Aktuelles und Veranstaltungen

Im Institut für Stadtgeschichte finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Informationen dazu gibt es auf dieser Seite.

STADT- UND VESTISCHES ARCHIV

Weil das schönste Rathaus in Recklinghausen steht und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung das am Samstag, 28. März, auch offiziell bestätigt hat, gibt es jetzt eine virtuelle Fotoausstellung, die den Bestand des Rathausgebäudes im Wandel der Zeit thematisiert.

Ausschachtungsarbeiten am Erlbruch, mit Spundwand und Betonfundament, 1905, im Hintergrund die kath. Liebfrauenkirche in RE-Hillen
Rathaus im Bau, um 1907
Rathaus vor der Einweihung, Herbst 1908
Rathaus, Südseite, Herbst 1908
Hauptportal Nordseite, Zustand Herbst 1908
Haupttreppe ins erste Obergeschoss, Zustand Herbst 1908
Treppe ins zweite Obergeschoss, Zustand Herbst 1908
Photochrom-Ansichtskarte, zwischen 1908 und 1910
Photochrom-Ansichtskarte, Südseite mit Erlbruchpark, zwischen 1908 und 1910
Rathaus mit Kaiserwall und stadteinwärtiger Bebauung, um 1910
Rathaus, um 1910
Photochrom-Ansichtskarte, um 1910
Rathaus mit Vorplatz, um 1930
Rathausvorplatz mit Auffahrt zum Hauptportal und Stadthaus A, um 1960
Ansicht von Westen, um 1960
Luftbild, Ansicht von Norden, um 1960
Rathaus mit Vorplatz, Blick aus Stadthaus A, 1965
Rathaus mit Vorplatz, um 1970
Rathausvorplatz, um 1970
Südseite, Winter 1973
Nordseite mit Vorplatz und neuem Brunnen 1990er Jahre
Rathaus heute

Das Recklinghäuser Rathaus: Historistische Architektur als Symbol für Geschichte, Demokratie und kommunales Selbstbewusstsein:

Betrachtende schauen seit 1908 auf ein imposantes Bauwerk, das für Recklinghausen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz neue städtebauliche Maßstäbe setzte. Bemerkenswert ist die Ortswahl: Anders als in vielen anderen Städten brachen Recklinghausens Stadtväter mit der urkundlich seit Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisbaren Standorttradition des Altstadtmarktes. Das monumentale neue Rathaus suchte buchstäblich „das Weite“: Ein großflächiges Areal im Süden des historischen Stadtkerns, das keine Bezüge zu den Vorgängerbauten von 1256, 1505 und 1847 aufweist, wurde zum neuen Standort gewählt.

Die Stadtverwaltung Recklinghausen, die ab 1890 eine steigende Zahl von Dienstleistungen für eine rasant wachsende Bevölkerung zu schultern hatte, benötigte immer mehr personelle und materielle Kapazitäten: Das war der Auslöser für den Rathausneubau. Hinzu kam das gestiegene Selbstbewusstsein der aufstrebenden, mittlerweile kreisfreien Industriestadt, die Anschluss suchte an „standesgemäße“ Repräsentationsformen der Kaiserzeit. Überdies sorgte eine wirtschaftliche Hochkonjunktur in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts für einen Bauboom in ganz Deutschland. Wegen dieses Wirtschaftswachstums und der gestiegenen Steuereinnahmen gab es bei den Kommunen volle Kassen und umfangreiche Investitionen. Die Bauzeit des Rathauses (1905–1908) fällt nicht von ungefähr in die Schlussphase dieser prosperierenden Wirtschaftsperiode.

Durch ein einzigartiges Städtewachstum entstanden in ganz Deutschland zwischen 1850 und 1900 rund 200 neue Rathäuser. Der junge Kölner Architekt Otto Müller-Jena fand für seinen Entwurf eines neuen Recklinghäuser Rathauses großstädtische Vorbilder in Essen, Elberfeld, Leipzig, Hamburg, Hannover, Wiesbaden, Ingolstadt und Bielefeld. Reicher Fassadenschmuck, Figurennischen, Glasmalereien, Steildächer, verzierte Giebel, Türme oder Dachreiter mit großen Uhren sowie Erker, Loggien und Balkone gehörten zum Bauprogramm.

Im Erlbruch, einem alten Sumpfgelände, das die Kölner Erzbischöfe im 14. Jahrhundert der Stadt geschenkt hatten, verwandelte sich im Oktober 1908 die größte Baustelle Recklinghausens in einen der auffälligsten kommunalen Repräsentations- und Verwaltungsbauten im rheinisch-westfälischen Industrierevier. Das wuchtige, die kleinräumigen und pittoresken Dimensionen Alt-Recklinghausens sprengende Gebäude erhält auch insofern eine Bedeutung, als es ein spätes Beispiel der deutschen Neorenaissance darstellt, die in den Schlössern und Stadtpalais des 16. Jahrhunderts ihr Vorbild fand.

Neben diesem architektonischen Aspekt gab es aber auch ein sozialgeschichtliches Motiv für die Errichtung öffentlicher Bauten in solcher Gestalt: Das nationalliberale Wirtschaftsbürgertum, Schrittmacher der Industriellen Revolution, suchte den Anschluss an eine Epoche, die durch den wirtschaftlichen Erfolg städtischen Bürgertums geprägt war. Indem die neuen Rathausbauten die Stilformen der Frühen Neuzeit, insbesondere die sogenannte „deutsche“ Renaissance imitierten, verwiesen sie auf das Idealbild des altdeutschen Städtewesens, wie es nach Meinung der Zeitgenossen vor allem in den freien Reichsstädten des 16. Jahrhunderts verwirklicht wurde.

Doch nicht nur diese geschichtsverliebte Attitüde sollte sich in den neuen Rathausbauten zeigen. Das deutsche Wirtschafts- und Bildungsbürgertum verstand sich schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts als Träger des Nationalgedankens, der auch einen legitimen Bedarf nach einem eigenen Stil in Kunst und Architektur anmelden wollte. Auf diese Weise wurden die Rathäuser des Kaiserreiches auch zu Denkmälern bürgerlichen Kulturbewusstseins und nationaler Wirtschaftsmacht. Seit den Kommunalwahlen vom März 1919 steht das Rathaus auch für den Durchbruch der Demokratie auf die kommunale Ebene, seitdem sind die Rathäuser in Deutschland ein Fundament des demokratischen Miteinanders und ein Austragungsort lebensnaher demokratischer Ideen und Projekte.

Die nachstehende Bilderfolge zeigt wie in einem Kaleidoskop, dass sich das Recklinghäuser Rathaus, trotz dramatischer geschichtlicher Zäsuren und Entwicklungen und unbeschadet diverser Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Innern, über mehr als 110 Jahre treu geblieben ist. Die ehemals wilhelminische Attitüde ist heute längst einer Wahrnehmung von Schönheit, Stil und Kongruenz der Architektur gewichen. Eine glückliche Fügung hat es ermöglicht, dass das Rathaus das Jahr 1945 ohne nennenswerte Kriegsschäden überwand und nicht, wie in vielen anderen Städten in NRW mit vormals schönen alten Rathäusern, einem nüchternem Zweckbau der 1950er-Jahre die Bühne überlassen musste. Recklinghausen behielt so ein unverwechselbares Bauwerk, das die Bürgerschaft, die kommunale Demokratie und das Selbstbewusstsein sowie den Gemeinsinn der Stadt imposant vereint. Der überraschende Wettbewerbssieg am Samstag, 28. März 2020, der das Recklinghäuser Rathaus zum schönsten seiner Art in NRW macht, verleiht dieser historischen Synthese seinen angemessenen Ausdruck.



RETRO STATION

 

Öffentliche Führungen

An jedem letzten Donnerstag im Monat findet um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung statt (ausgenommen sind Schließzeiten des Instituts für Stadtgeschichte).
Besuch und Führung sind kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich


 

schichtamschachtDas Projekt „Schicht am Schacht. Das Paulusviertel nach der Kohle“ geht online! 


Unter dem Titel „Schicht am Schacht. Das Paulusviertel nach der Kohle“ läuft seit dem 1. September 2018 ein neues Projekt in der RETRO STATION im Institut für Stadtgeschichte, das in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement im Paulusviertel, dem Deutschen Kinderschutzbund Recklinghausen e. V., dem Geschichtskreis General Blumenthal und der Grundschule Hohenzollern umgesetzt wird. Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes und von der RAG-Stiftung gefördert. 

Wer Interesse an den Angeboten rund um das Thema „Das Paulusviertel nach der Kohle“ hat, kann sich nun online informieren: Unter der Projekthomepage www.schichtamschacht.info und auf den Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram gibt es einen Überblick über das Projekt und Informationen rund um die RETRO STATION im Institut für Stadtgeschichte. Auf der Homepage finden sich sowohl Fotos als auch Beschreibungen der Ausstellung in der RETRO STATION. Gegliedert ist die Geschichte in die Entwicklung der Stadt bis in das Jahr 1900, die Geschichte des Bergbaus in der Region und die Ereignisse des 20. Jahrhunderts. 

Auch für die beiden Förderer, die Kulturstiftung des Bundes und die RAG-Stiftung, ist es ein wichtiges Anliegen, den Strukturwandel nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus in Recklinghausen als aktuelles Thema in das Museum zu bringen und die RETRO STATION als ehemaliges Vestisches Museum noch weiter mit der Bevölkerung vor Ort zu vernetzen. Dies geschieht vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und verschiedene Aktionen, an denen sich Bürger vor Ort beteiligen können. Eine Theaterproduktion mit Kindern der Grundschule Hohenzollern und dem Arbeitstitel „Auf Kohle geboren?“ ist bereits gestartet. Weitere Aktionen sind geplant.

Auskunft erteilt:
Dr. Johanna Beate Lohff
Projektleitung „Schicht am Schacht. Das Paulusviertel nach der Kohle“

Institut für Stadtgeschichte-RETRO STATON
Hohenzollernstr. 12
45659 Recklinghausen

Tel.: 0176 36207098
Email: schichtamschacht@recklinghausen.de

 

Veranstaltungskalender

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Ikonenmuseum_aussen
In Recklinghausen gibt es verschiedene Museen zu entdecken, darunter das Ikonen-Museum und die Kunsthalle. Mehr

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Theater / Schauspiel
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Tanz / Artistik
 10.49 % (17 Stimmen)

Comedy / Kabarett
 29.63 % (48 Stimmen)

Musik
 27.78 % (45 Stimmen)

Lesungen
 11.73 % (19 Stimmen)

Insgesamt: 162 abgegebene Stimmen.
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Karte Staetten der Herrschaft

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