Aktuelles Recklinghausen

Passend zur neuerlichen Hitzewelle setzt sie auf mehrere Projekte, die für mehr Abkühlung und eine höhere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sorgen.
Neben der Wiederinbetriebnahme des Fontänenfeldes auf dem Altstadtmarkt wird erstmals eine temporäre Sprühnebelanlage am Kirchplatz getestet. Gleichzeitig informiert ein neuer Film über das KRiS-Projekt, mit dem ein zentraler Bereich der Innenstadt klimaresilient umgestaltet wird.
„Die Folgen des Klimawandels sind längst auch in Recklinghausen spürbar. Immer häufiger erleben wir längere Hitzeperioden mit hohen Temperaturen. Deshalb setzen wir unser Klimakonzept Schritt für Schritt um und investieren gezielt in Maßnahmen, die unsere Stadt widerstandsfähiger machen und den Menschen unmittelbar zugutekommen“, sagt Bürgermeister Axel Tschersich. „Egal, ob klimaangepasste Plätze, neue Begrünung, innovative Kühlung oder zusätzliche Aufenthaltsqualität, wir wollen mit einer Reihe von Maßnahmen dafür sorgen, dass Recklinghausen auch morgen eine lebenswerte Stadt bleibt.“
Sprühnebelanlage am Kirchplatz
Als kurzfristige Maßnahme gegen sommerliche Hitze wird am Kirchplatz erstmals eine temporäre Sprühnebelanlage installiert. Die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) haben dafür einen speziellen Schlauch mit mehreren Düsen an einer der Lichtstelen befestigt. Täglich von 13 bis 17 Uhr sorgt ein feiner Wassernebel für eine angenehme Abkühlung der Passant*innen und trägt dazu bei, den als Hitze-Hotspot bekannten Kirchplatz etwas zu entlasten.
Mit dem Pilotprojekt möchte die Stadt Erfahrungen für zukünftige Lösungen sammeln. Dabei werden auch Beispiele aus anderen Kommunen ausgewertet, die bereits dauerhaft installierte Sprühnebelanlagen betreiben. Perspektivisch ist auch der Einsatz mobiler Anlagen denkbar, die flexibel an verschiedenen Standorten und zu unterschiedlichen Anlässen im Stadtgebiet genutzt werden können.
Fontänenfeld auf dem Altstadtmarkt startet wieder
Auch das beliebte Fontänenfeld auf dem Altstadtmarkt wird passend zur aktuellen Hitzewelle am Freitag, 31. Juli, wieder in Betrieb genommen. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2021 sorgt es nicht nur für angenehme Abkühlung, sondern prägt mit seinem Wasserspiel auch die Aufenthaltsqualität auf dem zentralen Platz.
Aufgrund eines technischen Defekts konnte die Anlage in diesem Jahr bislang leider nicht betrieben werden. Die erforderlichen Ersatzteile ließen mehrere Wochen auf sich warten, die Reparaturarbeiten können aber bis Freitag abgeschlossen werden und auf dem Altstadtmarkt können endlich wieder die Wasserfontänen sprudeln.
Neuer Film erklärt das KRiS-Projekt
Darüber hinaus informiert die Stadt mit einem neuen Film über das KRIS-Projekt, das im Rahmen eines Förderprogramms (KRiS = Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft) umgesetzt wird. Im Fokus stehen die klimaresiliente Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes, des Paulusangers und des Erlbruchs. Ziel ist es, Hitzeinseln zu reduzieren und öffentliche Räume an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Im Mittelpunkt steht der „Weg des Wassers“: Regenwasser soll künftig nicht mehr möglichst schnell über die Kanalisation abgeleitet werden, sondern vor Ort gespeichert werden, versickern und verdunsten können. Dahinter steckt das Prinzip der Schwammstadt: Die Stadt nimmt Regenwasser auf wie ein Schwamm und gibt es langsam wieder an die Umgebung ab.
Dafür werden Flächen entsiegelt und neue blau-grüne Bereiche geschaffen, also Lösungen, die Wasser und Grün miteinander verbinden. So können Hitzeinseln im Sommer reduziert, die Gefahr von Überflutungen bei Starkregen verringert und öffentliche Räume attraktiver gestaltet werden.
Vor kurzem wurde auf dem Konrad-Adenauer-Platz zudem eine Wetterstation installiert. Im Zuge der geplanten Umgestaltung der Fläche besteht die Notwendigkeit, meteorologische Daten dauerhaft und standortbezogen zu erfassen. Die Wetterstation dient insbesondere der Erhebung von lokalen Wetter- und Umweltdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Windrichtung.
Ziel ist es, die klimatischen Auswirkungen der Umgestaltung im Rahmen eines Vorher-Nachher-Vergleichs messbar und nachvollziehbar darzustellen. Durch die kontinuierliche Erfassung meteorologischer Daten sollen Veränderungen des lokalen Mikroklimas dokumentiert und bewertet werden. Hierzu zählen insbesondere mögliche Effekte auf Temperaturentwicklung, Oberflächenerwärmung, Verdunstung sowie die allgemeine Aufenthaltsqualität im Umfeld der Fläche. Die Klimafachleute der Stadtverwaltung planen, die Wetter-AG des Marie-Curie-Gymnasiums diese Daten auswerten zu lassen, damit diese mit denen der Wetterstation an der Schule im Nordviertel verglichen werden können. Dazu müssen allerdings noch Gespräche mit dem MCG geführt werden.
Der Film zum KRiS-Projekt ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal der Stadt Recklinghausen abrufbar.
Sechs Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet
Für Abkühlung sorgen im Stadtgebiet mittlerweile auch sechs Trinkwasserbrunnen, an denen sich die Bürger*innen kostenlos mit Trinkwasser erfrischen können.
Die Brunnen befinden sich an folgenden Orten:
Altstadtmarkt
Löhrhofplatz
Sterngasse
Neumarkt
Marienkirche (Sedanstraße 27)
Gelsenwasser Betriebsdirektion (Herner Straße 46)
Kühle Orte
Wer aufgeheizten Räumen entfliehen möchte, findet in Recklinghausen zahlreiche kühle Rückzugsorte. Dazu gehören beispielsweise:
- schattige Grünanlagen wie der Stadtgarten, der Erlbruch-Park, der Südpark und weitere Parkanlagen,
- Friedhöfe und bewaldete Bereiche wie der Hohenhorster Forst,
- klimatisierte öffentliche Gebäude wie das Palais Vest oder die Stadtbücherei,
- weitere Orte, die in der interaktiven „Kühle-Orte-Karte“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR) aufgeführt sind: https://kuehleorte.geoportal.ruhr/
Infos KRiS:



















