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Erinnerungen in einer digitalen Sammlung bewahren: Online-Gedenkbuch wird fortgeführt
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Pressefoto Über die Neuheiten im Online-Gedenkbuch informierten Georg Möllers, Erster Beigeordneter, Dr. Matthias Kordes, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, und Jürgen Pohl, Leiter der Volkshochschule.
Einleitung
Sich mit der NS-Diktatur auseinandersetzen, Möglichkeiten des Engagements für Bürger schaffen und sich so gegen das Vergessen des Nazi-Terrors einsetzen – dafür steht das Online-Gedenkbuch der Stadt Recklinghausen.
Haupttext


Seit Mai 2015 ist es auf der städtischen Webseite aufrufbar und verfolgt das Ziel, die Recklinghäuser Gedenkkultur unter Einbeziehung der heranwachsenden Generationen weiterzuentwickeln.

Das Projekt lädt zum Mitmachen ein: Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Gruppen, Vereine und andere Institutionen sind zur Ergänzung, Korrektur und Weiterarbeit aufgerufen. Mit selbst erarbeiteten Biografien von Menschen, die Opfer von Verfolgung und Diskriminierung wurden, kann sich jeder beteiligen. Einige dieser Schicksale dienen auch als Grundlage für die Verlegung von Stolpersteinen. Insgesamt 17 solcher Steine erinnern bereits über das ganze Stadtgebiet verteilt an die Verbrechen der NS-Diktatur.

Am Online-Gedenkbuch wird auch auf internationaler Ebene gearbeitet. So ist durch die Korrespondenz mit einem deutschen Historiker, der in Prag arbeitet, das dramatische Schicksal eines jungen Tschechen aus Recklinghausen bekannt geworden. Neben anderen soll auch dieses Opfer der NS-Herrschaft in das Online-Gedenkbuch aufgenommen werden. Der Eintrag zu einem Recklinghäuser Paar, das wegen der Nürnberger Rassengesetze 1935 fliehen musste, hat zum Austausch mit der Universität Paris geführt, die die Erkenntnisse über das dramatische Lebensschicksal erweitert hat.

„Antisemitismus, Diskriminierung und fremdenfeindliche Tendenzen haben keinen Platz in Recklinghausen. Damit sich die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts niemals wiederholen, ist es wichtig, diese in Erinnerung zu behalten“, betont Bürgermeister Christoph Tesche. Das Online-Gedenkbuch bewahrt die Ergebnisse der jahrzehntelangen Auseinandersetzung der Recklinghäuser Bürgerinnen und Bürger mit der NS-Terrorherrschaft.

Für die Sicherstellung der Richtigkeit der eingereichten Biografien und die redaktionelle Arbeit sind der Erste Beigeordnete Georg Möllers, Jürgen Pohl, Leiter der Volkshochschule Recklinghausen, und Stadtarchivar Dr. Matthias Kordes verantwortlich. Sie präsentierten am Mittwoch, 10. April, den Ausbau der bereits umfangreichen digitalen Sammlung des Online-Gedenkbuchs im Rathaus.

Das Online-Gedenkbuch ist in drei Bereiche aufgeteilt. Die erste Säule ist das Opferbuch mit einer alphabetischen Auflistung der Verfolgten, ergänzt durch deren Biografien und Fotos. Die zwei Säule stellen die Stätten der Herrschaft dar. Hier sind Orte in Recklinghausen auf einer interaktiven Karte dargestellt, die in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus stehen. Die dritte Säule ist die Dokumentation des bisherigen und jetzigen Gedenkens in der Stadt Recklinghausen.

Das Projekt ist Teil des Internetauftritts der Stadt Recklinghausen und unter www.recklinghausen.de/gedenkbuch zu erreichen.

Datum
11.04.2019


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