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Bürgermeister Tesche: „Wir müssen die Erinnerung wachhalten“
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Mit Ben und Angelina tauschte sich Bürgermeister Christoph Tesche über deren Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz aus.
Einleitung
Die 10. Klassen der Otto-Burrmeister-Realschule haben anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am Montag ein eindrucksvolles Programm auf die Beine gestellt. Traditionell wird dieser Gedenktag von einer Schule in der Stadt gestaltet.
Haupttext

 

„Unsere Generation ist nicht schuld an dem, was unter der Naziherrschaft geschehen ist, aber wir sind es heute den Opfern des Naziterrors schuldig, dass die Erinnerung an sie wachgehalten wird“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche in seiner Rede, in der sich immer wieder direkt an die Schülerschaft wandte. 

Laut aktuellen Umfragen wissen mehr als 40 Prozent der Jugendlichen nicht mehr genau, was mit der Shoah verbunden ist. „Es droht, dass dadurch auch die Distanz zur so wichtigen Gedenkkultur in unserem Land wächst. Und wenn die Unwissenheit zunimmt, gibt es immer Personen, die das für ihre Zwecke ausnutzen wollen“, sagte Tesche. „Wenn bestimmte Kräfte in unserem Land eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad vollziehen wollen, müssen wir aktiv gegenhalten“, forderte der Bürgermeister.

Ausdrücklich begrüßte das Stadtoberhaupt, dass auch in der Otto-Burrmeister-Realschule regelmäßig Zeitzeugen des Holocaust wie Sally Perel zu Gast sind, um mit ihren eindrucksvollen Berichten die Erinnerung wachzuhalten. „Solche Begegnungen kann auch kein noch so gutes Buch ersetzen“, sagte Tesche.  Die Schülerinnen und Schüler der Realschule forderte er auf, „von Anfang an Stopp zu sagen, wenn Menschen ausgegrenzt oder diskriminiert werden. Die Mehrheit darf nicht noch einmal schweigen“, forderte der Bürgermeister. „Wir alle müssen daran mitwirken, tatsächlich Wert zu schätzen, in welchem Land wir leben. Und wir sind aufgerufen für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu werben“, lobte Tesche. 

Mit der Gedenkveranstaltung hätten die Schülerinnen und Schüler einen wertvollen Beitrag dazu und zur Gedenkkultur in der Stadt geleistet. Sie hatten sich zuvor über Monate im Unterricht und verschiedenen Projekten mit dem Holocaust auseinandergesetzt. Eindrucksvoll berichteten Angelina und Ben in ihren kurzen aber intensiven Vorträge von ihren Besuchen in der Gedenkstätte Auschwitz und Yad Vashem in Jerusalem.

Außerdem hatten sich die Schülerinnen und Schüler auf die Spuren von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern begeben, die im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk an der Maybachstraße eingesetzt wurden und unter dem Naziterror litten. Die Ergebnisse ihrer Forschungen präsentierten sie auf dem Schulflur auf mehreren Stellwänden und mit Kunstprojekten. 

Schulleiter Lars Trzecinski berichtete, dass seine Schule die Gestaltung des Tages zum Anlass genommen habe, die Gedenkkultur an der Realschule auf eine noch breitere Basis zu stellen. „Wir sind dazu Bildungspartnerschaften mit der heimischen Volkshochschule und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingegangen.“ Zurecht war Trzecinski stolz darauf, was seine Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung aus dem Lehrerkollegium den interessierten Besuchern der Gedenkveranstaltung präsentierten. Neben Vertretern des Rates und der Verwaltung waren insbesondere auch zahlreiche Akteure dem Ortsteil erschienen. Zu den Gästen gehörten außerdem Dr. Mark Gutkin, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde und Gera E. H. Koch, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden gleich zwei Gedenktafeln enthüllt. Am Eingangsportal der Otto-Burmeister-Realschule hängt seit Montag eine Glastafel, die an die Zwangsarbeiter erinnert, die auf der Hillerheide während des ersten und zweiten Weltkrieges in Gefangenschaft leben und arbeiten mussten. Einen Haselnussbaum hat die Schule außerdem im einen Steinwurf entfernten „Hain der Menschenrechte“ gepflanzt, um auch dort an die Opfer des Holocaust zu erinnern.

Datum
28.01.2019


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