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„Echte Kerle schlagen nicht“: Sechs engagierte KSR-Mitarbeiter geben der zweiten Auflage der Kampagne ein Gesicht
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Pressefoto - Echte Kerle aus Reihen der KSR: Patrick Voßmöller, Nils Mrzyglod, Sebastian Kerkhoff, Xani Fisnik, Serdal Acikgöz und Mesut Sahin. Foto - Stadt RE
Einleitung
Den Auftakt machten im vergangenen Jahr drei Prominente. Bürgermeister Christoph Tesche, Schauspieler Wichart von Roëll und Schalke-Torwart Ralf Fährmann waren die Gesichter der Kampagne „Echte Kerle schlagen nicht“, mit der der Runde „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt“ in der Stadt gegen Übergriffe auf Frauen mobilgemacht hat.
Haupttext

In diesem Jahr findet die Aktion anlässlich des internationalen Tages „NEIN zur Gewalt gegen Frauen“ ihre Fortsetzung. Diesmal hat das Bündnis starke Männer aus Reihen der Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) als Fotomodell gewinnen können.

Zieren Tesche, von Roëll und Fährmann bis heute einen Linienbus der Vestischen, zeigen die sechs KSR-Mitarbeiter ab sofort auf den Werbeflächen von zwei orangefarbenen Müllfahrzeugen Flagge. „Ich bin sehr froh, dass engagierte Mitarbeiter aus der Belegschaft diese sinnvolle Aktion mittragen“, erklärte Tesche. KSR-Chef Uwe Schilling betonte, dass es kein Problem gewesen sei, in den eigenen Reihen Unterstützer zu finden. „Wir mussten niemanden dienstverpflichten, vielmehr haben sich direkt Mitarbeiter gefunden, die davon überzeugt sind, dass es sinnvoll ist, die Kampagne aktiv zu unterstützen.“

Die Fotos hat auch in diesem Jahr wieder der ehemalige RZ-Fotograf Thomas Nowaczyk geschossen. „Wir haben im vergangenen Jahr so viel positive Resonanz auf die Kampagne erhalten, dass wir uns entschlossen haben, in diesem Jahr eine zweite Aktion zu starten“, erläuterte Manuela Sabozin-Oberem. Das Problem sei leider nach wie vor aktuell. „Statistisch gesehen wird jede dritte bis vierte Frau einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt“, sagte die Leiterin der Recklinghäuser Frauenberatung.

Geworben wird mit der zweiten Auflage der Kampagne „Echte Kerle schlagen nicht“ auch für das bundesweite „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“, das rund um die Uhr unter T. 08000116016 zu erreichen ist. Dort können sich Betroffene melden und erfahren eine qualifizierte Beratung. „Unser Team arbeitet mit einer großen Datenbank. Wir können direkt die Ansprechpartner vor Ort benennen. In der Regel geht es auch darum, die Frauen zu unterstützen, tatsächlich den ersten Schritt zu machen“, sagte Stefanie Keienburg, vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Dort ist das Hilfetelefon angesiedelt.
Die Müllfahrzeuge mit dem Plakat – zusätzlich wurde auch ein Banner an der Wertstoffsammelstelle am Beckbruchweg angebracht – werden in den nächsten Monaten die Botschaft „Echte Kerle schlagen nicht“ täglich durch das Stadtgebiet tragen.

„Natürlich ist es zunächst ein wenig komisch, wenn man sein eigenes Bild auf dem Wagen sieht, doch für mich war es keine Frage, die Kampagne zu unterstützen“, sagte Mesut Sahin, der als Friedhofsgärtner bei den KSR arbeitet. „Viele Frauen trauen sich nicht, zur Polizei zu gehen, wenn sie durch den eigenen Mann oder Partner misshandelt werden. Wenn meine Kollegen und ich dazu beitragen, in der Öffentlichkeit auf dieses Problem und Hilfsangebote aufmerksam zu machen, ist das eine gute Sache“, ist Sahin überzeugt. Neben ihm zeigen mit Nils Mrzyglod und Xani Fisnik zwei weitere KSR-Friedhofsgärtner sowie Sebastian Kerkhoff (KSR-Containerdienst), Serdal Acikgöz (Straßenreinigung) und Patrick Voßmöller (Einsatzleiter) Gesicht für die gute Sache.

376 Fälle häuslicher Gewalt hat die Polizei im vergangenen Jahr allein für Recklinghausen registriert. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten um ein Vielfaches höher. „Wir nehmen zu jedem einzelnen Opfer, von dem wir wissen, Kontakt auf. Wir gehen nicht nur der Tat nach, sondern vermitteln die Betroffenen auch an die richtige Beratungsstelle“, erklärte Dagmar Wagner, Opferschutzbeauftragte im Polizeipräsidium.

Info:

-  Der „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt“ wurde 2003 in Recklinghausen gegründet. Dem Netzwerk, das sich sechsmal im Jahr trifft, gehören die Frauenberatungsstelle, das Frauenhaus, Pro Familie, die Opferschutzbeauftragten der Polizei, das Jugendamt und Rechtsanwältinnen an.

- 37.445 Mal haben sich Ratsuchende an das Hilfetelefon gewandt: Dies entspricht einem Anstieg bei den Beratungen von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Dolmetscherdienst des Hilfetelefons konnte um zwei Sprachen, Albanisch und Kurdisch, erweitert werden. Damit wird den Betroffenen nun Unterstützung in insgesamt 18 Fremdsprachen ermöglicht.

 

Datum
27.11.2018


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