Da sie keine Konfrontation mit den Großeltern oder Eltern mehr fürchten müssen, recherchieren immer mehr Menschen ihre Familiengeschichte und spüren nach, wie sich diese auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt hat.
Louis Lewitan und Stephan Lebert schreiben anhand von ergreifenden Gesprächen mit Betroffenen über die ebenso schwierige wie befreiende Auseinandersetzung mit der Last der eigenen Familiengeschichte. Ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, der aktueller ist denn je.
Die Teilnahmegebühr beträgt acht Euro. Anmeldung ist bei der VHS (Kursnummer: 26B-1203) unter Tel. 02361/50-2000, per E-Mail vhs@recklinghausen.de oder über die Homepage www.vhs-recklinghausen.de möglich.
Foto (Wellnitz): Stefan Lebert