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Titel
Diskussion zum Thema Organspende stößt auf große Resonanz
Bild
Engagiert diskutieren die durch den Seniorenbeirat eingeladenen Fachleute im Rathaus über das Thema Organspende. Foto Stadt RE
Einleitung
Gut besucht war die Diskussionsveranstaltung zum Thema Organspende, zu der der Arbeitskreis Soziales des Seniorenbeirates in das Rathaus eingeladen hatte.
Haupttext


„Wir sind mit der Resonanz hochzufrieden und ich bin überzeugt, dass die Besucher wichtige Informationen mitnehmen konnten“, zog auch Mitinitiator Norbert Jandt ein positives Fazit.

Bürgermeister Christoph Tesche hatte die Besucher und Fachleute persönlich begrüßt. „Ich bin immer wieder erfreut, dass wir eine so aktiven Seniorenbeirat haben. Mit der Veranstaltung hat der Arbeitskreis ohne Frage den Nerv getroffen und mich selbst durchaus auch dazu gebracht, mich mit dem Thema Organspende intensiv auseinanderzusetzen“, sagte Tesche.

Auf dem Podium saßen: Pfarrerin Barbi Kohlhage (Seelsorgerin im Klinikum Vest), Dr. Hans-Ulrich Foertsch (Ärztekammer Westfalen-Lippe), Udo Biemann (Selbsthilfegruppe „Lebertransplantierte Deutschland e.V.“), Gisbert Bultmann (Rechtsanwalt und Notar) und Karin Schäpers (Mitglied Seniorenbeirat). Moderiert wurde die Runde von Stadtpressesprecher Hermann Böckmann.

Dr. Foertsch ist seit mehr als zehn Jahren unterwegs, um bei den Bürgerinnen und Bürgern dafür zu werben, sich einen Organspenderausweis zuzulegen. „Ich habe als Internist über Jahrzehnte miterleben müssen, wie Menschen, die dringend ein Spenderorgan benötigt hätten, nach langer Leidenszeit verstorben sind. Das ist für mich Motivation genug, für die Bereitschaft zur Organspende zu werben“, sagte der Mediziner aus Marl.

Eindrucksvoll war der Bericht von Udo Biemann, der bereits mehr als zehn Jahre mit einer Spenderleber lebt. Der Vertreter der Selbsthilfegruppe berichtete, wie die Transplantation erst im dritten Anlauf glückte. „Die beiden ersten Organe, die man für mich ausgeguckt hatte, erwiesen sich bei den entsprechenden Untersuchungen dann doch nicht als tauglich. Heute lebe ich mit der neuen Leber prima, habe keine Einschränkungen, muss lediglich regelmäßig Medikamente nehmen.“

Auch Rechtsanwalt Gisbert Bultmann warb für die Organspende. „Vor Jahren ist mein Bruder tödlich verunglückt und wir haben damals nach einer entsprechenden Anfrage der Mediziner entschieden, dass er seine Organe spendet. Vieles wäre für uns leichter gewesen, wenn mein Bruder einen Spenderausweis gehabt hätte“, sagte der Jurist.

Seelsorgerin Barbi Kohlhage berichtete aus ihrem Berufsalltag und warb durchaus auch für Verständnis für die Menschen, die sich mit der Organspende schwertun. „Das ist letztlich auch für die Angehörigen ein Schritt, dessen psychologische Tragweite man nicht unterschätzen sollte.“

Nach der Talkrunde entwickelte sich eine intensive Diskussion über die anstehende Entscheidung im Bundestag, die mangelnde Aufklärung in der Öffentlichkeit und die Konzepte, die in anderen europäischen Ländern zu einer deutlich höheren Spendenbereitschaft führen. So sprach sich Dr. Foertsch für die sogenannte doppelte Widerspruchslösung aus, die regelt, dass zunächst jeder Menschen Organspender ist, solange er oder seine Angehörigen nicht widersprechen.

Eine Besucherin fand mit ihrem Diskussionsbeitrag besonders viel Beifall. „Wir sollten uns in der Diskussion nicht so sehr auf die Frage fokussieren, ob wir ein Organ spenden sollen, sondern vielmehr in den Mittelpunkt stellen, ob ich selbst für mich oder meine Angehörigen im Bedarfsfall ein Organ annehmen würde. Beantworte ich diese Frage mit einem ,Ja‘, sollte eigentlich auch klar sein, dass ich auch einen Spenderausweis mit mir trage.“

 

Datum
18.11.2019


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