Aktuelles Recklinghausen

Der Big Belly Solar wurde in den USA entwickelt und wird dort vielfach genutzt. Aber auch in Europa und in Deutschland hat er schon Einzug gehalten. So verwenden, in der Nähe zu Recklinghausen, bereits die Städte Münster und Arnsberg diese Behälter.
Müllpresse und Solarmodul
Das Neuartige an den Behältern ist, dass sie mit einer innenliegenden Müllpresse versehen sind und durch ein Solarmodul angetrieben werden, das auf dem Dach des Behälters installiert ist.
Durch die Müllpresse können sie eine hohe Verdichtung vornehmen. Die Wanne im Behälter des Big Belly Solar hat ein Volumen von 120 Litern. Sie kann durch die Einwirkung der Müllpresse die fünf- bis siebenfache Menge im Vergleich zu einem Behälter, in dem der Müll lose gesammelt wird, aufnehmen. Das sind ungepresst 600 bis 840 Liter. Umgerechnet auf einen „normalen“, im Stadtgebiet vorhandenen Behälter von 50 Litern Fassungsvermögen, sind das ungefähr zwölf bis 16 Abfallkörbe.
Selbstverständlich können und sollen bei erfolgreichem Test, die allein in der Innenstadt vorhandenen 171 Behälter nicht sämtlich durch den Big Belly Solar ersetzt werden, da es hier insbesondere sogenannte „Wurfzonen“ zu berücksichtigen gilt. Das heißt, dass vor allem in Innenstadtbereichen, die Dichte von Abfallkörben hoch sein sollte, da erfahrungsgemäß sonst Abfall im öffentlichen Raum entsorgt wird.
GPS und Ampelschaltung
Eine Alternative bieten jedoch gerade Außenstandplätze, die regelmäßig ein bis zwei Mal wöchentlich von der Straßenreinigung angefahren werden. Hier könnten Anfahrten gespart werden. Denn der Big Belly Solar ist gleichzeitig über GPS direkt mit den KSR verbunden. Sein Füllstand wird durch eine Ampelschaltung direkt den Mitarbeitern bekanntgegeben. Springt dann eine Anzeige von Grün auf Gelb, so wird bekannt, dass die nächste Leerung des Behälters bald stattzufinden hat, bevor er in die Rotphase wechselt.
Weitere Vorteile: Arbeits- und Kosteneffizienz
Neben der statistischen Erfassung von Leerungen, können auch Störungen dokumentiert werden. Vier Behälter im zweiwöchentlichen Rhythmus (gleich 400 Liter pro Woche) könnten somit durch vier Big Belly Solar ersetzt werden, die dann nur ein Mal in sechs Wochen oder sogar nach einem noch längeren Zeitraum, geleert werden müssten. Statt zwölf Anfahrten, also nur eine Anfahrt. So könnten die speziellen saisonalen Schwankungen Berücksichtigung finden. Etwa dann, wenn die Schönwetterphasen beginnen und sich viele Leute im Freien aufhalten und somit viel Abfall hinterlassen. Es könnte also eine ganz gezielte Leerung nach jeweils aktuellem Bedarf stattfinden.
Durch die Verlängerung der Leerungsrhythmen könnten andere Arbeiten intensiviert, Fahrzeugressourcen eingespart und zudem moderne, innovative Technik zum Einsatz gebracht werden.
Ob und in wie weit sich die Mehrkosten eines solchen Behälters rentieren, die Arbeitsabläufe für die Mitarbeiter optimiert werden können und die Technik die versprochene Leistung erbringt, soll zunächst in einer zweimonatigen Probephase getestet werden.
Ein in der Innenstadt eingesetzter normaler Abfallbehälter mit Ascher kostet etwa 600 Euro, ein Big Belly Solar ungefähr 4.500 Euro.



















