Öffentliche Erinnerung: Namensgebung bei Straßen und Gebäuden

Berücksichtigt wurden in der Liste nur diejenigen Personen, deren Gedenken sich hauptsächlich auf ihren Lebensweg und ihr Schicksal während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur bezieht. Die Daten geben den Tag der Namensgebung, im Falle von Straßen den des entsprechenden Ratsbeschlusses an.

Rabbi-Selig-Auerbach-Haus, Am Steintor 3 (Innenstadt), seit 19.6.1997, (Gedenktafel im Eingangsbereich)
Dr. Selig Auerbach (1906-1997), 1934-1938 Bezirksrabbiner in Recklinghausen, 1938 nach der Pogromnacht inhaftiert, Ende 1938 mit Frau Hilde und Tochter Chana emigriert, 1988 erster Besuch in Recklinghausen. Nach ihm wurde in Anwesenheit von Tochter Chana die ehemalige Israelitische Volksschule benannt.

Alkuin-Straße, (Recklinghausen-Hochlarmark), (Erläuterung auf dem Straßenschild)
P. Alkuin Gassmann (1890-1966) war als Franziskaner des Klosters Stuckenbusch ein bekannter Seelsorger und Prediger, 1939 und 1942 wurde er unter Anklage gestellt, 1942-1945 im KZ Dachau inhaftiert. Eine Tafel erinnert an der ehem. Klosterkirche St. Franziskus von Assisi an ihn.
(Zusätzlich: Gedenktafel a. d. Klosterkirche)

Anne-Frank-Weg, (RE- Süd) seit 16.1.1989
Anne-Frank-Schule, Grundschule, Henrichenburger Str. 186 (Suderwich), seit 1996
Anne Frank (1929-1945), Tochter einer jüdischen Bankiersfamilie aus Frankfurt, 1933 emigriert, 1942-44 versteckt in einem Hinterhaus in Amsterdam, Verfasserin des Tagebuchs, 1944 verschleppt und ermordet im März 1945 im KZ Bergen-Belsen

AlAllgemeine Jüdische Wochenzeitung, 13/1997lgemeine Jüdische Wochenzeitung, 13/1997

August-Kaiser-Straße, (Süd) seit 11.10.1956 
August Kaiser (1911-1945), geboren in Hochlarmark, bis 1933 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei, NS-Opfer, gefallen am 24.1.1945 in Kroatien

Bonhoefferstraße, (Süd) seit 13.11.1958
Bonhoefferhaus, Evgl. Gemeindehaus, Hans-Böckler-Str.20 (Ost), seit 13.5.1975
Dietrich-Bonhoeffer-Realschule, Hunsrückstr. 15 (Ost), seit 25.11.1985
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), evangelischer Theologe, Leiter des Predigerseminars der Bekennenden Kirche, Mitglied der Widerstandsbewegung, hingerichtet in Flossenburg am 9.4.1945

Dechant-Wessing-Straße (König-Ludwig), seit 15.3.1997
(Zusätzlich: Gedenk-Plakette in der St. Antonius-Kirche)
August Wessing (1880-1945), 1908-1924 Kaplan für die polnischen und tschechischen Zuwanderer in St. Antonius/König Ludwig, ab 1932 Pfarrer in Hoetmar, 1939 Dechant, 1942 wegen der Seelsorge für Fremdarbeiterinnen verhaftet, Tod im KZ Dachau am 4.3.1945;

Edith-Stein-Weg, (Paulusviertel), seit 10.8.1990
Dr. Edith Stein (1881-1942), geboren und aufgewachsen in einem jüdischen Elternhaus in Breslau, Philosophin,  1922 konvertiert, 1933 Eintritt als Sr. Theresia Benedicta a Cruce ins Karmeliterinnenkloster Köln, 1938 Flucht in den Karmel in -Echt/Holland, August 1942 Deportation, am 9.8.1942 ermordet im KZ Auschwitz

Fritz-Husemann-Straße, (Ost) seit 8.8.1950
Fritz-Husemann-Haus, Städtisches Bürgerhaus (Hochlarmark), Leopoldstr. 60, seit 26.2.1977   (Gedenktafel vor dem Eingang)
Fritz Husemann (1873-1935), 1919-1933 Vorsitzender der Verbandes der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands, 1924-1933 SPD-Reichstagsabgeordneter, am 15.4.1935 im KZ Esterwegen bei Papenburg erschossen.

Geschwister-Scholl-Straße (Süd), seit 13.11.1958
Geschwister-Scholl-Jugendheim. DGB-Haus, Dorstener Str. 27a
Sophie (1921-1943) und Hans Scholl (1918-1943), Studenten in München, Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, hingerichtet am 22.2.1943 im Gefängnis Berlin-Plötzensee

Heinrich-Imbusch-Straße (Ost), seit 30.8.1951
Heinrich Imbusch (1879-1945), Vorsitzender des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, später des Dachverbandes christlicher Gewerkschaften, Zentrumsabgeordneter im Reichstag 1919-33, 1933 Emigration ins französisch besetzte Saarland, seit 1942 im Untergrund in Essen

Jochen-Klepper-Haus 
Jochen Klepper (1903-1942), evangelischer Theologe, Journalist und Schriftsteller, Verfasser von Gedichten, deren Vertonung bis heute in kirchlichen Gesangbüchern stehen. 1931 Ehe mit der verwitweten Jüdin Johanna Stein, die sich 1938 taufen ließ und zwei Töchter hatte. Tochter Brigitte emigrierte 1939; die Ausreise von Renate scheiterte 1942. Angesichts der Furcht vor der Deportation von Johanna und Renate Klepper nahm sich Jochen Klepper mit seiner Familie am 10./11. Dezember 1942 das Leben.

Kardinal-von Galen-Straße (Ost), seit 3.11.1953

Clemens August Graf von Galen (1878-1946), ab 1933 Bischof von Münster, wegen seiner Auseinandersetzungen mit dem Regime und der berühmten Predigten 1941 gegen Gestapoterror und Euthanasie nach Kriegsende zum Kardinal ernannt.

Letterhausstraße (Ost), seit 24.11.1953
Bernhard Letterhaus (1894-1944), christlicher Gewerkschafter, Verbandssekretär der Katholischen Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands, preußischer Landtagsabgeordneter 1928-1933, Mitglied in Widerstandsgruppen, hingerichtet wegen Beteiligung am Attentat auf Hitler am 14.11.1944 in Berlin-Plötzensee

Ludwig-Steil-Haus (Suderwich) , Haus der Kirchengemeinde, Friesenstr.47
Ludwig Steil (1900 - 1945), Pfarrer in Holsterhausen, Leitungsmitglied der Bekennenden Kirche in Westfalen, stützte die Bekennende Gemeinde Suderwich, verstorben am  17.1.1945 im KZ Dachau

Ludwig-Przelutzki-Straße (Süd), seit 11.10.1956
Ludwig Przelutzki, vormals Przyludczi (1880-1933), geboren am 4.8.1880 in Schwientochlowitz im Kreis Beuthen/Oberschlesien, Bergmann, verstarb am 18.11.1933 im Gefängnis in Hamm.

Klausener-Straße (Ost), seit 11.10.1956
Erich-Klausener-Haus. Katholisches Zentrum (Innenstadt) , Kemnastr.7, seit 29.6. 1992 (Gedenktafeln in der Eingangshalle)
Dr. Erich Klausener (1885-1934), hauptamtlicher Landrat in Recklinghausen 1919-1924, Mitglied des Zentrums, hoher Verwaltungsbeamter im preußischen Wohlfahrts-und Innenministerium, Leiter der Katholischen Aktion Berlin, von der SS auf Befehl Görings am 30.6.1934 („Röhm-Putsch“) im Reichsverkehrsministerium ermordet.
(Außerdem: Erinnerungstafel vor dem Sitzungssaal, Altes Kreishaus)

Otto-Wels-Straße (Süd), seit 26.8.1986
Otto Wels (1873-1939), 1912-1933 SPD-Reichstagsabgeordneter, hielt am 23.03.1933 die berühmte Rede gegen das Ermächtigungsgesetz, 1933 Emigration und  Leitung der Exil-SPD in Prag und Paris, verstorben in Paris am 18.9.1939

Stauffenbergstraße (Süd), seit 13.11.1958
Claus Graf Schenk von Stauffenberg (1907-1944), Oberst im Generalstab, Mitglied in Widerstandskreisen, organisierte den Staatsstreich und führte das Attentat am 20.7.1944 auf Hitler aus, erschossen am 20. Juli 1944

Stegerwaldstraße (Stadtteil Ost), seit 24.11.1953
Adam Stegerwald (1874-1945), Vorsitzender des Gesamtverbandes christlicher Gewerkschaften und des Dachverbandes DGB, preußischer Ministerpräsident 1921, Reichstagsabgeordneter des Zentrum 1920-33, Reichsminister 1929-32, 1944 Gestapohaft

Thea-Winter-Kindergarten (Ost), Dortmunder Straße, seit  13.3.1996
Thea Winter (13.3.1940-10.6.1943), in Recklinghausen geborenes Kind einer Roma-Familie, deportiert und  im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Walter-Wenthe-Straße (Süd), seit 11.10.1956
Walter Wenthe (1910-1945), geboren am 8.7.1910 in Recklinghausen, bis 1933 führender Funktionär der Sozialistischen Arbeiterjugend, danach bis 1936 im Widerstand im Ruhrgebiet, verurteilt zu Zuchthaus und Strafbataillon, getötet bei Minenräumaktionen am 8.12.1945 in Frankreich

Wilhelm-Geck-Straße (König-Ludwig), seit 10.05.2004
Wilhelm Geck (1892-1989) war 1931-1961 evangelischer Pfarrer und in der NS-Zeit einer der führenden Köpfe der „Bekennenden Kirche.“ Nach 1945 war er Superintendent und wurde mit der Großen Stadtplakette geehrt.

Wilhelm-Leuschner-Straße (Ost), seit 26.9.1960
Wilhelm Leuschner (1890-1945), 1933 Vorsitzender des sozialdemokratischen Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reichstagsabgeordneter, hessischer Innenminister, aktiv in Widerstandskreisen tätig, hingerichtet wegen des Hitler-Attentats am 29.9.1944 in Berlin-Plötzensee

Georg Möllers

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