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Titel
„Junge Botschafter“ für Fahrt nach Riga gesucht
Bild
Die Gedenk- und Gräberstätte Riga-Bikernieki. Foto: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
Einleitung
„Die Geschichte ist eine gute Lehrerin. Aber wir müssen auch gute Schüler sein“. Das sagt Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) e.V.. Hier setzt die Bildungsarbeit des Volksbunds an: Sie bringt junge Menschen an die authentischen Orte der Geschichte.
Haupttext


Dazu werden jetzt auch in Recklinghausen „Junge Botschafter der Erinnerung“ gesucht.

Riga ist ein solcher Lernort. In den Wäldern von Riga-Bikernieki wurden 1941 und 1942 über 35.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer von deutschen Einsatzgruppen und einheimischen Kollaborateuren ermordet. Das im Jahr 2000 gegründete Riga-Komitee ist ein bundesweit einzigartiges erinnerungskulturelles Netzwerk, in dem sich über 80 Herkunftsstädte der nach Riga deportierten Menschen zusammengeschlossen haben. Das Riga-Komitee hat dort 2001 eine Gedenkstätte errichtet und erinnert regelmäßig an die Ereignisse. 

Der Volksbund als Mitbegründer des Riga-Komitees hat dort eine Außenausstellung installiert. Doch das ist nicht genug: Die Erinnerung muss weitergetragen werden. Deshalb sucht der Volksbund „Junge Botschafter der Erinnerung“ und lädt 30 Schüler*innen aus den „Riga-Städten“ im September zu einer Reise an die Gedenkorte dort ein. So sollen sie zu Botschafter*innen der Erinnerungskultur und des Riga-Komitees in ihren jeweiligen Städten werden.

Dieses Lernprojekt will der Volksbund gemeinsam mit dem Riga-Komitee und der Unterstützung der Bethe-Stiftung in Bergisch Gladbach umsetzen. Dazu sammelt der Volksbund Spenden. Zu finden ist der Spendenlink ab jetzt auf der Plattform Betterplace.org. Die Bethe-Stiftung wird die eingegangenen Spenden zu einem Betrag von mindestens 30.000 Euro verdoppeln.

„Wir begrüßen diese Initiative sehr. Recklinghausen ist seit 2009 Mitglied im Riga-Komitee. Damals haben auch Schülerinnen und Schüler unserer Stadt in der Gedenkstätte in Riga einen Stein mit der Aufschrift ,Recklinghausen‘ gesetzt. Das Engagement in der Erinnerungskultur vieler gesellschaftlicher und religiöser Gruppen, unserer Schulen und nicht zuletzt der Stadt selbst zeigt sich in vielen Aktivitäten“, betont Bürgermeister Axel Tschersich.

„Zuletzt entstand, ebenfalls in Zusammenarbeit mit einer Schule, dem Hittorf-Gymnasium, Ende 2025 eine Gedenkhaltestelle. An der Bushaltestelle ,Hohenzollernstraße‘ wird der Opfer der Deportationen nach Riga gedacht“, ergänzt der Schul- und Sozial-Dezernent Dr. Sebastian Sanders, der auch Vorsitzender des VDK-Ortsverbands ist.

Von der Bethe-Stiftung, die das Projekt unterstützt, heißt es: „Die Achtung der Würde jedes Menschen und die Anerkennung der Souveränität eines anderen Staates sind keine Selbstverständlichkeiten, beides ist auch in unserer Zeit bedroht. Kenntnisse der Verbrechen des Nationalsozialismus und die persönliche Betroffenheit, die der Besuch einer Gedenkstätte wie der in Riga auslöst, ermöglichen es jungen Menschen, aus der Geschichte für unsere Zukunft zu lernen. Das ist ein Hauptanliegen der Bethe Stiftung, sie unterstützt deshalb das Projekt ‚Junge Botschafter der Erinnerung gesucht.‘“

Junge Menschen aus Recklinghausen zwischen 16 und 21 Jahren können sich ab jetzt auf der Website des Volksbundes bewerben: www.riga-komitee.eu/riga-fahrt

Foto (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.): Die Gedenk- und Gräberstätte Riga-Bikernieki.

Datum
28.04.2026


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