Aktuelles Recklinghausen

Titel
Umfangreiche Ersatzpflanzungen im Zuge der Entwicklung der ehemaligen Trabrennbahn im Recklinghäuser Stadtgebiet
Bild
Trabrennbahn
Einleitung
Die Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn zur Umwandlung durch die Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen (SER) in ein modernes Wohnquartier schreiten weiter voran.
Haupttext


Insgesamt 11,25 Hektar (ha) Wald gleichen künftig den 7,5 ha großen Forst- und Baumbestand aus, dessen Rodung aufgrund des kampfmittelbeeinflussten Geländes sowie der weiteren Entwicklung unumgänglich war. Vor allem grün soll es in Zukunft im Recklinghäuser Stadtgebiet werden, deshalb beginnen jetzt in zwei Zeitabschnitten die Arbeiten zu einer umfangreichen Ersatzaufforstung – immer in Abstimmung mit dem zuständigen Landesbetrieb Wald und Holz.

Los geht es Ende März mit 6,6 ha Wald verteilt auf zehn Ersatzaufforstungsflächen im Recklinghäuser Stadtgebiet, unter anderem im Bereich der Mollbecke, des Lohwäldchens und der Brandheide. Auch die restlichen 4,65 ha Baumbestand erfolgen zeitnah, entsprechend der Flächen-Verfügbarkeit. Für die Aufforstung im Bereich der Brandheide müssen ab Donnerstag, 18. März, ca. 21 Pappeln gefällt werden, deren Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet sind. Die Bäume sind zudem zum Teil von Starkastausbrüchen vergangener Stürme gezeichnet und würden durch weitere Forstarbeiten die Voraussetzungen für die jungen Bäume gleich nach der Waldbegrünung stark gefährden.

Klimaangepasste Aufforstung 
Die neuen Waldflächen, die entstehen, zeichnen sich durch eine hohe Klimaresilienz (Widerstandfähigkeit gegen die Auswirkung des Klimawandels) aus. Das bedeutet, dass die Bestände den veränderten klimatischen Bedingungen besser begegnen können, die der Klimawandel bereits verursacht hat. Dies geschieht durch eine große Durchmischung verschiedener Baumarten, einem großen Anteil an eher wärme- und trockenheitsverträglichen Sorten sowie der Pflanzung möglichst junger Exemplare. Insgesamt werden circa 41.000 Ersatzpflanzungen vorgenommen.

Die Zusammensetzung der Arten unterscheidet sich durch die Lage der Flächen im Stadtgebiet. So kommt es in den Kernbereichen der Ausgleichsflächen zu einer unterschiedlichen Zusammensetzung aus Rotbuchen, Stieleichen, Traubeneichen, Edelkastanien, Hainbuchen, Winterlinden, Spitzahorn, Schwarznuss, Vogelkirsche und Baumhasel. In den Randbereichen erfolgt eine Zusammensetzung aus Haselnuss, Schwarzdorn, Pfaffenhütchen, Wildbirne, Holzapfel, Eberesche, Feldahorn und Roter Hartriegel.

Im Rahmen der Rodungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn wurden außerdem qualitativ hochwertige Höhlenbäume separiert, deren Baumstämme zu sogenannten Totholzpyramiden zusammengestellt werden, die als Nist- und Winterquartiere für höhlenbewohnende Vogel- und Fledermausarten dienen. Darüber hinaus erfüllt die Stadt nicht nur die formalen Aufforstungsmaßnahmen, sondern plant künftig auch umfangreiche Baumpflanzungen im Bereich der Erschließungsstraßen, entlang der Seepromenade sowie in den Grün- und Freianlagen und auf dem Lärmschutzwall des neuen Wohnquartiers auf der Trabrennbahn. Insgesamt sollen hier rund 700 neue Bäume gepflanzt werden. 

Hintergrund „Wohnen am Wasser“ in Hillerheide
Das 34 Hektar große Areal liegt seit der Insolvenz des Trabrennvereins 2003 brach. Im Rahmen der Erstellung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts Hillerheide (ISEK Hillerheide) im Jahr 2015 hat die Stadt Recklinghausen unter Beteiligung der Bürgerschaft die Neuordnung und Nutzbarmachung der ehemaligen Trabrennbahn als eines von fünf Leitprojekten der Stadtentwicklung festgelegt. 

Im Jahr 2016 einigte sich eine große Anzahl von Bürger*innen, Politiker*innen und Fachleuten mit großer Mehrheit auf das Konzept des Planungsbüros reicher haase associierte GmbH (RHA) aus Dortmund, das die Erstellung eines Rennbahnsees beinhaltet. Die Idee „Wohnen am Wasser“ war geboren. 

Aktuell wird die Masterplanung zur Umsetzung des Konzeptes erarbeitet und konkretisiert. Damit Bürger*innen einen Einblick in die Planung erhalten, folgt in den kommenden Monaten hierzu eine Bürgerinformation.

Über das Projekt
Auf dem seit langer Zeit brachliegenden Gelände der Trabrennbahn soll ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Wohnquartier mit Vorbildcharakter entstehen. Eckpfeiler des Konzepts sind dabei Klimaschutz- und Klimaanpassungsaspekte, eine innovative Energieversorgung, alternative Mobilitätskonzepte, die Anlage großzügiger Grün- und Freiflächen mit vielfältigen Spiel- und Aufenthaltsangeboten, eine Durchmischung diverser qualitativ hochwertiger Wohn- und Lebensformen zur Schaffung eines lebendigen Stadtteils, die Ansiedlung zentraler Versorgungseinrichtungen sowie die Verknüpfung zum Bestandsquartier Hillerheide zur Begünstigung eines Stadtteils der kurzen Wege. Als besonderes Highlight soll im Zentrum der Fläche ein See in Größe des Rennbahnovals entstehen. 

Umfassende Informationen zum Projekt gibt es auch auf der Homepage der Stadt und auf der eigens eingerichteten Projekthomepage zum ISEK Hillerheide: 

https://www.recklinghausen.de/inhalte/startseite/leben_wohnen/stadtentwicklung_und_stadtplanung/trabrennbahn/index.asp 

https://www.isek-hillerheide.de/

 

Datum
18.03.2021


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