Aktuelles Recklinghausen

Titel
Bürgermeister schlägt Paket zur Stärkung von Handel und Gastronomie vor
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Rathaus
Einleitung
Einzelhandel und Gastronomie leiden in der Corona-Krise ganz besonders.
Haupttext


Da ausgerechnet diese Bereiche für die Einkaufsstadt Recklinghausen prägend sind, wird Bürgermeister Christoph Tesche der Politik ein Maßnahmenpaket zur Stärkung von Handel und Gastronomie vorschlagen. „Die ersten Lockerungen im Einzelhandel sind ja bereits da. Über kurz oder lang wird auch die Gastronomie wieder ans Netz gehen. Viele Menschen sind während der Corona-bedingten Schließungen auf das Internet ausgewichen. Es wird daher darum gehen, Kunden wieder zurückzugewinnen und dafür zu begeistern, lokal in Recklinghausen einzukaufen“, erklärte Bürgermeister Tesche. Der Fokus solle zwar auf die Altstadt gelegt werden, jedoch müssten auch in den Stadtteilen mit lokalen Einzelhandelsangeboten wie der Südstadt und Suderwich Akzente gesetzt werden. 

„Wir werden alles, was in unserer Macht steht, tun, um Handel und Gastronomie dabei zu unterstützen, nach der Krise möglichst schnell wieder Fuß zu fassen“, versprach Tesche. Er schlägt der Politik u.a. vor, durch eine geänderte Gebührenregelung auf Großparkplätzen (Konrad-Adenauer-Platz, Steintor, Dorstener Straße/ehemals Saalbau) Kunden in attraktiver Art und Weise entgegenzukommen. Bisher gilt dort die Gebührenpflicht bis 16 Uhr. 

Weiterhin schlägt Tesche vor, die Gastronomie und den Einzelhandel in diesem Jahr komplett von den Sondernutzungsgebühren für das Aufstellen von Tischen, Stühlen und das Ausstellen von Waren vor den Ladenlokalen zu befreien. Den Gastonomen soll außerdem die Möglichkeit eingeräumt werden, Tische und Stühle auch außerhalb der Breite des eigenen Gastronomiebetriebs aufzustellen. Vorausgesetzt natürlich, der Nachbar stimmt dem zu und notwendige Rettungswege bleiben frei. 

„Es ist davon auszugehen, dass die Gastronomie noch über einen langen Zeitraum dafür sorgen muss, dass Abstände eingehalten werden. Da kommt es den Betrieben sicher entgegen, wenn sie sich ein wenig mehr ausdehnen dürfen“, so Tesche. „Wir wollen unseren Beitrag zum Erhalt und zur Existenzsicherung der Gastronomiebetriebe und damit ganz sicher auch zum Erhalt der Lebensqualität in Recklinghausen leisten.“ 

Um ein Stimmungsbild in der Corona-Krise bei den heimischen Unternehmen einzufangen, hat die Stadt von einem Dienstleister eine Telefonumfrage durchführen lassen. Insgesamt wurden 400 Betriebe kontaktiert. „Wir wollen ja nicht im luftleeren Raum agieren, sondern legen Wert wie immer Wert darauf, uns mit den Unternehmen oder deren Interessenvertretungen eng abzustimmen“, sagte Tesche. 

Und so will die Wirtschaftsförderung Austausch mit dem Handel dann auch neue Veranstaltungsformate entwickeln, die sich unter Berücksichtigung der einzuhaltenden Schutzmaßnahmen an ihrem Nutzen für Handel und Gastronomie orientieren. Im Rahmen einer „Spätschicht“ könnten die Läden zum Beispiel bis 22 Uhr öffnen, natürlich begleitet von einer entsprechenden Marketingkampagne. Ergänzt wird das Format durch Straßenmusik und Walking Acts, die zusätzlich Leben in die Altstadt locken. 

Die Marketingkampagne „Gute Stube – Ruhrgemütlich einkaufen“ wird angepasst an die aktuellen Bedingungen fortgesetzt und ausgebaut. Schon in wenigen Tagen werden die ersten Plakate im Straßenbild, natürlich auch in den Nachbarstädten, sichtbar sein, die signalisieren, dass die Geschäfte wieder geöffnet haben. „Natürlich werden wir auch die Chance nutzen, auf zusätzliche Angebote, wie während der Corona-Krise initiierte Lieferdienste, aufmerksam zu machen. Mit der Kampagne wollen wir Identifikation schaffen, setzen ganz bewusst auf Lokalkolorit“, kündigte Stadtkämmerer Ekkehard Grunwald an. 

Auf den neuen Plakaten im Gute-Stube-Look werben deshalb Inhaber*innen des Einzelhandels aus der Altstadt unter dem Motto „Wir haben für Sie geöffnet“, in einer zweiten Phase werden auch Botschafter aus der Südstadt auf den Plakaten auftauchen. „Wir werden ganz offensiv die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auffordern, lokal einzukaufen, um den lokalen Einzelhandel zu stärken. Durch die Corona-Krise dürfte auch dem letzten Zweifler deutlich geworden sein, dass der Stadt ein großes Stück Lebensqualität verloren geht, wenn die Kunden noch mehr online shoppen“, sagte Bürgermeister Tesche. 

Die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing haben aber keineswegs nur das Auto im Blick. So sollen die Kunden verstärkt animiert werden, mit dem Fahrrad die Altstadt anzusteuern. Die Idee: Zu besonderen Anlässen wird eine kostenlose und bewachte Fahrradabstellanlage auf dem Altstadtmarkt angeboten. Als zusätzlichen Anreiz und als Dankeschön für die Anreise mit dem Rad, können Besucher*innen ihre Drahtesel kostenlos in einer mobilen Waschanlage reinigen und vom ADFC kodieren lassen. 



 

Datum
07.05.2020


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