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Rathaus - Ansicht der Vorderfront RathausUm sein Rathaus wird Recklinghausen beneidet. Stolz und selbstbewusst blickt es über den Vorplatz hinweg auf die Altstadt, an deren Markt seine 3 Vorgänger standen. Im Stil der Deutschen Renaissance erbaut, 1908 eingeweiht, bietet es dem Auge viele ansprechende Details. In den Außenflächen aus Eifelkalkstein mit Gliederung aus Medarder Sandstein errichtet, erhebt sich der Bau auf kräftigem, von Anröchter Dolomit durchsetztem Basaltlavasockel mit seinem vielfach gegliederten Dache und dem gewaltigen kupfergedeckten Mittelturm am Kaiserwall. Die Baukosten betrugen damals stolze 1.125.173, 23 Goldmark. Ständiger Wassereinbruch erschwerte die Gründungsarbeiten. Eine bis zu neun Meter hohe, bis in den Mergel reichende Spundwand dichtete das Fundament, eine auf 700 Betonklötzen verankerte Betonplatte, ab. Auch heute noch saugt eine automatische Pumpe im Rathauskeller eindringendes Grundwasser ab. Dreifach personifizierte deutsche Geschichte an der Ostfassade (von links): Hermann der Cherusker, der die Römer bezwang; Bonifatius, den besiegten Sachsenherzog Widukind taufend; Karl der Große, mit dem Recklinghausen die Anfänge seiner Stadtgeschichte verbindet. Die Reliefplastik des erwischten Gänsediebes am Tor des Binnenhofes (Westfassade) erinnert an den Weg zum früheren Stadtgefängnis. Über dem Hauptportal prangt das Stadtwappen in den überlieferten Farben Grün-Gold. Das Wappenmotiv, ein stilisierte, mauerumwehrte Stadt, geht auf das älteste erhaltene Stadtsiegel von 1253 zurück. Der Schlüssel im Torbogen symbolisiert den Schlüssel Petri, das Attribut des Schutzpatrons der Kölner Erzbischöfe, die 600 Jahre Recklinghausen beherrschten und die katholische Hauptkirche Sankt Peter weihten. |