Stadtteilentwicklung Hillerheide

Die Stadt Recklinghausen hat für den Stadtteil Hillerheide ein integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) erarbeiten lassen, um eine Zukunftsvision für Hillerheide zu entwerfen. Langfristiges Ziel ist eine möglichst hohe Lebensqualität im Stadtteil. Damit Bürger am Konzept mitwirken konnten, hat die Stadt verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten angeboten. Die Vorschläge und Anregungen der Bürger wurden ausgewertet und sind in die Konzepterstellung des ISEK eingeflossen. Im Sommer 2015 wurden die Leitprojekte in den Fachausschüssen thematisiert und vom Rat als Handlungsgrundlage für die nächsten Jahre beschlossen.

Gertrudisplatz


Folgende Leitprojekte wurden im August und September 2015 in den Fachausschüssen beraten und im Rat der Stadt Recklinghausen am 14. September 2015 beschlossen:

1. Leitprojekt "Zukunftsprojekt ehemalige Trabrennbahn"

2. Leitprojekt "Städtebauliche Integration Blitzkuhlenstraße"

3. Leitprojekt "Attraktive Mitte Gertrudisplatz"

4. Leitprojekt "Stadtteilleben - vorhandenes ergänzen und vernetzen"

5. Leitprojekt "Energetische Quartierssanierung"

Eine ausführliche Beschreibung der Leitprojekte mit den einzelnen Zielsetzungen und den daraus resultierenden Umsetzungsschritten gibt es hier.

In seiner Sitzung am 9. Oktober 2017 hat der Rat der Stadt Recklinghausen die Umsetzung der oben genannten Projekte beschlossen, vorbehaltlich der Bewilligung von Fördermitteln durch die Bezirksregierung (Durchführungsbeschluss). Der Beschluss im Detail:

Zum Leitprojekt 1 Trabrennbahn:
Mit dem Leitprojekt Trabrennbahn wird eine städtebauliche Entwicklung der Zukunft begonnen, die hinsichtlich der Bautechnik, der energetischen Versorgung, des Mobilitätskonzeptes, einschließlich des Knotenpunktes Herner Straße/Blitzkuhlenstraße, der Erhaltung und Entwicklung der biologischen Vielfalt sowie des Wohnflächenangebotes und der Grünflächenversorgung für alle nachhaltige und zukunftsweisende Lösungen beinhalten soll.

  • Der Rat beschließt die dargestellten Änderungen in der Weiterentwicklung der Planung gegenüber dem Ergebnis der Bürgerwerkstatt (vgl. DS 0341/2016).
  • Der Rat beschließt die aktualisierte Fassung der Rahmenplanung Trabrennbahn als Grundlage für die weitere Bearbeitung des Leitprojekts 1.
  • Der Rat beschließt, eine Bürgerinformationsveranstaltung durchzuführen.
  • Der Rat beschließt die Ausschreibung und Beauftragung der zur Entwicklung der Trabrennbahn erforderlichen Planungsleistungen, Gutachten und Baumaßnahmen.
  • Der Rat beschließt die Vorbereitungen zur Schaffung eines Gewässers (hier: See ohne Badenutzung) weiter voranzutreiben.

Folgende Aspekte sollen in den weiteren Planungsschritten dringend bearbeitet und berücksichtigt werden:
  • Die Erfordernisse eines zusätzlichen Schulstandortes sind zu prüfen.
  • Östlich der Straße an der Rennbahn wird zwischen der Straße und der Siemensstraße, unter Berücksichtigung aller Belange,die Ansiedlung von Gewerbe vorrangig geprüft.
  • In die weitere Planung und in eine Prüfung der Umweltverträglichkeit zum Großgewässer sollen verschieden Alternativen mit unterschiedlich großem Wasserflächenanteil einbezogen und unter anderem hinsichtlich ihrer Verträglichkeit mit den verschiedenen Umweltbelangen verglichen werden.
  • Die Erhaltung eines Großteils der wesentlich wertbestimmenden Lebensraum-Objekte z. B. die Höhlenbäume, wird geprüft. Eine deutliche Verbreiterung des Nord-Süd-Grünzuges im Bereich des Hauptsammlers wird alternativ geprüft.
  • Ein Maß an öffentlich gefördertem Wohnraum ist zu prüfen.
  • Die Integration eines Mehrgenerationen-Wohnkomplexes ist planerisch einzubeziehen.

Zum Leitprojekt 2, Blitzkuhlenstraße:
Der Rat nimmt den Vorentwurf zur Neugestaltung der Blitzkuhlenstraße zwischen Herner Straße und Berghäuser Straße zur Kenntnis. Der zu überarbeitende Entwurf wird unter Einbeziehung des Kreuzungspunktes Herner Straße zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Verkehr, Feuerwehr und Tiefbau verwiesen.

Zum Leitprojekt 3, Gertrudisplatz:
Der Rat beschließt die Beauftragung eines Planungsbüros und die Durchführung eines Werkstattverfahrens unter Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Akteure im Stadtteil.

Zum Leitprojekt 4, Stadtteilleben:
Der Rat beschließt die Beauftragung eines Büros im Rahmen des Stadtteilmanagements zum ISEK.

Zum Leitprojekt 5, Energetische Sanierung / Innovation City Rollout:
Der Rat beschließt die für die Durchführung des Projekts Innovation City Roll Out notwendige Kooperationsvereinbarung mit den Projektbeteiligten einzugehen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten und sämtliche Anlagen finden Sie in der Ratsvorlage 0371/2017.

Um Fördermittel für Planungsprozesse beantragen zu können, musste ein Stadtteilkonzept vorgelegt werden. Diese sind seit 2008 in Nordrhein-Westfalen verpflichtende Grundlage für alle Teilprogramme der Städtebauförderung.
 


Deckblatt

 

Abgrenzung und Festlegung als Stadtumbaugebiet
Für den Stadtteil Hillerheide konnten im Rahmen der Untersuchungen zur Erstellung des ISEK zum einen städtebauliche Missstände im Sinne von Funktionsmängeln festgestellt werden, die sich insbesondere aus den Verkehrsbelastungen ergeben. Zum anderen sind Mängel in der Qualität der öffentlichen Räume, beginnende Investitionsstaus im Gebäudebestand und Nahversorgungsdefizite festzuhalten.

Von zentraler Bedeutung für Hillerheide ist darüber hinaus die Zukunft des Trabrennbahngeländes, für dessen bisherige Nutzung und baulichen Anlagen keine Zukunftsperspektive bestand. Der städtebauliche Funktionsverlust dieses etwa 34 Hektar großen Gebietes, unmittelbar angrenzend an die Stadtteilmitte, belastet den Stadtteil.

Zugleich bietet die Fläche eine große Chance für die Weiterentwicklung und Stabilisierung von Hillerheide, wenn eine nachhaltige Neunutzung umgesetzt werden kann, die Schwächen des Stadtteils über die Entwicklung des Geländes minimiert und an Stärken von Hillerheide anknüpft. Hierfür legt das vorliegende ISEK Hillerheide für die weiterführenden Planungsprozesse und die daraus zu formulierenden Projekte den notwendigen Grundstein.

Zur Initiierung von Erneuerungsmaßnahmen, zur Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen und zur langfristigen Stabilisierung von Hillerheide ist für Teilbereiche des Stadtteils durch den Ratsbeschluss vom 26. Oktober 2015 ein Stadtumbaugebiet nach Paragraph 171 b Absatz 1 BauGB festgelegt worden. Die nach Paragraph 171 b Absatz 2 BauGB notwendige Grundlage hierfür bildet das vorliegende Entwicklungskonzept, in dem die dem Wohl der Allgemeinheit dienenden Ziele und Maßnahmen schriftlich dargestellt sind.

 

Hintergrund: Stadtentwicklung
Aufgrund des wirtschaftlichen, demographischen und klimatischen Wandels, in dem sich Recklinghausen wie auch viele andere NRW-Städte befinden, ist Handlungsbedarf notwendig - nicht nur im Hinblick auf Krisenbewältigung, sondern auch im Hinblick auf das Nutzen von Chancen und Möglichkeiten. Stadtteile müssen lebensfähig sein, Identität stiften und hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität bieten. Hillerheide, der erste Stadtteil, der genauer betrachtet wird, hat viele Stärken, aber auch Potenzialflächen, Sanierungs- und Neubebauungsbedarf.

Zudem soll Hillerheide stärker in Recklinghausen eingebunden werden. Um den Ortsteil zukunftsfähig zu machen, sollen Strategien und Maßnahmen für Wohnen, Bildung, Kultur, Freizeit, Einzelhandel und Gemeinbedarf gefunden werden. Der Fachbereich Planen, Umwelt, Bauen arbeitet die Stärken, Schwächen und Lösungsansätze heraus, nimmt die verschiedenen Vorschläge und Überlegungen hinzu und entwickelt ein Leitbild für die nächsten Jahre.

Die Schwerpunkte, die sich durch die Online-Beteiligung "Wikimap" feststellen lassen, haben Verwaltung und Bürger bereits bei einer öffentlichen Bürgerversammlung diskutiert. Auch das Stadtteilentwicklungskonzept für Hillerheide - wie der Stadtteil 2030 aussehen soll - wurde erarbeitet. Das Konzept ist im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt und im Rat beschlossen worden.


Online-Bürgerbeteiligung "Wikimap"

Screenshot Wikimap

Auf das Bild klicken oder hier, um zur "Wikimap" zu gelangen.


Über "Wikimap"
Was ist gut, was nicht? Was sollte sich ändern? Was soll so bleiben, wie es ist? Worauf sind die Bewohner stolz, wo liegen die „Wunden“ in Hillerheide? Um diese Fragen zu beantworten und neue Impulse für die Stadtteilentwicklung zu gewinnen, hat die Stadt den Dialog mit den Bürgern im Internet gesucht. Anschließend sind alle Vorschläge und Anregungen von der Verwaltung gesichtet und ausgewertet worden. Die Anregungen und Wünsche sind im ISEK berücksichtigt worden.

Bei „Wikimap“ wurde eine virtuelle Karte von Hillerheide gezeigt. Vier Wochen lang konnten Bürger gezielt auf verschiedene dargestellte Orte klicken, dort Fähnchen setzen und zu dieser Markierung Anregungen, Bedenken und Vorschläge hinterlassen. Es konnten Fotos eingestellt und die vorhandenen Einträge kommentiert werden.

Inhaltliche Bilanz:
Es gab viele gute Vorschläge: Verbesserung der Radwege, Überquerungshilfen wie Zebrastreifen, Geschwindigkeitskontrollen, usw. Größere Projekte wären Möglichkeiten zur Flächennutzung der ehemaligen Trabrennbahn und des Gertrudisplatzes.
 
Für die bereits existierenden Naherholungs- und Freizeitangebote in Hillerheide gab es viel Lob. Positiv hervorgehoben wurden etwa Spielplätze, Waldgebiete und die Fischteiche.  

Statistik:
356 Beiträge insgesamt
94 grüne Fähnchen (Positives)
262 rote Fähnchen (Verbesserungsvorschläge)
263 Kommentare

"Wikimap" bleibt weiterhin einsehbar, so dass jeder im Nachhinein die einzelnen Beiträge und Kommentare lesen kann.


Pressemitteilungen

 

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Stand: 11.10.2017

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