Aktuelles Recklinghausen

Titel
Ausstellung über russische Metallikonen im Ikonen-Museum
Bild
Begutachten die Ikonen-Sammlung: Dr. Hans-Jürgen Schwalm, Direktor der städtischen Museen Recklinghausen, und Eva Haustein-Bartsch, Leiterin des Ikonen-Museum Recklinghausen.
Einleitung
Vor einem Jahr erhielt das Ikonen-Museum Recklinghausen eine insgesamt 66 Werke umfassende Sammlung russischer Metallikonen vorzüglicher Qualität aus dem Nachlass der bedeutenden Garten- und Landschaftsarchitekten Gustav und Rose-Marie Wörner aus Wuppertal.
Haupttext

Ab Sonntag, 11. November, ist im Ikonen-Museum die Ausstellung „HOLY METAL – Russische Metallikonen aus dem Nachlass Gustav und Rose-Marie Wörner“ zu sehen.

In der Sammlung befinden sich unter anderem acht Kreuze verschiedener Form, mehrere Triptychen und zwei Tetraptychen (vierteilige Klappikonen). Viele sind aufwendig mit farbigem Email geschmückt oder vergoldet. Alle wichtigen Themen sind vertreten: Christus, die Muttergottes, Festtage und Heilige. Das außergewöhnlichste und kostbarste Stück ist ein vergoldetes, aufklappbares Medaillon, das 1634 in Montenegro oder Bosnien hergestellt wurde und Darstellungen der Muttergottes und der Dreifaltigkeit aufweist. Außerdem gehört eine Emailikone aus Kupfer mit einer ungewöhnlichen Kreuzigungsdarstellung zu diesem Nachlass, der eine willkommene Ergänzung der bedeutenden Kollektion von Metallikonen im Ikonen-Museum Recklinghausen darstellt.

Über Rose-Marie und Gustav Wörner
Als Garten- und Landschaftsarchitekten widmeten sich Gustav (1932–1997) und Rose-Marie (1927–2015) Wörner mit Hingabe der Erforschung, Erhaltung und Pflege historischer Gärten und Parks in der Bundesrepublik Deutschland. 1962 gründeten sie ihr Planungsbüro in Wuppertal und schafften es als Pioniere auf diesem Gebiet, zahlreiche Garten- und Parkanlagen angesichts der stetig wachsenden Urbanisierung zu bewahren oder zu rekonstruieren. Durch ihr großes berufliches und persönliches Engagement für die Gartendenkmalpflege sowie durch ihre hervorragenden Publikationen leistete das Ehepaar Wörner einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt des gartenkulturellen Erbes Deutschlands.

Rose-Marie Wörner, die am 24. Januar 1927 in Magdeburg geboren wurde, absolvierte von 1945 bis 1947 eine Gärtnerlehre und anschließend ein Studium der Gartenarchitektur und Landespflege in Hannover, das sie 1953 mit dem Diplom abschloss. Danach arbeitete sie als Assistentin von Prof. Heinrich Friedrich Wiepking in Hannover sowie im Planungsbüro Rudolf Goebel in Dortmund, bevor sie 1962 ein eigenes Planungsbüro in Wuppertal gründete, dem 1963 ihr Mann Gustav Wörner als Partner beitrat. Aufgrund des Interesses der beiden an Kunst- und Kulturgeschichte und vor allem an damals noch völlig unbekannten gartenhistorischen Themen erhielten sie Aufträge für Gutachten und Planungen zur Gartendenkmalpflege und der Wiederherstellung historischer Gärten in der Bundesrepublik, vor allem in Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin. Begleitet wurden die Arbeiten stets durch zahlreiche Publikationen, Pläne, Studien und Vorträge, mit denen die Wörners die wissenschaftlichen Grundlagen und Methoden für den denkmalgerechten Umgang mit den historischen Gärten und Parks legten.

Gustav Wörner starb bereits 1997, Rose-Marie Wörner am 9. März 2015 im Alter von 88 Jahren in Wuppertal. Sie hinterließ ihre Sammlung von 66 sehr qualitätsvollen russischen Metallikonen dem Ikonen-Museum Recklinghausen.

Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Dank für das großzügige Vermächtnis der Eheleute Wörner, sondern soll auch an ihre gemeinsame berufliche Leistung auf dem Gebiet der Gartendenkmalpflege erinnern.

Russische Metallikonen
Getriebene oder gegossene Arbeiten in Gold, Silber und Kupfer sind in der christlichen Kunst schon früh bekannt. Seit dem 11. Jahrhundert wurden auch in Russland Ikonen als Metallreliefs hergestellt, oft kleine Anhänger, die als Amulette getragen wurden. Seit dem 17. Jahrhundert erlangten Erzeugnisse der Gießkunst in der Technik der „verlorenen Form” eine sehr große Verbreitung. Insbesondere in der Blütezeit der gegossenen Ikonen (17. – 19. Jahrhundert) wurden sie immer großformatiger. Oft weisen sie stilisierte Aufhänger auf, eine Reminiszenz an die ursprüngliche Funktion.

Das bedeutendste Zentrum der Metallikonen war seit 1719 das Vyg-Kloster der Altgläubigen in Nordrussland nahe dem Weißen Meer (Pomor’e-Gebiet). Zwar verbot im Jahr 1722/23 Zar Peter der Große den Handel mit den „unkünstlerischen” und „unwürdigen” Kreuzen und Metallikonen, doch ohne Erfolg. Noch weniger eingehalten wurden das erneute Verbot und die angeordnete Konfiszierung im Jahre 1843. Als 1854 die großen Vyg-Werkstätten samt Kloster geschlossen und zerstört wurden, ging die Produktion über in kleine Familienbetriebe im Ural, in Guslicy bei Moskau, im Baltikum und in der Kostroma-Region, aber auch in große Gießereien der Altgläubigen, wie diejenigen am Preobraženskij-Friedhof in Moskau.

Metallikonen zierten die „Schöne Ecke” des russischen Hauses, man nahm sie mit auf Reisen und in den Krieg. Im 19. Jahrhundert wurden sie über Haustüren und an hölzernen Grabkreuzen befestigt. Es gibt Metall¬ikonen in unterschiedlichsten Formen: einteilige, zweiteilige (Dipty¬chen), dreiteilige (Triptychen) und vierteilige (Tetraptychen). Sowohl die künstlerische Qualität als auch die des Gusses und der anschließenden Bearbeitung (Nachschleifen, Ziselieren, Emaillieren, Vergolden) der russischen Metallikonen fallen sehr unterschiedlich aus. Besonders geschätzt wurden Ikonen mit Farbemail.

 

 

Datum
12.11.2018


Veranstaltungskalender

Zur Veranstaltungssuche

Museen

Ikonenmuseum_aussen
In Recklinghausen gibt es verschiedene Museen zu entdecken, darunter das Ikonen-Museum und die Kunsthalle. Mehr

Umfrage
Broschüren und Pläne
Broschueren Titelblatt-Montage
Ob Sie Recklinghausen zu Fuß entdecken wollen, eine Übernachtungsmöglichkeit suchen oder einen Überblick zu unseren Museen bekommen möchten: Mit unseren Broschüren und Plänen können Sie sich informieren und Ihren Besuch planen. Einige Broschüren gibt es auch in verschiedenen Sprachen.
Gedenkbuch

 
Karte Staetten der Herrschaft

Sich mit der NS-Diktatur auseinandersetzen, Möglichkeiten des Engagements schaffen und sich so gegen das Vergessen des Nazi-Terrors einsetzen - dafür steht das Online-Gedenkbuch. Mehr

VCC bietet Häuser und Flächen für Veranstaltungen

Ruhrfestspielhaus

Sie haben ein Konzept, aber keinen Ort? Der Eigenbetrieb Vestisches Cultur- und Congresscentrum Recklinghausen (VCC) vermarktet die Veranstaltungshäuser und -flächen der Stadt Recklinghausen. Mehr

Abonnieren Sie unsere Seite

RSS-Symbol
Sie als Nutzer können unsere Seite kostenfrei abonnieren. Wenn neue Meldungen auf der Startseite oder den weiteren sechs Hauptseiten erscheinen, erhalten Sie die Meldungen auch sofort. Mehr