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Bürgermeister Tesche stellt neuen Chef des Ikonen-Musems vor
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Wachwechsel im Ikonenmuseum Recklinghausen: Bürgermeister Christoph Tesche begrüßte Dr. Lutz Rickelt, der zum 1. Dezember die Nachfolge von Dr. Eva Haustein-Bartsch antritt.
Einleitung
Das Ikonen-Museum Recklinghausen bekommt einen neuen Leiter. Zum 1. Dezember 2018 tritt Dr. Lutz Rickelt seine Stelle an. Damit erfüllt sich für ihn ein lang gehegter Wunsch, kennt er das Ikonen-Museum doch schon seit vielen Jahren.
Haupttext

Hier absolvierte er nicht nur ein Praktikum, sondern assistierte auch bei der sehr erfolgreichen Ausstellung „Gold und Blei – Byzantinische Kostbarkeiten aus dem Münsterland“, die das Ikonen-Museum in Kooperation mit der Universität Münster organisierte. Zuvor arbeitete er schon am Katalog der Ausstellung „Von Drachenkämpfern und anderen Helden“ mit.

„Mit Dr. Rickelt haben wir einen echten Experten für die sehr anspruchsvolle Aufgabe im Ikonen-Museum gefunden. Dieses genießt bekanntlich international einen hervorragenden Ruf. Aus der ganzen Welt kommen Menschen zu uns nach Recklinghausen, um die hochkarätige Sammlung zu begutachten oder sie nehmen das vielfältige Ausstellungsprogramm wahr. Uns ist sehr daran gelegen, dass die hohe Qualität des Museums erhalten und ausgebaut wird. Dafür ist Dr. Rickelt der richtige Mann. Vor allem haben mich seine Ideen überzeugt, mit denen er gerade auch das heimische Publikum in der Stadt und der Region noch stärker als bisher in das Ikonen-Musem locken will. Das kann den Ruf Recklinghausens als Kulturstadt nur stärken“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche bei der Vorstellung des neuen Museumschefs.

Ausdrücklich würdigte der Verwaltungschef die Verdienste der scheidenden Museumsdirektorin Dr. Eva Haustein-Bartsch, die nach fast 36 Jahren in Diensten der Stadt Ende November in den Ruhestand getreten ist. „Wir sind ihr zu großem Dank verpflichtet. Sie hat nicht nur die Sammlung des kontinuierlich ausgebaut, sondern maßgeblichen Anteil am glänzenden Ruf, den das Ikonen-Museum nicht zuletzt auch in der Fachwelt genießt.“

25 Bewerbungen waren bei der Stadt für die Stelle der Museumsleitung eingegangen. Sechs Bewerberinnen und Bewerber wurden zu einer Vorstellungsrunde eingeladen. „Bei den Verantwortlichen ist die Entscheidung dann einstimmig auf Dr. Rickelt gefallen“, verriet Bürgermeister Tesche.

Der Nachfolger von Dr. Eva Haustein-Bartsch, die 35 Jahre lang im Ikonen-Museum Regie führte, wurde 1974 in Bremen geboren. Er besuchte das Gymnasium im nahen Syke und nahm nach Abitur und Zivildienstes 1996 ein Studium der Musik- und Geschichtswissenschaft in Oldenburg auf. Auf Grund der geringen praktischen Studieninhalte im Bereich Musikwissenschaft und der Verlagerung seiner historischen Interessen wechselte er anschließend an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und studierte Alte Geschichte, Byzantinistik und Frühchristliche Archäologie. 2016 legte er seine Promotion im Fach Byzantinistik mit Magna cum laude ab. Seine Dissertation „Herrscherbuße. Schuld und Sühne byzantinischer Kaiser“ erscheint in Bälde.

Seit seiner Übersiedlung nach Münster war Rickelt viele Jahre als Grabungsmitarbeiter beim Westfälischen Museum für Archäologie, Amt für Bodendenkmalpflege tätig, u. a. auch in Haltern und Olfen. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik, der Universität Münster und lehrt dort seit 2009. Im Sommersemester 2017 vertrat er schließlich seinen Lehrer Prof. Dr. Michael Grünbart.

Kulturgeschichtliche Themen und Fragen haben Lutz Rickelt während des Studiums und seiner universitären Arbeit geprägt. In Lehre und Forschung maß er Objekten als Quelle für historische, kulturelle und gesellschaftliche Prozesse stets eine wichtige Rolle zu. Deshalb wird er zukünftig auch einen Fokus auf die sozialen und gesellschaftlichen Funktionen der Ikone legen, die bisher gerade in musealen Kontexten nur eine untergeordnete Rolle einnehmen. „Ikonen liefern vielfältige Informationen über die Bereiche Theologie, Liturgie und Frömmigkeit hinaus. Wir erfahren durch sie auch viel über gesellschaftliche Ordnungen und Mentalitäten, soziale Praktiken und politische Ideologien. Ich war schon immer besonders an der Rolle der Ikone im täglichen Leben und die Darstellung dieser Lebensumwelt interessiert“, verriet der neue Musemsleiter bei seiner Vorstellung.
Eine besondere Herausforderung stellt für ihn die digitale Archivierung und Dokumentation des Sammlungsbestandes dar. Er sieht in digitalen Datenbanken einen wesentlich verbesserten Zugang zu kultureller Bildung, eine Erleichterung der fachlichen Kommunikation vor allem auf internationaler Ebene und natürlich auch eine Chance, die globale Sichtbarkeit des Museums und der Stadt zu erhöhen („Was es nicht im Netz gibt, existiert nicht“).

Eine erfolgreiche Museumsarbeit basiert für Lutz Rickelt aber auch auf der Kooperation mit verschiedensten Institutionen. „Eines meiner wesentlichen Anliegen ist es, Jugendliche und Kinder noch stärker für das Museum zu begeistern. Dabei verfolge ich den Ansatz, unsere Angebote tatsächlich auch auf ihre Wünsche und Forderungen zuzuschneiden. Warum sollen sie eigentlich nicht aktiv in die Konzipierung einer Ausstellung eingebunden werden?“, sagte der neue Museumschef. Mitgebracht hat er außerdem die Idee, mit der Herausgabe eines Ikonenmalbuchs stärker als bisher auf das Museum aufmerksam zu machen. „Mein Ziel ist es, das Museum stärker nicht nur im Bewusstsein „der Stadt“, sondern konkret ihrer Bürgerinnen und Bürger zu verankern.“
Bereits jetzt kann das Ikonenmuseum mit einer Vielzahl von Angeboten aufwarten. Rickelt will Gruppen- und Kinderführungen, Workshops Silhouettentheater, Führungen an Fest- und Feiertagen oder den Kunstsalon noch bekannter machen. „Wir wollen bei den unterschiedlichen Zielgruppen noch passgenauer für unsere Angebote werben“, kündigte der neue Museumschef an. So denkt er zum Beispiel auch über spezielle Programme und verlängerte Öffnungszeiten während des Events „Recklinghausen leuchtet“ nach, das in diesem Jahr mehr als 200.000 Besucher in die Altstadt gelockt hat.

Als notwendig sieht Rickelt eine verstärkte Vernetzung des Ikonen-Museums mit Schulen und anderen Lehreinrichtungen an. Schüler und Lehrer sollen das Museum als Ort des Lernens kennenlernen und nutzen. Denn eine lebendige und kontinuierliche Zusammenarbeit mit diesen Instituten erschließt nachhaltig neue Besucherpotenziale. Grundsätzlich sieht Rickelt vielfältige Möglichkeiten, neue Besuchergruppen zu gewinnen. Als ein zentrales gesellschaftliches Anliegen begreift er dabei die Förderung des interkulturellen Dialogs und die Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund.


 

Datum
29.11.2018


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