1.04 Gestapo-Terror im Polizeipräsidium

Im Machtgefüge des nationalsozialistischen Recklinghausen spielte das Polizeipräsidium von Anfang an eine bedeutende Rolle. Gleich im Februar und März 1933 leiteten die Nationalsozialisten mit der Ernennung Hans Stieler von Heydekampfs zum Sonderkommissar für Rheinland und Westfalen mit Sitz in Recklinghausen und der Ersetzung des liberalen Polizeipräsidenten Dr. Ernst Wündisch durch den Nationalsozialisten Kurt Klemm die Machtübernahme in Recklinghausen ein. Mit dem Amtsantritt des neuen Polizeipräsidenten, durch SA- und SS-Formationen begrüßt, wurde auch unmittelbar der alleinige Herrschaftsanspruch formuliert: Am 6. März 1933 wurde erstmalig in Recklinghausen die Hakenkreuzfahne an einem öffentlichen Gebäude, dem Polizeipräsidium gehisst.

Die Hakenkreuzflagge aDie Hakenkreuzflagge auf dem Polizeipräsidiumuf dem Polizeipräsidium, National-Zeitung, 7. März 1933

Der Nachfolger Klemms, SA-Brigadeführer Hans Vogel, übte sein Amt von 1935 bis 1945 aus. Im Polizeipräsidium Recklinghausen war von 1933 bis 1935 die Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Münster untergebracht. Die regionalen Staatspolizeistellen gingen aus den politischen Abteilungen der staatlichen Polizeiverwaltungen in den preußischen Provinzen hervor. Auf Betreiben des preußischen Innenministers Hermann Göring gründete sich mit dem Gesetz vom 26.04.1933 in Preußen das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) mit Sitz in Berlin. Weitere gesetzliche Regelungen verselbständigten die Gestapo, bis die Polizeiverwaltungen am 01.04.1934 ihre politischen Abteilungen ganz verloren. Aus ihnen wurden entweder Staatspolizeistellen oder -außenstellen. In Westfalen wurden Staatspolizeistellen in Bielefeld, Dortmund und Recklinghausen geschaffen; keine befand sich am Sitz der Landesbehörde, also des Regierungspräsidenten. Vermutlich sollten sie direkt im Hauptoperationsfeld liegen, denn es galt, insbesondere im Ruhrgebiet, eine traditionell starke Arbeiterbewegung auszuschalten.

Die Staatspolizeistelle Recklinghausen zog Anfang 1935 nach Münster um. In der nun neuen Außenstelle Recklinghausen blieb allerdings eine starke Besetzung (bis 1935 aufgestockt von 40 auf 61), vor allem mit dem Dezernat II/3 (Linksbewegung). Die Gestapo sollte entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag „alle staatsgefährdenden Bestrebungen im gesamten Staatsgebiet“ erforschen und bekämpfen. Sie konnte dabei jedes Mittel anwenden. Das wichtigste Terrorinstrument war die „Schutzhaft“, mit dem zunächst die Funktionsträger von KPD und SPD ausgeschaltet wurden. Der Unterdrückungsapparat der Gestapo war allgegenwärtig und bezog auch die Kirche mit ein. Leiter der Gestapo Recklinghausen war bis 1935 Dr. Graf von Stosch. „Die Hölle von Recklinghausen“, so nannten die politisch Verfolgten das Polizeipräsidium aufgrund der Verhörmethoden vor allem der Gestapo-Beamten Tenholt und Leufke, die mit schwersten Misshandlungen Geständnisse erzwingen wollten. Viele Zeugenaussagen belegen die furchtbaren Folterungen der politischen Häftlinge. Auch der inhaftierte Zentrumspolitiker und spätere Oberbürgermeister von Recklinghausen, Wilhelm Bitter, behielt die Schreie der Gefolterten in grausamer Erinnerung.

[Vgl. 1.4. „Die Hölle von Recklinghausen“. Gestapo-Terror im Polizeipräsidium, in: Geck, Möllers, Pohl, „Wo du gehst und stehst…“ , Stätten der Herrschaft, der Verfolgung und des Widerstandes in Recklinghausen 1933-1945, Recklinghausen 2002, S. 18-20]

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