Starkregen und Hochwasser | Stadt Recklinghausen

Starkregen und Hochwasser

Von Starkregen spricht man, wenn bei einem Regenereignis in kurzer Zeit außergewöhnlich große Niederschlagsmengen auftreten. Hierbei handelt es sich bei einem Unwetter um mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Meist sind solche Ereignisse lokal kleinräumig begrenzt und kaum vorhersagbar. Sie verursachen häufig große Schäden und treten für Betroffene sehr überraschend auf. Durch den Klimawandel wird sich die Anzahl von Starkregen-Ereignissen erhöhen.

Das große Problem dabei: Sturzfluten. Gerade nach längeren Trockenperioden in den Sommermonaten nehmen trockene Böden weniger Niederschlagswasser auf, als abgeregnet wird. Das Wasser fließt meist mit sehr hohen Geschwindigkeiten oberflächlich ab, vollgelaufene Kanalsysteme können kein weiteres Wasser aufnehmen, das Wasser sammelt sich somit in tiefer liegenden Gebieten.

Was ist Hochwasser?

Hochwasser ist eine zeitlich beschränkte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land, insbesondere durch oberirdische Gewässer oder durch in Küstengebiete eindringendes Meerwasser. Davon ausgenommen sind Überschwemmungen aus Abwasseranlagen (Wasserhaushaltsgesetz).

Welche Bereiche der Stadt Recklinghausen sind besonders gefährdet?

Abhängig von der Geländeform sind bestimmte Bereiche im Stadtgebiet stärker von Überflutungen gefährdet als andere. Auf Grundlage eines digitalen Geländemodells wurden überflutungsgefährdete Bereiche für ein fiktives, extremes Starkregen-Ereignis ermittelt in der Starkregengefahrenkarte dargestellt. 

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Ein Auszug aus der Starkregengefahrenkarte der Stadt Recklinghausen (Emschergenossenschaft 2015) 

Was zeigt die Starkregengefahrenkarte der Stadt Recklinghausen?

Die Starkregengefahrenkarte zeigt die Fließwege und Überflutungen durch wild abfließendes Wasser bei einem fiktiven, extremen Starkregen. Mit Hilfe einer Computersimulation wurden die überfluteten Bereiche in Form von Wasserständen in Metern berechnet. Für die Simulation wurde ein Starkregen-Ereignis mit einer Niederschlagsmenge von 65 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde angenommen. Die verschiedenen Farbtöne zeigen die entsprechenden Einstauhöhen in Metern (siehe Legende auf der Karte). In der Starkregengefahrenkarte können Sie sehen, ob Ihr Gebäude bei einem extremen Starkregen in einem gefährdeten Bereich liegt.

 

Tipp: Da die Karte das gesamte Stadtgebiet zeigt, ist sie sehr komplex. Nicht alle Straßen, insbesondere die kleineren, sind gut zu erkennen, wenn Sie die Karte in Ihrem Browser geöffnet haben. Am besten laden Sie die Karte dort über die Schaltfläche "Dokument speichern" separat herunter und öffnen sie im Adobe Acrobat Reader. Dann erhalten Sie die Karte als separate PDF-Datei mit einer deutlich höheren Auflösung, die Sie entsprechend heranzoomen können.


Schaltfläche Dokument speichern

Die Starkregengefahrenkarten bieten eine erste Orientierung, da das stadtweite Geländemodell nicht alle Details wie Grundstücksmauern oder Aufkantungen berücksichtigen kann, die den Abfluss beeinflussen können. Um das Überflutungsrisiko genauer zu bewerten, sind zusätzlich Ortsbegehungen erforderlich. Wenn in den dargestellten Überflutungsflächen Gebäudeöffnungen wie Kellerabgänge oder Lichtschachtöffnungen vorhanden sind, wird empfohlen, an diesen Stellen Schutzmaßnahmen für die Objekte zu planen.

Was kann ich als Bürger*in/Privatperson tun?

Es gibt eine Vielzahl an Baumaßnahmen, mit denen Sie ihr Gebäude schützen können. Grundsätzlich sollte allen Maßnahmen eine gründliche Gefährdungsanalyse vorausgehen. Eine sachkundige Person kann dazu einen Hochwasserpass ausstellen. Eine hundertprozentige Absicherung gegen die Schäden von Starkregen gibt es nicht, ein sinnvoll kombiniertes Maßnahmenpaket verspricht jedoch ein hohes Maß an Schutz. Maßnahmen reichen von Aufkantungen an Lichtschächten und Kellereingängen, Rückstausicherung gegen aus der Kanalisation eindringendes Wasser oder auch Barrieren wie Bodenschwellen. Viele weitere Informationen zum Gebäudeschutz (z.B. Checklisten) und Starkregengrundlagen finden Sie in den unten aufgeführten Links.

Beratung zur Starkregenvorsorge durch die Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. bietet eine telefonische und schriftliche Beratung zum Thema Starkregenvorsorge an. Diese findet im Rahmen von Sprechzeiten ohne Terminvergabe statt. Das heißt Bürger*innen aus NRW können sich kostenfrei telefonisch unter 0211 3809 300 oder per E-Mail unter abwasser@verbraucherzentrale.nrw melden.
Gern können Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale das beschriebene Beratungsangebot und die Sprechzeiten wiederfinden.

Informationsvorsorge durch die Stadt Recklinghausen

Die Stadt Recklinghausen möchte Grundstückseigentümer*innen dabei unterstützen, ihre Immobilie(n) größtmöglich vor Schäden durch Rückstau und Überflutung zu schützen. Falls Sie bereits Erfahrungen mit Rückstau oder Überflutungen gemacht haben und sich über vorbeugende Schutzmaßnahmen informieren möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.
Wir beantworten Ihre Fragen und geben Ihnen Empfehlungen für Maßnahmen zur Eigenvorsorge. Eine persönliche Beratung vor Ort auf Ihrem Grundstück ist ebenfalls möglich. Es ist ratsam, potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren, um sich effektiv gegen Starkregen und die damit verbundenen Überflutungen zu schützen.

 

Wenn Sie ein neues Gebäude planen, ist es wichtig, das Thema Starkregen und Überflutungsschutz bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen.

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