Aktuelles Recklinghausen

Razmi ist eine von fünf Gastkünstler*innen in der Ausstellung, die auch den Abschluss des 75. Jubiläumsjahres der Kunsthalle bildet und mehr als 50 Werke aus der Sammlung der Kunsthalle, des ehemaligen Vestischen Museums sowie des Ikonen-Museums mit wichtigen künstlerischen Stimmen von außerhalb der Sammlung verbindet.
Die Ausstellung „Affinities – Neue Begegnungen in der Sammlung der Kunsthalle Recklinghausen“ ist noch bis Ostermontag, 6. April, in der Kunsthalle zu sehen. Eine letzte kostenlose öffentliche Führung findet am Ostersonntag, 5. April um 12 Uhr statt. Im Rahmen des Finissage-Wochenendes ist der Eintritt am Samstag, 4. April, sowie Ostersonntag, 5. April, und Ostermontag, 6. April, frei.
Anahita Razmi arbeitet in Installation, Bewegtbild, Fotografie, Objekten und Performance. Ausgehend von ihrem deutsch-iranischen Hintergrund untersucht sie in ihrer künstlerischen Praxis kontextuelle, geografische und ideologische Verschiebungen – mit einem besonderen Fokus auf die Übergänge zwischen Konstruktionen wie „East“ und „West“, also den globalen Einteilungen durch die westliche Welt in geografische Sphären von „Ost“ und „West“, „Orient“ und „Okzident“. Ihr gelingt es dabei wie kaum einer anderen künstlerischen Position ihrer Generation, diese Themen in reflektierten, pointierten mitunter humorvollen Werken zu verdichten.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das Gespräch dem Werk von Razmi, das in „Affinities“ einerseits in einen konkreten Dialog mit Arbeiten von Andy Warhol und Noemi Barbaglia sowie mit einer koptischen Textilknüpfarbeit aus dem Ikonen-Museum tritt. Im Austausch werden die daraus entstehenden Bezüge und Spannungen ebenso thematisiert wie Fragen nach produktiven kulturellen Fehlübersetzungen, medialen Strategien und historischen Resonanzen. Razmis Arbeiten zählen nicht nur, aber insbesondere in diesem Zusammenhang zu den relevantesten ihrer Generation weltweit.
Die Ausstellung „Affinities“ versammelt Werke, die in vielfältiger Weise auf die Ausstellungsgeschichte des Hauses, auf kuratorische Ideen und auf historische wie aktuelle Präsentationsformen Bezug nehmen. Dabei werden die Werke bewusst über klassische Epochen- und Genregrenzen hinaus miteinander in Beziehung gesetzt und als ästhetische Verwandtschaften – als „Affinitäten“ – erfahrbar gemacht. Diese neuen Begegnungen sollen aber nicht nur auf die Werke untereinander beschränkt bleiben, sondern auch für das Publikum gelten – im Austausch mit Künstler*innen. Hierzu bietet dieser Abend Gelegenheit.
Der Eintritt ist frei. Das Gespräch findet auf Deutsch statt.
Anahita Razmi (*1981, lebt in London) hat an der Bauhaus-Universität Weimar, dem Pratt Institute in New York sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Kunst studiert. Internationale Ausstellungsbeteiligungen folgten unter anderem an der Zachęta Nationalgalerie in Warschau, dem Kunstraum Innsbruck in Österreich, dem Kunstmuseum Stuttgart in Deutschland, der Kunsthalle Baden-Baden in Deutschland, dem National Art Center in Tokio sowie im Rahmen der 55. Biennale von Venedig. Razmi erhielt unter anderem die Goethe-at-Lux-Residency (2018), den Werkstattpreis der Erich-Hauser-Stiftung (2015), das MAK-Schindler-Artists-and-Architects-in-Residence-Program in Los Angeles (2013) sowie den Emdash Award der Frieze Foundation (2011). Ihre Arbeiten sind in mehreren internationalen Sammlungen vertreten, darunter im Kunstmuseum Stuttgart, im Museo Novecento in Florenz sowie im Davis Museum am Wellesley College in den USA.
Foto (Caroline Schlüter): Ausstellungsansicht „Affinities – Neue Begegnungen in der Sammlung der Kunsthalle Recklinghausen “, Kunsthalle Recklinghausen 2025 (links: Anahita Razmi, Reign Coat, 2018, rechts: Vogel, Ägypten, 6.-7. Jahrhundert, Ikonen-Museum Recklinghausen)



















