Aktuelles Recklinghausen

Titel
Bürgermeister Christoph Tesche zum Tode von Rolf Abrahamsohn
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Christoph Tesche zum Tode von Rolf Abrahamsohn
Einleitung
Die Jüdische Kultusgemeinde Recklinghausen trauert um ihren langjährigen Vorsitzenden Rolf Abrahamson, der am 23. Dezember im Alter von 96 Jahren verstorben ist.
Haupttext


Der Marler war der letzte Holocaust-Überlebende der Kultusgemeinde. „Rolf Abrahamsohn steht wie kein Zweiter für die Versöhnung und die christlich-jüdische Zusammenarbeit in unserer Stadt. Wir trauern um einen großartigen Menschen, eine eindrucksvolle Persönlichkeit, die sich um die Stadt verdient gemacht hat. In diesen schweren Stunden, sind unsere Gedanken bei seiner Familie“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche. 

Rolf Abrahamsohn war 1942 mit den in Recklinghausen verbliebenen Juden nach Riga deportiert worden. Er überstand nicht nur das dortige Ghetto, sondern überlebte auch weitere Stationen in Konzentrations- und Arbeitslagern. Schließlich wurde er in Theresienstadt von der Roten Armee befreit. Rolf Abrahamsohn kehrte in seine Heimat zurück und baute sich dort eine neue Existenz auf. Insbesondere kümmerte er sich auch um die Jüdische Kultusgemeinde, deren Vorsitzender er von 1978 bis 1992 war. 

Besonders lag es ihm am Herzen, junge Menschen von dem zu berichten, was er während der Nazidiktatur erlebt hatte. Als Zeitzeuge suchte er den Kontakt mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Dort erzählte er anschaulich und eindrucksvoll von seinen Erlebnissen. Nie wieder Krieg, nie wieder Antisemitismus, nie wieder Ausgrenzung, das war seine Botschaft, die er bis ins hohe Alter immer wieder bei allen sich bietenden Anlässen vertrat. 

Für seine Verdienste wurde der durch das Land NRW mit dem Verdienstorden ausgezeichnet, der Kreis ernannte ihn 2011 zum Vestischen Ehrenbürger. „Ich habe seinen Humor und seine Weitsicht geschätzt. Er hatte die Gabe, mit seinen Erzählungen die Menschen zu fesseln. Ich habe ihn stets dafür bewundert, dass er in das Land, das ihm und seiner Familie unermessliches Leid zugefügt hat, zurückgekehrt ist und ein Leben geführt hat, das ganz im Zeichen der Versöhnung stand. Wir werden Ralf Abrahamsohn nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche. „Das Schweigen der Mehrheit hat das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, für das die Nazis verantwortlich sind, erst möglich gemacht. Wir haben es in der Hand, dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Das ist das Vermächtnis von Rolf Abrahamsohn, dem ich mich mit vielen Recklinghäuserinnen und Recklinghausen verpflichtet fühle.“

Datum
27.12.2021


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