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Leben mit Behinderungen

In Recklinghausen leben über 10.000 Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis mit einem nachgewiesen Behinderungsgrad von mindestens 50 haben. Das entspricht rund 8,4 % der gesamten Stadtbevölkerung. Fast 70 % von ihnen sind älter als 60 Jahre.

Behinderung ist in den seltensten Fällen angeboren (5 %) oder Folge eines Unfalls (3 %), sondern fast immer - nämlich zu 85 % - Folge einer Erkrankung. Einschränkungen der Sinnesfähigkeiten (Seh- oder Hörbehinderung, 1,6 %) oder der Mobilität (außerordentliche Gehbehinderung, 8%) machen zusammen mit Geistiger- bzw. Lernbehinderung (3,5 %) mit etwa 13 % Anteil die schwerwiegendsten Behinderungen aus. Weitere 10 % gelten als hilflos zum Beispiel in Folge von altersbedingter Demenz. Rund 75 % der Behinderungen resultieren aus Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit in Folge von Organ- oder Skeletterkrankungen.

Seit 1997 arbeiten die in der Behindertenarbeit und -hilfe tätigen Wohlfahrtsverbände, Institutionen und Betroffenen-Vereine - angeregt durch einen Erfahrungsaustausch mit dem Dordrechter Beirat für Behindertenbelange - als Arbeitsgemeinschaft für Behindertenfragen zusammen und engagieren sich für die Menschen mit Behinderung in Recklinghausen. Sie erreichten, dass 2000 der Rat der Stadt eine Ratskommission für Menschen mit Behinderung einsetzte, in der Ratsmitglieder, mehrheitlich aber Vertreter der Arbeitsgemeinschaft den Anliegen von Menschen mit Behinderung gegenüber Rat und Verwaltung, aber auch der Öffentlichkeit Gehör verschaffen.

Obwohl es in Recklinghausen eine Vielzahl von Beratungsangeboten, integrativen Kindergartengruppen und Grundschul- sowie Hauptschul- und Realschulklassen, ambulanten und stationären Wohn- und Pflegeangeboten gibt (nähere Informationen finden Sie über das Internet unter www.familienratgeber.de), stoßen Menschen mit Behinderung immer noch auf die unterschiedlichsten Barrieren - seien es Barrieren im Medienbereich (nähere Informationen finden Sie über das Internet unter www.barrierefreie-blogs.de), Barrieren baulicher Art, Barrieren geistiger Art in Form von Vorurteilen oder Bevormundung.

Der Rat der Stadt Recklinghausen hat 2001 mit der Verabschiedung der "Leitsätze Behindertenfreundliche Stadt Recklinghausen“ ein Zeichen gesetzt und alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich am Abbau von Barrieren aller Art zu beteiligen und die Teilnahme von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

Referat für Behindertenangelegenheiten

Barrierefreies Recklinghausen 

Broschüre "Barrierefreies Recklinghausen"

Einrichtungen und Dienste für Behinderte