Aktuelles Recklinghausen

Titel
Wanderausstellung: Die 70er in Westfalen – Demos, Discos, Denkanstöße
Bild
Institut für Stadtgeschichte
Einleitung
Die Wanderausstellung des rock'n'popmuseums Gronau in Zusammenarbeit mit dem LWL-Museumsamt für Westfalen ist vom 21. September bis 23. November im Institut für Stadtgeschichte, Hohenzollernstraße 12, zu sehen.
Haupttext


Die Eröffnung findet am Freitag, 21. September, um 17 Uhr statt.

Thema der Ausstellung sind die Bilder von Christoph Preker, die die 1970er-Jahre wieder lebendig werden lassen. Die 70er-Jahre gelten als politische und kulturelle Umbruchphase. Es ist das Jahrzehnt neuer sozialer Bewegungen wie der Frauenbewegung, der soziokulturellen Zentren oder der Open-Air-Konzerte. Die Umwelt- und Friedensbewegung machten durch Großdemonstrationen von sich reden. Alternative Zeitungen und Magazine boomten. Die Überwindung veralteter Strukturen fand nicht nur in Metropolen statt. Kinderläden, Jugendzentren, die Gleichberechtigung unterschiedlicher Lebensstile und vieles mehr sind heute ein unauffälliger Bestandteil unseres Lebensalltags, mussten damals allerdings noch Schritt für Schritt der Mehrheitsgesellschaft abgerungen werden. Die Demokratisierung der Gesellschaft nahm in den 1970er-Jahren ihren Lauf. Willy Brandt hatte in seiner ersten Regierungserklärung angekündigt: "Wir wollen mehr Demokratie wagen."

Einige Schlagworte aus dieser Zeit sind: Ausbau der Hochschulen, BaföG, Reform des §218, Radikalenerlass und Berufsverbote, Einführung von Gesamtschulen, "Terroristenjagd" und "Deutscher Herbst", RAF und "Institutionen-Feindlichkeit", "Grenzen des Wachstums" und Ölkrise. Die bundesdeutsche Gesellschaft und auch Westfalen-Lippe sind politisiert wie nie zuvor und befindet sich im Umbruch. Die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte verzwanzigfachte sich, Deutschland ist de facto ein Einwanderungsland geworden. PKWs, elektrische Haushaltsgeräte sowie Kommunikations- und Unterhaltungselektronik nehmen flächendeckend zu. Die Innenstädte werden immer mehr zu modernen Verwaltungsstandorten; bezahlbarer Wohnraum wird rar; es kommt zu Hausbesetzungen und Bürgerinitiativen.

Doch die 1970er-Jahre sind auch schrill und bunt. Disko, Glamrock oder Heavy Metal waren ebenso angesagt wie Schlaghosen, Plateausohlen und Blümchen-T-Shirts. Die Jugend verbrachte ihre Abende und Nächte im eigenen Partykeller oder im Saturday-Night-Fever in den Diskotheken.

Christoph Preker (1945-1996) war ein leidenschaftlicher Fotograf aus Münster, der bis zum Schluss unbeeindruckt von der bunten Bilderwelt der Hochglanzmagazine am Schwarz-Weiß-Film festhielt. Viele Jahre galt er als Münsters bekanntester Theaterfotograf, fotografierte bei Proben und Premieren. Zwischen 1970 und 1996 dokumentierte er mit seiner Kamera nicht nur das akademische Leben in Münster zwischen Demos, Hausbesetzungen oder Rektorwahl, sondern sein Interesse galt daneben auch der Musik und dem Alltagsleben, nicht nur in Münster.

Die Ausstellung umfasst die Themen Politik und Bildung, Geschlechterverhältnisse, Proteste, Kindheit und Jugend, Mode und Design, Alltag, Mobilität und Wohnen, Kunst und Kultur sowie die internationale und regionale Musik der Zeit. Handabzüge in Schwarz-Weiß auf Aludibond-Platten sowie ausgewählte Exponate zu den einzelnen Themen illustrieren dieses turbulente Jahrzehnt sehr anschaulich. Mithilfe eines Audio-Guides öffnen sich die musikalischen Sphären vom Art-Rock über Punk bis hin zum Saturday Night Fever. Auf Medientischen sind weitere Informationen zu finden. Hier können sich Besucherinnen und Besucher interaktiv in die „bewegte Welt“ der 1970er einloggen und sich von den Albumcharts beschwingen lassen. Das virtuelle Fotoalbum, ein zweite Monitorinstallation, eröffnet die privaten Perspektiven auf die herausragende Ereignisse und ihre Wahrnehmung abseits der großen Zentren Westfalens. In Form von „Talking People“, lebensgroße, sprechende Silhouetten, treffen Besucherinnen und Besucher auf Protagonisten im Szenario des Jahrzehnts.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog von 172 Seiten Umfang mit vielen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, der für 24,95 € in Gronau beim rock’n’popmuseum sowie in den einzelnen Stationen erworben werden kann.

 

Ansprechpartner sind Dr. Thomas Mania, rock’n’popmuseum Gronau, Tel. 02562/8184-13 bzw. thomas.mania@rock-popmuseum.de  und Frau Verena Burhenne, M.A., LWL-Museumsamt für Westfalen, Tel. 0251/591-4753 bzw. verena.burhenne@lwl.org.

 

Die Ersteröffnung findet am 21. September 2018, um 17.00 Uhr im Institut für Stadtgeschichte – RETRO STATION – Recklinghausen statt.

Recklinghausen, Institut für Stadtgeschichte, 21.09.2018 – 23.11.2018

Gronau, rock’n’popmuseum, 02.12.2018 – 07.04.2019

Gütersloh, Stadtmuseum Gütersloh, 14.04.2019 – 09.06.2019

Hemer, Felsenmeer-Museum, 16.06.2019 – 11.08.2019 

Brakel, Stadtmuseum Brakel, 18.08.2019 – 13.10.2019

Bielefeld, Bauernhaus Museum Bielefeld, 20.10.2019 – 15.12.2019

Minden, Mindener Museum, 21.12.2019 – 16.02.2020

Warstein, Städtisches Museum Haus Kupferhammer, 23.02.2020 – 19.04.2020

 

Datum
17.09.2018


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