Aktuelles Recklinghausen

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Gedenken an Reichspogromnacht fällt kleiner aus
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Einleitung
Jahr für Jahr, immer am 9. November, treffen sich am Mahnmal am Herzogswall vor dem Finanzamt Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung, der Jüdischen Kultusgemeinde, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) und der Bürgerschaft, um an die Reichspogromnacht zu erinnern.
Haupttext

 

„In diesem Jahr kann die Gedenkveranstaltung wegen der Corona-Pandemie leider nicht im gewohnten Rahmen stattfinden. Das betrübt mich sehr, aber eine größere Ansammlung von Menschen ist derzeit nicht ratsam“, erklärte Bürgermeister Christoph Tesche. 

Gestaltet wird das Gedenken an die Pogromnacht seit langem durch die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in enger Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde. In den vergangenen Jahren hatten vor allem auch Schulen eindrucksvolle Beiträge geleistet und ein Zeichen gegen Antisemitismus und jede Form von Rassismus und Ausgrenzung gesetzt. „Wenn der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1998 in seiner Rede erklärte, dass die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 zu den schlimmsten und beschämendsten Momenten der deutschen Geschichte gehört, unterstreicht dies die Notwendigkeit, sich seiner Geschichte zu stellen“, sagte Tesche. 

Gemeinsam mit der GCJZ-Vorsitzenden Gerda E. H. Koch legte der Bürgermeister am Montag, 9. November 2020, mit dem gebotenen Abstand ein Blumengesteck nieder und gedachte in einer stillen Minute den Opfern des Nationalsozialismus. „Das Gedenken komplett ausfallen zu lassen, war für uns nie eine Option. Es ist einfach zu wichtig, die Erinnerung wachzuhalten und sich dieser Verantwortung auch öffentlich zu stellen. Das ist längst ein etablierter Bestandteil der Recklinghäuser Gedenk- und Erinnerungskultur“, erklärte der Bürgermeister. Gerda E.H. Koch fügte hinzu: „Trotz der Corona-Einschränkungen wollen wir gerade an diesem Tag ein Zeichen setzen gegen den wieder erstarkten Antisemitismus und für die Notwendigkeit der Erinnerung. Das sind wir den Opfern schuldig.“

Auch in Recklinghausen wüteten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 SA-Trupps durch die Stadt, misshandelten jüdische Bürger*innen, verwüsteten deren Geschäfte und setzten die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde in Brand. „Es ist unsere Verpflichtung, die Erinnerung an die Menschen, die auch in unserer Stadt von den Nazis drangsaliert und umgebracht wurden, wachzuhalten“, sagte Tesche. „Umso mehr gilt dies, weil der Antisemitismus in unserem Land seit einigen Jahren wieder wächst.“

Im vergangenen Jahr fand die Gedenkveranstaltung unter dem Eindruck des Anschlages auf die Synagoge in Halle statt, bei dem zwei Menschen getötet wurden. „Und diesmal ist es nur wenige Tage her, dass in Hamburg ein jüdischer Student vor einer Synagoge mit einer Schaufel zusammengeschlagen wurde. Es reicht nicht mehr aus, dass wir unser Bedauern zum Ausdruck bringen, Mahnwachen abhalten oder Gedenkgottesdienste veranstalten“, sagte Christoph Tesche. 

Der Bürgermeister verwies darauf, dass Fachleute davon ausgehen, dass es in Deutschland bei 25 Prozent der Bevölkerung latenter Antisemitismus vorherrscht. Weit verbreitet sei auch auf die Auffassung, dass die Deutschen zu viel über den Holocaust redeten. „Das ist beschämend. Und es ist längst an der Zeit, dass wir als Gesellschaft insgesamt deutlich Position beziehen. In Recklinghausen werden wir mit dem Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage dazu auch in den nächsten Jahren einen Beitrag leisten und unsere Bemühungen noch verstärken. Dafür werde ich mich mit aller Kraft einsetzen. Und ich bin froh, dass wir eine so aktive Jüdische Kultusgemeinde in unserer Stadt haben, die sich auch sehr aktiv in die Gedenkkultur und in den interreligiösen Dialog einbringt“, sagte Tesche. 

Der Bürgermeister und Gerda E.H. Koch sind sich sicher, dass mit Ihnen viele Menschen innegehalten und sich den Worten, die auf dem Mahnmal stehen, angeschlossen haben: 

„Wir gedenken der jüdischen Bürger unserer Stadt.
Sie wurden unter der Herrschaft der Nationalsozialisten
verfolgt und vertrieben,
in Vernichtungslagern ermordet.
Ihr Schicksal verpflichtet uns zur Wachsamkeit.
Die Bürger der Stadt Recklinghausen.“

Datum
09.11.2020


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