Aktuelles Recklinghausen

Das bedeutendste dieser Werke ist eine großformatige, aus zwei Flügeln bestehende Königstür, die im 16. Jahrhundert im russischen Zarenreich gefertigt wurde. „Als Königstür bezeichnet man den zentralen Zugang, der in orthodoxen Kirchen durch die Ikonostase in den Altarraum führt. Wir hatten bisher keine Königstür aus der slawischen Welt in unserer Sammlung. Dass wir nun ein so hochkarätiges Exemplar zeigen können, ist natürlich besonders schön“, freut sich Museumsleiter Dr. Lutz Rickelt. Das imposante Werk hängt im Erdgeschoss und zieht mit einer Verzierung aus vergoldeten Silberstreifen die Blicke auf sich.
Im ersten Stock erwartet die Besucher*innen des Museums eine ebenfalls großformatige russische Ikone aus dem 17. Jahrhundert, die den alttestamentlichen Propheten Elias mit Szenen aus seiner in der Bibel erzählten Lebensgeschichte zeigt. „Elias ist einer der beliebtesten Heiligen im orthodoxen Christentum, aber solche Vita-Ikonen von ihm sind selten, noch dazu in diesem Format“, erläutert Lutz Rickelt das Besondere dieser Leihgabe.
Zwei Ikonen liegen in der Neuerwerbungs-Vitrine im Erdgeschoss: eine äußerst seltene Darstellung des Themas „Das alles sehende Auge Gottes“ und eine kleinformatige Reise-Ikone mit Marienthemen in filigraner Beinschnitzerei aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, eingesetzt in ein Diptychon aus vergoldetem und graviertem Silber und mit einem kostbaren Bergkristall verziert. „Ein wahres Kleinod“, sagt Lutz Rickelt.
Eine kretische Ikone aus dem 17. Jahrhundert mit der Wiedergabe der Kreuzabnahme war bereits im vergangenen Jahr in der Ausstellung „Icons In-Between“ zu sehen und soll in naher Zukunft in die Dauerausstellung kommen. Die sechste Leihgabe zeigt die Muttergottes mit vor ihr knienden Bittstellern. „Auch diese Ikone möchten wir bald unseren Gästen präsentieren, vorher sind aber noch einige kleinere konservatorische Arbeiten notwendig“, erläutert Lutz Rickelt und bittet um Geduld. Im Herbst stehen einige Umgestaltungen im Ikonen-Museum an, danach werden alle sechs Leihgaben ihren festen Platz in der Dauerausstellung haben.
„Die sechs Leihhaben bereichern unsere Sammlung jede auf ihre eigene Weise. Sie sind kunstgeschichtlich von großer Bedeutung und durchgehend von herausragender Qualität. Wir sind der Besitzerin sehr dankbar, dass sie uns diese Werke zur Verfügung stellt“, sagt der Museumsleiter.
Gelegenheiten zum Besuch des Ikonen-Museums gibt es im Jubiläums-Jahr reichlich. Eine Übersicht über Termine zur Feier des 70-jährigen Bestehens gibt es auf der Homepage: https://ikonen-museum.com/
Das Museum hat täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am Montag bleibt es geschlossen.
Pressefoto: Russische Königstür aus dem 16. Jahrhundert (links im Bild), Dauerleihgabe aus Privatbesitz.



















