Opferbuch

Gedenkbuch

Portraitfoto
Alfred Drissen als Fliegeroffizier im Ersten Weltkrieg (Foto: privat)
Alfred Drissen als Fliegeroffizier im Ersten Weltkrieg (Foto: privat)
Nachname
Drissen (Drißen)
,
Alfred Johann
Geboren am
19.09.1883
Geboren in
Bottrop
Religion
katholisch
Adressen

Westerholter Weg 73, Recklinghausen
Elper Weg 96, Recklinghausen

Eltern
Johann Philipp Drissen (1853 – 1907, Bergwerksdirektor auf „General Blumenthal“; Familiengruft auf dem Lohtorfriedhof), Wilhelmine Drissen, geb. Dickmann (*1868)
Geschwister
Heinrich Johann (1879-1956, kath. Priester), Gertrud Hermine (*1890), Magdalene (*1902), Wilhelmine (Daten unbekannt)
Ehepartner
Maria Erna Stephanie Drissen, geb. Unger
Kinder
3 Töchter (*1925, *1927, *1928)
Beruf
Bergrat a.D.
Diskriminierungsstatus
Politische Überzeugung
Verfolgungsschicksal

KZ Esterwegen Mai 1935 bis November 1935, April 1936 bis November 1936, 14.09.1939 bis 13.06.1942

1934 von der Gestapo verwarnt wegen abfälliger Äußerungen über Maßnahmen des NS-Staates. „1935 hat er…, als er auf Kriegserlebnisse zu sprechen kam, in Bezug auf den Herrn Ministerpräsidenten  und Generalfeldmarschall Göring unwahre und ehrenrührige Tatsachen behauptet. Er ist dieserhalb durch Urteil der Strafkammer des Landgerichts Bochum vom 26.08.1935 wegen öffentlicher Beleidigung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt worden und hat anschließend noch einige Zeit im Konzentrationslager zugebracht.“

Am 14.10. 1939 wurde Drissen erneut festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen in einer Gaststätte in Recklinghausen („Goldener Eimer“), „öffentlich gehässige, hetzerische und von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates oder der NSDAP … gemacht zu haben, die geeignet sind, das Vertrauen des Volkes zur politischen Führung zu untergraben…“ Drissen hatte behauptet Göring sei ein Trunkenbold und Drückeberger. Wegen der Gefahr „weiterer unruhestiftender Äußerungen in der Öffentlichkeit“ erfolgte die Unterbringung Drissens in der Provinzial-Heilanstalt Eickelborn. Aufgrund der Feststellungen des Sachverständigen Provinzial-Obermedizinalrates Dr. Pohlmann wurde dem Angeklagten kein Straftatbestand im Sinne eines Vergehens gegen das Heimtückegesetz vorgeworfen, da er psychisch erkrankt sei. Drissen wurde bis zum 13.06.1942 in Eickelborn interniert.

Weitere Lebensdaten

1911 Bergreferendar
im 1. Weltkrieg Offizier der Luftwaffe (Beobachtungsflieger), Auszeichnungen EK I und EKII
1918 Bergassessor
1920 Bergwerksdirektor der Zeche „Wilhelmszeche“ im Westerwald
1922 – 1930 Bergrat im Revier Werden, in Gladbeck-Süd und Süd-Bochum
1930 vor Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt wegen einer Kriegsbeschädigung; Vor 1933 Mitglied der DNVP, nach 1933 Mitglied in NSV, NSKOV, RLB und der Reichsschrifttumskammer
29.10.1934 Verleihung des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer durch Reichspräsident von Hindenburg

1945-1946 Ernennung des Bergrates Alfred Drissen zum Leiter des Bergamtes 2 durch die Alliierten.
Im Klageverfahren am Sozialgericht Münster in 50er Jahren wird betont, dass die Überführung in die Anstalt Eickelborn von Drissens  Anwalt unter großen Schwierigkeiten durchgesetzt wurde, um einer Zuchthausstrafe wegen Verunglimpfung des Reichsministers Göring zu entgehen. Eine Klage wegen Ablehnung eines Wiedergutmachungsanspruchs wurde wegen Nichteinhaltung der Widerspruchsfrist abgelehnt.

Alfred Drissen ist Verfasser mehrerer Bücher über den Bergbau z.B. „Die deutsche Bergmannssprache“ und „Alt-Blumenthal. Festschrift zum 75jährigen Bestehen des Steinkohlebergwerks General Blumenthal 1873-1948, Recklinghausen 1948.“

Alfred Drissen starb am 09.08.1961 in Recklinghausen.

Quellen

Ludger Linneborn, Georg Möllers, Heribert Seifert: Das Petrinum unterm Hakenkreuz. Zur Geschichte des Gymnasium Petriunum in Recklinghausen in der Zeit von 1933-1945. Recklinghausen 2001, S.62.
Sta Re  Mikrofilm Einwohnerkartei
Sterberegister 1961 Nr. 866
LA NRW Abt. Westf. Q 833 Nr. 20 Sozialgericht Münster
BArchiv R 3001/ Sondergericht Dortmund 18a Js. 711/40
RZ 25.09.1958
Todesanzeige RZ 11.08.1961




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