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Horizontastronomie im Landschaftspark Hoheward als touristisches Ziel

Der Obelisk als Schattenwerfer der großen Horizontalsonnenuhr
Der Obelisk als Schattenwerfer der großen Horizontalsonnenuhr

Im Landschaftspark Hoheward wurden vom Regionalverband Ruhrgebiet zwei monumentale und astronomische Beobachtungseinrichtungen geschaffen, die uralte Techniken der Zeitbestimmung thematisieren. Die Idee zu dieser Wiederbelebung alter astronomischer Beobachtungstraditionen geht auf den Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V. zurück, der seinen Sitz in der westfälischen Volkssternwarte in Recklinghausen hat.

Die Halde Hoheward, eine Bergehalde des Ruhrgebietbergbaus im nördlichen Ruhrgebiet auf dem Gebiet der Städte Herten und Recklinghausen, das zentrale Bauwerk im Landschaftspark und zusammen mit der Nachbarhalde Hoppenbruch Europas größte Haldenlandschaft, ist der einzige und herausragende Ort im weiten Umkreis des Ruhrgebietes mit einer Rundumsicht auf den gesamten Horizont und einem Gipfelplateau, das diese Bauwerke ermöglicht.

Die große Horizontalsonnenuhr aus dem Jahr 2005 richtet sich nach antiken Vorbildern, mit denen vor mehr als zweitausend Jahren die heute noch gültigen Grundlagen für unseren Kalender geschaffen wurden.
Das Horizontobservatorium aus dem Jahr 2008 zitiert steinzeitliche Beobachtungsanlagen. Es fordert den Besucher zu eigenen Himmelsbeobachtungen mit Hilfe von fest eingerichteten Peilungen für bestimmte herausragende und zyklisch wiederkehrende Gestirnstände auf.
Es besteht aus einer kreisrunden Ebene mit einem Durchmesser von 82 m und den zwei großen halbkreisförmigen Bögen zur Darstellung des Ortsmeridians (senkrecht aufragend und Nord-Süd-orientiert) und des Himmelsäquators (parallel zur Ebene des Erdäquators gelagert), die die Horizontebene überspannen. Die Struktur aus den beiden Bögen lässt sich auch als Modell unserer Erdkugel und ihrer Lage im Raum auffassen. Der Meridianbogen entspricht dann dem irdischen Längenkreis, auf dem die Halde Hoheward liegt, und der Äquatorbogen stellt dabei den Erdäquator dar.

Eingelassen in die Horizontebene des Observatoriums ist ein Sitzstufenforum, dessen Grund 1,5 m unterhalb des Gipfelplateaus liegt. Der Beobachter auf der zentralen Sitzstufenpyramide kann so sein Auge bequem in die Beobachtungsmitte des Observatoriums bringen und mit Hilfe der zahlreichen Peileinrichtungen die Bahnen von Sonne, Mond und Sternen erfassen und besondere Daten erleben (z.B. die jährlich wiederkehrenden Sonnenwenden und Tag-Nacht-Gleichen), diese selbst bestimmen und ohne weitere technische Hilfsmittel vermessen. Er stellt sich damit in die Tradition der prähistorischen und antiken Himmelsbeobachter, die die Astronomie für die Schaffung der Zeitordnung ihrer Kulturen betrieben haben.

Weitergehende Informationen über die Funktion der Sonnenuhr und des Horizontobservatoriums und die relevanten astronomischen Grundlagen befinden sich im Internet unter der Adresse www.horizontastronomie.de oder können bei der Westfälischen Volkssternwarte erfragt werden (www.sternwarte-recklinghausen.de).

Kontakt

Dr. Burkard Steinrücken
steinruecken@sternwarte-recklinghausen.de