Aktuelles Recklinghausen

Das Programm umfasst eine Sonderausstellung, Vorträge, eine Stadtteilerkundung sowie eine Archivführung.
Die ab September zu sehende Sonderausstellung „Mission machen“ widmet sich dem Handwerk in Westfalen. Im Vortragsbereich bildet das Thema Bergbau einen Schwerpunkt, dabei beleuchten die Referent*innen vielschichtige Aspekte und auch die Stadtteilerkundung begibt sich diesmal auf die Spuren des Bergbaus.
Am 18. September um 16 Uhr wird die bis zum 27. November zu sehende Fotoausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen eröffnet. „Mission Machen. Neue Perspektiven auf das westfälische Handwerk“ lautet der Titel der Ausstellung, die gegenwärtige Arbeit in westfälischen Handwerksbetrieben im Bild präsentiert.
Historische Objekte aus dem Bestand der Retro Station, ausgesuchte Exponate aus den Sammlungen des LWL-Museumsamtes sowie Gerätschaften der ortsansässigen Imkerei Keinhörster geben ergänzend dazu Einblicke in traditionelle Fertigkeiten, Werkzeuge und Alltagspraktiken einer früheren Lebenswelt. Eine vorherige Anmeldung zur Eröffnung oder zum Ausstellungsbesuch ist nicht notwendig.
Im Rahmen der Literaturtage Recklinghausen widmet sich das Institut für Stadtgeschichte dem Historiker Sebastian Haffner, der auch belletristisch tätig war.
Sebastian Haffner war ein engagierter Publizist, streitbarer politischer Kolumnist und viel gelesener Historiker, der mit seinen Veröffentlichungen zur deutschen und preußischen Geschichte ein breites Publikum erreichte. Dass er auch literarisch-autobiografisch tätig war, blieb lange verborgen. 1932 schrieb er innerhalb weniger Wochen einen Roman, der erst im vergangenen Jahr publiziert wurde. „Abschied“ erzählt vom Augenblicksglück einer Liebe vor dem Hintergrund der zunehmend spürbaren Destabilisierung der Weimarer Republik. Dr. Matthias Kordes und Barbara Ruhnau werfen im Rahmen der Literaturtage Recklinghausen am 22. September um 18 Uhr im Institut für Stadtgeschichte einen differenzierten Blick auf den meinungsstarken Journalisten und scharfsinnigen Historiker. Eine vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de ist erforderlich.
Hochlarmark und die heute noch im Stadtteil prägnanten Spuren des Bergbaus stehen im Zentrum der nächsten Stadtteilerkundung am 29. September um 15 Uhr.
Einen Schwerpunkt bildet dabei die Besichtigung der Dreiecksiedlung. Die Architektur der Koloniehäuser mit den großen Nutzgärten und Stallungen prägte den Alltag der Menschen. Der Stadtteilspaziergang unter Leitung von Arno Straßmann dauert circa 1,5 Stunden und findet in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde statt. Die vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de ist erforderlich.
Das Ruhrgebiet ist vor allem für den Steinkohlebergbau bekannt. Allerdings gab es in einigen Teilen des Reviers auch verschiedene abbauwürdige Eisenerz-Vorkommen: In den Tälern von Emscher und Lippe fand man sogenannte Raseneisensteine, die zur Grundlage für mehrere frühindustrielle Hochöfen wurden, aus denen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Großkonzerne hervorgingen. Der Vortrag von Dr. Daniel Sobanski am 8. Oktober um 18 Uhr im Institut für Stadtgeschichte ergründet den rund ein Jahrhundert lang währenden Bergbau auf Eisenerze im Vest Recklinghausen. Der Vortrag „Eisenerzbergbau im Vest Recklinghausen im 18. und 19. Jahrhundert“ findet in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde statt. Die vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de ist erforderlich.
In einem weiteren Vortrag behandelt Dr. Volker Jakob am 5. November um 18 Uhr im Institut für Stadtgeschichte das Thema Migration und seine Begriffsgeschichte. In seinen „historischen Anmerkungen zur Geschichte eines schillernden Begriffs“ spannt er einen Bogen von biblischen Überlieferungen über die epochale Manifestation in der Völkerwanderungszeit zwischen Spätantike und frühem Mittelalter hin zur späteren Auswanderung in das „Gelobte Land“, wobei er auch die Einwanderung und ihre politischen Folgen betrachtet. Die vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de ist erforderlich.
Die Reihe von Fachvorträgen beendet am 25. November eine Forschungspräsentation, die dem Einfluss der Ruhrpolen auf die politische Landschaft des Ruhrgebiets anhand des Wahlverhaltens nachgeht. Um 18 Uhr trägt Nils Blossey seine am Fachbereich Politische Wissenschaften der Universität Köln entstandenen Forschungsergebnisse zum Thema „Ruhrpolen und Reichstagswahlen“ vor und informiert, wie Einwanderung die politische Landschaft des Ruhrgebiets zwischen 1890 und 1912 prägte.
Am Vorabend des Ersten Weltkriegs lebten über 500.000 Einwanderer, die später als „Ruhrpolen“ bekannt wurden, in den Gemeinden des heutigen Ruhrgebiets. Viele von ihnen siedelten im Vest Recklinghausen und stellten dort auf zahlreichen Bergwerken über die Hälfte der Belegschaft. Der Vortrag beleuchtet den Einfluss der polnischen Einwanderung auf die politischen Konfliktlinien des Ruhrgebiets zwischen 1890 und 1912.
Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde statt.
Die vorherige Anmeldung unter stadtgeschichte@recklinghausen.de ist erforderlich.
Das Stadt- und Vestische Archiv gehört mit seinen umfangreichen und weit zurückreichenden historischen Überlieferungen zu den bedeutenden Kommunalarchiven in Nordrhein-Westfalen. Es steht der Fachwelt ebenso offen wie allen Bürger*innen, Schulen, Vereinen und Geschichtswerkstätten. Stadtarchivar Dr. Matthias Kordes stellt das Stadt- und Vestische Archiv am 8. Dezember um 17 Uhr vor und führt in die Archivarbeit ein. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Volkshochschule (VHS) Recklinghausen statt, die Anmeldung erfolgt unter vhs@recklinghausen.de.
Der Programmflyer liegt an vielen Stellen in der Stadt aus, so auch im Institut für Stadtgeschichte oder online unter www.recklinghausen.de/stadtgeschichte. Die Teilnahme an allen Angeboten ist kostenfrei.
Fotorechte: Stadt RE



















