Aktuelles Recklinghausen

Die Ausstellung „Viten, Wunder und Legenden“ stellt Ikonen in den Fokus, die mit ihren Bildern Geschichten von Heiligen, Wunderereignissen und Legenden erzählen. Am Dienstag, 21. Juli, wird der Museumsgeburtstag musikalisch gefeiert: Kaiser Franz und Band spielen live und „unplugged“ am Museum.
Ikonen erzählen Geschichten oftmals in Form eines Bilderzyklus auf dem Rand einer Ikone, der um eine zentral dargestellte Heiligenfigur herum verläuft. Mit klar abgegrenzten Bildfeldern und oft mit erklärenden Texten versehen, erinnern diese Zyklen an moderne Comics. Sie erzählen bisweilen geradezu unglaubliche, im Kern jedoch zutiefst menschliche Geschichten und Schicksale.
Einige Themen sind gut bekannt: Georg besiegt den Drachen und rettet die Prinzessin, Nikolaus hilft den Armen, Barbara versteckt sich unter Tage. Anderes erscheint auf den ersten Blick mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige Säulensteher, ein reitender Mönch auf einem Pferd mit Krallen – und wer genau hinschaut, stellt fest: Der Teufel trägt Prada. So fantastisch einige der Geschichten anmuten, so verfolgen sie doch alle dasselbe Ziel: zu erzählen, was wichtig ist – erstaunlich, emotional und oft von überraschender Aktualität.
Die Ausstellung präsentiert 42 russische und griechische Exponate aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. 16 Ikonen stammen aus der Sammlung des Ikonen-Museums, 26 Werke sind Leihgaben aus europäischen Privatsammlungen.
Die Ausstellung wird am Samstag, 18. Juli, um 16 Uhr in der Kirche St. Peter durch Bürgermeister Axel Tschersich feierlich eröffnet. Die musikalische Begleitung übernimmt der Chor Al Kalima aus Bochum unter der Leitung von Jean Achji. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei. Die Ausstellung läuft bis zum 8. November 2026.
Offiziell eröffnet wurde das Ikonen-Museum am 21. Juli 1956. Der Geburtstag wird musikalisch gefeiert. Am Dienstagabend, 21. Juli, singen und spielen der Recklinghäuser Musiker Kaiser Franz und seine Hofkapelle zwischen St. Peter und dem Museum. Kaiser Franz und Band haben sich bundesweit eine Fangemeinde mit lautstarkem Alternative-Rock erspielt. An diesem Abend präsentiert der Rio-Reiser-Preisträger seine Lieder über Höhen und Tiefen des Lebens erstmals „unplugged“, also in akustischer Version.
Vor und während des Konzerts besteht die Möglichkeit, einen Blick ins Ikonen-Museum zu werfen oder auch länger zu verweilen. Der Eintritt ist den ganzen Tag über frei.
Weitere Infos zur Band: www.kaiserfranz-hofkapelle.de
Infos zum Recklinghäuser Ikonen-Museum:
Das Ikonen-Museum verdankt seine Existenz maßgeblich Thomas Grochowiak, Direktor der Museen der Stadt Recklinghausen von 1948 bis 1980. Fasziniert von Ikonen, präsentierte er 1955 eine erfolgreiche Ausstellung von Ikonen aus westdeutschem Privatbesitz in der Kunsthalle Recklinghausen, die auf ein großes Publikumsinteresse stieß. Daraus entstand die ungewöhnliche Idee zur Gründung des ersten Ikonen-Museums in Deutschland – noch dazu in einer damals vom Bergbau geprägten Stadt im Ruhrgebiet. Als Grundstock für die Sammlung des Museums konnten Ikonen aus der Ausstellung erworben werden. Am 21. Juli 1956 wurde das Ikonen-Museum in der ehemaligen Turmschule eröffnet, einem 1795 errichteten Gebäude in der Altstadt von Recklinghausen.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Sammlung kontinuierlich aufgebaut und erforscht, zahlreiche Ausstellungen und Tagungen organisiert und die Präsentation den Erfordernissen der Zeit angepasst. Heute besitzt das Ikonen-Museum die weltweit bedeutendste Sammlung ostkirchlicher Kunst außerhalb der orthodoxen Länder, die durch Ankäufe, Schenkungen und Nachlässe weiterhin wächst und lebt. Zum Zeitpunkt der Eröffnung gab es 221 Ikonen, aktuell sind es über 5.000 Objekte. Die Sammlung umfasst Kunstwerke aus nahezu allen Regionen der orthodoxen Welt. Mit dem Ikonen-Museum besitzt Recklinghausen ein Alleinstellungsmerkmal, das Besucher*innen aus aller Welt anzieht; auch unter Fachleuten hat es national wie international einen ausgezeichneten Ruf. Ein vielseitiges, in den letzten Jahren um neue Formate ergänztes Vermittlungsangebot lädt Jung und Alt zum Kennenlernen der Exponate und ihrer Geschichten ein.
Mehr Informationen zum Ikonen-Museum: https://ikonen-museum.com/



















