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Titel
Stadt Recklinghausen schafft Perspektiven für wohnungslose, psychisch- oder suchtkranke Menschen
Bild
Stadt Recklinghausen schafft Perspektiven für wohnungslose, psychisch- oder suchtkranke Menschen
Einleitung
Wege in ein selbstbestimmtes Leben: Was bleibt, wenn die Wohnung weg ist? Oder Suchtmittelabhängigkeit und andere Leiden den Alltag beherrschen?
Haupttext


Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk in Recklinghausen e.V. (DW) schafft die Stadt Recklinghausen jetzt mit einem Projekt neue Perspektiven für wohnungslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und/oder Suchterkrankungen. 

Dazu stehen ab sofort sechs kleine Appartements auf der Straße Im Bogen 14 bis 16 mit einer Gesamtfläche von 214,68 Quadratmetern zur Verfügung. Alleinstehende wohnungslose Personen über 21 Jahren, die psychisch erkrankt sind und/oder an einer Suchtkrankheit leiden, können hier zukünftig neue Hoffnung finden. „Mit der Errichtung kleiner Wohneinheiten und gleichzeitigen Anbindung an Gemeinschaftsaktivitäten, Beratungs- und Gesprächsangebote soll für die Betroffenen eine Umgebung geschaffen werden, in der sie trotz ihrer Schwierigkeiten bleiben können und wollen“, erklärt Dr. Sebastian Sanders, Sozialdezernent der Stadt Recklinghausen. „Sie sollen einen Rückzugsort finden und sich angenommen, aufgehoben und unterstützt fühlen.“

Das Projekt trägt den Namen „Wohnen Plus“ und ergänzt die Versorgung des Personenkreises der Psychisch- und/oder Suchtkranken, die bestehende Hilfs- oder Unterstützungssysteme häufig infolge einer fehlenden Krankheitseinsicht nicht wahrnehmen können. „Bei wohnungslosen Menschen in Recklinghausen handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe, mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen“, erklärt Bürgermeister Christoph Tesche. „Wir arbeiten stetig daran, unser Hilfsangebot auszubauen und den verschiedenen Anforderungen anzupassen. ‚Wohnen‘ Plus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass dieses System sehr gut funktioniert.“ 

Die individuelle Betreuungsdauer umfasst bis zu drei Jahre, in denen die betroffenen Personen an die Gesundheitsversorgung wieder angebunden werden sollen. Die Bewohner*innen werden an das Gesundheitssystem herangeführt und durch intensive Gespräche, Betreuung und Begleitung entsprechend gefördert. Nach und nach sollen somit mögliche Hürden zur Inanspruchnahme medizinischer und therapeutischer Hilfen abgebaut werden. 

Ziel ist es, den Betroffenen auf lange Sicht ein „geregeltes Leben“ zu ermöglichen. Erreicht werden soll dies unter anderem durch die sukzessive Übernahme von Eigenverantwortung für den individuellen Wohnbereich. Anleitung und Unterstützung verhindern dabei eine Überforderung, stellen aber beispielsweise das Einhalten der Hausordnung und eine angemessene Wohnhygiene sicher. Neben den Wohneinheiten werden auch Gruppenräume geschaffen, die gemeinschaftlichen Aktivitäten dienen. So zielt das Konzept insbesondere auch darauf ab, die Sozialkompetenzen der betroffenen Personen zu stärken. „Wir möchten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam den individuellen Hilfebedarf ermitteln. Dieses kann nur über ein Beziehungsangebot der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen, die für den Prozess beratend, begleitend und mit kreativen Ideen zur Verfügung stehen“, erklärt Frau Shaw, Geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werkes in Recklinghausen e.V. Für die Sicherstellung des individuellen Lebensunterhaltes inklusive der Kosten der Unterkunft ist jede*r Hilfesuchende selbst verantwortlich, erhält jedoch bei Beantragung entsprechender Leistungen seitens der Fachkräfte Unterstützung.

Die Betreuung erfolgt über ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Fachkräften der sozialen Arbeit, Krankenpflegepersonal sowie Assistenzkräften. Regelmäßige fachärztliche Beratungen, Fortbildungen und Supervisionen werden für das eingesetzte Personal sichergestellt. 

Das Diakonische Werk finanziert die erforderlichen Umbauten sowie die Ausstattung der Wohneinheiten, der Gruppenräume sowie der Büro- und Beratungsräume. 

Das Gebäude ist Eigentum der Wohnungsgesellschaft Recklinghausen mbH, welche alle Wohnungen im Jahre 2005 umfangreich saniert und langfristig an die Stadt Recklinghausen vermietet hat. Im Zuge des Projekts wird das Gebäude nun an das Diakonische Werk untervermietet. 

Helfen statt wegzuschauen

Darüber hinaus bietet die Stadt gemeinsam mit dem Diakonischen Werk eine Vielzahl von weiteren Angeboten, die den wohnungslosen Menschen wieder einen Weg aus der Wohnungslosigkeit heraus ermöglichen. „Jeder wohnungslose Mensch ist einer zu viel“, sagt Tesche. „In Recklinghausen muss niemand auf der Straße übernachten, dafür sorgt ein breit gefächertes Spektrum an Hilfsangeboten. Dennoch bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nicht wegzuschauen, wenn sie auf Menschen in Not treffen.“ 

Wenn Sie alleinstehende wohnungslose bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen kennen oder selbst betroffen sind, können Sie sich an die Beratung für Wohnungslose des Diakonischen Werks in Recklinghausen e.V. wenden:

Beratungsstelle Herner Str. 8, 45657 Recklinghausen
Tel.: 02361/10-2064, -2039, -2036, -2031

Die Beratungsstelle bietet montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr eine offene Sprechstunde an. Die Berater*innen stehen auch außerhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung zur Verfügung:

Weitere Informationen und Ansprechpartner*innen: https://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Leben_Wohnen/Wohnen/Hilfe_zur_Wohnungssicherung_bei_drohendem_Wohnungsverlust/index.asp

 

Datum
31.05.2021


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