Aktuelles Recklinghausen

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Stadt lädt am 9. November zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht ein
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Rathaus
Einleitung
Die Stadt Recklinghausen pflegt seit Jahren eine breit angelegte Erinnerungs- und Gedenkkultur, die von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird. Und so lädt Bürgermeister Christoph Tesche die Bürger*innen am Dienstag, 9. November, zum Mahnmal am Herzogswall vor dem Finanzamt ein.
Haupttext


Unter Schirmherrschaft der Stadt findet dort in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde und der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) ab 17.30 Uhr eine Veranstaltung statt, mit der an die Reichspogromnacht 1938 erinnert wird. 

Auch in Recklinghausen zogen vor 83 Jahren in der Nacht vom 9. auf den 10. November SA-Trupps durch die Straßen der Innenstadt und der Südstadt, misshandelten im Zuge organisierter Gewaltmaßnahmen jüdische Bürger*innen, verwüsteten deren Geschäfte und setzten die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde, die damals an der Ecke Westerholter Weg/Limperstraße stand, in Brand.

„Wir sind es den Opfern schuldig, die von den Nazis drangsaliert und umgebracht wurden, die Erinnerung an sie wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich so etwas in unserem Land niemals wiederholt“, sagt Christoph Tesche. Der Bürgermeister appelliert an die Bürgerschaft, dass am 9. November möglichst viele Recklinghäuser*innen durch ihre Teilnahme an der Gedenkveranstaltung ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jegliche Form von Ausgrenzung setzen. 

„Leider hat es in jüngerer Vergangenheit verstärkt immer wieder Übergriffe auf jüdische Einrichtungen oder Menschen gegeben. Das darf uns nicht ruhen lassen, sondern ist vielmehr für uns Aufforderung und Verpflichtung zugleich, unsere Bemühungen weiter zu verstärken“, betont Tesche. Er verweist darauf, dass die Stadt dieser Verantwortung auch gerecht wird, indem bei der Volkshochschule eine Stelle eingerichtet ist, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema befasst. Breiten Raum nimmt unter anderem die Pflege des vielbeachteten „Recklinghäuser Gedenkbuchs“ ein. Auf einer Online-Plattform wird die Biografie von Menschen aufbereitet, die Opfer der NS-Terrorherrschaft von 1933 bis 1945 geworden sind.  

Im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung zum 9. November wegen der Corona-Pandemie deutlich kleiner ausfallen. Gemeinsam mit der Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit,  Gerda E.H. Koch, hatte der Bürgermeister im Gedenken an die Opfer ein Blumengesteck niedergelegt und die Kultusgemeinde entzündete am Mahnmal vor dem Finanzamt in Erinnerung an ihre durch die Nazis ermordeten Mitglieder Kerzen. 

In diesem Jahr findet zum 9. November das Gedenken aber wieder mit einem Programm am Mahnmal statt. Nach Grußworten von Christoph Tesche und Gerda Koch werden Schüler*innen des Theodor-Heuss-Gymnasiums „Den Opfern ein Gesicht geben“. So lautet auch der Titel des Gedenkjahres, dass das Gymnasium in der Südstadt für 2021 ausgerufen und mit einer ganzen Reihe von Aktionen gestaltet hat.

Allerdings fiel die geplante Auftaktveranstaltung der Schule zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ebenfalls der Corona-Pandemie zum Opfer. Nun stellen die Schüler*innen die Schicksale von jüdischen Familien in der Südstadt am 9. November vor. „Den Ansatz, gerade auch die Schulen für das Thema zu sensibilisieren, werden wir in den kommenden Jahren weiterverfolgen. Wenn Fachleute erklären, dass bei rund 25 Prozent der Bevölkerung ein latenter Antisemitismus vorherrscht, darf uns das nicht ruhen lassen. Weit verbreitet ist auch die Einschätzung, dass wir viel zu viel über den Holocaust reden und ein Schlussstrich gezogen werden soll. Das ist beschämend“, sagt Tesche. Weiter erklärt der Bürgermeister: „Ich bin froh und stolz, dass wir eine solch aktive Jüdische Gemeinde haben, die ihren festen Platz in der Stadtgesellschaft hat und sich auf vielfältige Weise einbringt. Und das keineswegs nur am 9. November.“ 

Für eine musikalische Begleitung der Veranstaltung ist gesorgt. Das gemeinsame Entzünden einer Friedens- und Hoffnungskerze hat im Programm ebenso seinen Platz wie das Kaddisch, das jüdische Totengebet. Nach der Veranstaltung am Mahnmal vor dem Finanzamt lädt die Jüdische Kultusgemeinde in die Synagoge ein. Die Bürgerinitiative „Die Erinnerung darf nie enden!“, in der sich engagierte Bürger*innen zusammengeschlossen haben, gestaltet den Abend mit Musik, Tanz und Lesungen. Es gilt die 3-G-Regel.

Datum
28.10.2021


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